Formel 1

Formel 1: So stellen sich Todt und Carey die Entwicklung vor

Das Teilnehmerfeld der Formel 1 soll mit neuen Teams wachsen. FIA-Präsident Jean Todt und Liberty-Media-Chef Chase Carey knüpfen dies aber an Bedingungen.
von Daniel Geradtz

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 soll wachsen. Darin sind sich die FIA und der kommerzielle Rechteinhaber Liberty Media einig. Mehr Rennen, mehr Teams, lautet der Wunsch, den die Macher hegen. Mit dem neuen Reglement, das 2021 eingeführt werden soll, sollen die Weichen dafür gestellt werden. Der Kalender kann dann auf bis zu 25 Rennen pro Saison erweitert werden, eine Kostendeckelung soll die Teams dazu zwingen, mit kleineren Budgets zu arbeiten.

Dass es in der jüngsten Vergangenheit nicht einfach war, in die Formel 1 einzusteigen, haben Lotus, HRT und Virgin gezeigt. Sie kamen 2010 in die Königsklasse, hatten keinen Erfolg und sind nach mehreren Veränderungen beim Namen und bei den Besitzverhältnissen nach wenigen Jahren wieder von der Bildfläche verschwunden. Das Haas-Team zeigt zwar, dass der Formel-1-Einstieg auch anders verlaufen kann. Aber die US-Amerikaner profitieren seit ihrem Einstieg von einer engen Verbindung zu Ferrari. Das Glück, einen starken Entwicklungspartner zu haben, ist für einen Neueinsteiger allerdings eine Seltenheit.

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Das Ziel von Formel-1-Chef Chase Carey ist deswegen nicht, das Feld einfach nur mit neuen Teams aufzufüllen: "Unsere Priorität ist es, gesunde Teams zu haben. Bei uns geht Qualität vor Quantität. Ich denke, dass ein elftes Team am Ende des Feldes den Fans nichts bringt. Ich möchte ein elftes Team haben, eins, das konkurrenzfähig und gesund ist und dem Sport etwas bringt. Natürlich hätte ich lieber zwölf gesunde Teams anstatt nur zehn, aber ich bevorzuge zehn gesunde Teams gegenüber zehn gesunden Teams und zwei Teams, die ums Überleben kämpfen." Auch FIA-Präsident Jean Todt spricht sich dafür aus, dass das Teilnehmerfeld am besten aus zwölf Teams besteht. "Wenn wir davon überzeugt sind, dass es gesunde Teams sind, die hinzukommen, wäre ich ziemlich happy, zwölf Teams zu haben. Aber es kann auch mit zehn konkurrenzfähigen Teams sehr gut funktionieren."

Auch das ist ein Ziel, das durch die Deckelung des Budgets erreicht werden soll: Weil die Top-Teams ihre Ausgaben reduzieren müssen, schließt sich die Schere zwischen den reichen und den ärmsten Teams. Dadurch soll das Feld insgesamt konkurrenzfähiger werden. Wenige Wochen bevor im Rahmen des Rennens in Austin die neuen Regeln bekanntgegeben wurden, hatten zwei potenzielle Neueinsteiger ihr Interesse an einem Formel-1-Einstieg im Jahr 2021 publik gemacht.

Doch Todt sieht in der aktuellen Situation ein Dilemma. Ein größeres Teilnehmerfeld würde dem Sport zwar guttun, könnte den Teams aber schaden: "Wenn man zwölf Teams hat, verlieren die Teams dadurch an Wert. Für alle, die so viel investiert haben, ist es aber wichtig, dass der Wert erhalten bleibt. Es gibt zwei unterschiedliche Verantwortungsbereiche. Da der kommerzielle Rechteinhaber, der sich darum kümmert, Profit zu generieren, und wir als Regelmacher, die die Formel 1 durchführen."

Liberty und FIA reagiert auf Forderungen potenzieller Formel-1-Einsteiger

Carey möchte deswegen daran arbeiten, das Führen eines Formel-1-Teams profitabler zu gestalten. "Erstens müssen wir uns um besseres Racing kümmern, um den Wettbewerb, die Action und die Unvorhersehbarkeit. Dann muss das Business attraktiver und interessanter werden. Die meisten Teams, mit denen ich gesprochen haben, wollen ein Rahmenwerk sehen. Sie wollen eine faire Verteilung der Preisgelder, Kostenkontrolle und Grundsätze." Auf diese Forderungen reagieren Liberty Media und die FIA mit dem neuen Reglement.


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