Formel 1

Formel 1 2021: Alle Teams bauen Mule-Cars für 18-Zöller

Die Formel-1-Saison 2019 ist vorbei, also denken wir an 2020. Oder gar schon 2021. Jetzt startet Mercedes Team mit 18-Zoll-Tests für Pirelli.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Nach der Saison ist vor der Saison - oder vor den Saisons! Selbst nach dem Reifentest mit allen zehn Formel-1-Teams in direkter Folge auf das Saisonfinale in Abu Dhabi ruht die Königsklasse für 2019 tatsächlich noch nicht ganz. Am Sonntag und Montag geht es auf dem Yas Marina Circuit noch einmal weiter.

Dabei dreht es sich jedoch nicht mehr um einen Back-to-back-Test der 2019er und möglichen 2020er Spezifikationen, sondern schon um die Konstruktion für 2021. Sprich um Tests mit den als Teil des neuen Formel-1-Reglements 2021 einzuführenden 18-Zöllern!

Abu Dhabi: Mercedes baut Bottas-Chassis in Testträger um

Nach drei Tagen Formel-2-Tests in Abu Dhabi vom heutigen Donnerstag bis Samstag wird es also noch zwei weitere Tage laut auf Yas-Island. Was passieren wird? George Russell wir einen umgebauten 2019er Mercedes mit 18-Zoll-Reifen um den Kurs jagen.

Formel 1: Welche Pirelli-Reifen werden 2020 gefahren?: (08:55 Min.)

"Für den W10 ist das Jahr damit noch nicht ganz vorbei. In den kommenden Tagen werden wir Valtteris Rennchassis in einen Testträger umbauen, um unseren ersten Entwicklungstest mit den 18-Zollreifen von Pirelli zu absolvieren", berichtete Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin nach dem zweiten Testtag der offiziellen Testfahrten am Mittwochabend.

Darum testet die Formel 2 noch mit 13-Zöllern

"Dafür bleibt George hier, der bei dem Test im Auto sitzen wird. Entsprechend war es sehr nützlich für ihn, sich heute an unser Auto zu gewöhnen und sich so auf den Test vorzubereiten, der am Sonntag beginnt", ergänzte der Brite. Für den zuletzt angeschlagen Russell geht es also in eine weitere Ehrenrunde: "Der Tag hat Spaß gemacht und ich werde nächste Woche noch mehr fahren können, wenn ich den Reifen-Entwicklungstest für Pirelli absolviere. Das stellt dann auch den Abschluss meiner Saison dar."

Damit ist es die Formel 1, nicht die Formel 2 (Abu-Dhabi-Test mit 13-Zoll-Felge), die zuerst die 18-Zöller ausgiebig testen wird - und das, obwohl im Unterhaus die größeren Felgen bereits 2020 kommen, nicht erst 2021. Warum also keine 18-Zoll-Reifen auch beim F2-Test? "Weil wir die ganzen Reifen nicht produzieren konnten wenn die Spezifikationen noch nicht definiert sind", erklärt Pirelli-Chef Mario Isola auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Und wir haben erst im März oder April gemeinsam mit dem Promoter entschieden, die 18-Zöller 2020 zu bringen."

Formel 1: Wieder 25 Testtage für 2021

Die Boliden selbst müsse man jedoch nicht einmal großartig umbauen. "Die einzige Sorge war zu Beginn die Lenkwirkung. Mit den neuen Reifen war das recht hart. Aber jetzt haben sie die Aufhängung etwas modifiziert und es ist viel besser. Die Lenkwirkung ist jetzt mit der gegenwärtigen vergleichbar", berichtet Isola.

Die Formel 2 dient 2020 in gewisser Weise als Pionier für die Formel 1. "Wir können da viel lernen mit diesem ganzen Jahr Racing. Es nicht unbedingt komplett auf die Formel 1 übertragbar, denn es gibt weniger Belastung [in der F2, Anm. d. Redaktion]", sagt Isola.

Pirelli: Alle Teams werden Mule-Cars bauen

Deshalb wird es auch über das kommende Jahr hinweg wieder eine Vielzahl an speziellen Pirelli-Testtagen, also abseits der offiziellen Wintertestfahrten, geben. Insgesamt 25 davon stehen für 2021 auf dem Programm. Los geht es aber schon 2019 mit dem genannten Mercedes-Doppel in Abu Dhabi (zählt noch nicht zu den 25 Tagen). Folgen werden Tests mit sämtlichen zehn F1-Teams. Also anders als in diesem Jahr für 2020 als Renault und Haas verzichteten. "Ja, aber Renault hat sich entschieden, das neue Auto zu bauen", erinnert Isola.

Tatsächlich hatten die Franzosen bereits ein Mule-Car für 2021 gefertigt, den ersten Test für 2021 absolviert. "Sie waren das erste Team, das die 18-Zöller probiert hat." Folgen werden nun, angefangen eben mit Mercedes, auch alle anderen Teams. "Alle Teams bauen ein Mule-Car", bestätigt Isola. "Das ist sehr gut, denn sonst hätten wir ein Problem." Der genaue Testplan sei bereits mit den Teams abgestimmt und liege der FIA vor, so Isola.

Abu Dhabi Testfahrten 2021 wohl mit 18-Zöllern

Noch offen ist unterdessen, ob es in der kommenden Saison auch noch einen offiziellen Test mit den 2021er Reifen geben wird. Nämlich in Abu Dhabi nach der Saison. Für Isola wäre das wünschenswert, vor allem um die finalen Mischungen für die ersten Rennen 2021 zu definieren. Spätestens dort sei es dann so wichtig, dass wirklich alle Teams ein Mule-Car hätten. "Sonst würde es dort knifflig", sagt Isola. "Denn ein Vergleich zwischen 13 Zoll und 18 Zoll ist unmöglich, wir müssen die Autos modifizieren. Aber für die Teams ist es ja nur gut, wenn sie Dort dann drei Tage mit den neuen Autos [sic! Mule-Cars, Anm. d. Red.] testen können."

Ein Update der Sportlichen Regularien für 2020 legt einen Test der 18-Zöller nun mehr als nahe. Noch dazu liefert Artikel 10.5 b) hier sogar eine Pflicht, ein Mule-Car zu fertigen. "Für den Fall, dass ein Wettbewerber nicht in der Lage ist ein Auto zur Verfügung zu stellen, dass mit solchen Reifen [zuvor wurde definiert, dass damit Reifen für die kommende Saison gemeint sind, Anm. d. Red.] kompatibel ist, wird ihm nicht erlaubt sein diesem Test beizuwohnen", heißt es dort über den 2020 sogar dreitägigen Test nach der Saison in Abu Dhabi.


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