Formel 1

Formel 1: Red Bull trotz alter Stärke machtlos gegen Ferrari

Max Verstappen war Sebastian Vettel im Mexiko-Training auf den Fersen. Red Bull dennoch skeptisch. Ferrari zu schnell, Mercedes leider nicht schlecht genug.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen hielt am Trainingsfreitag der Formel 1 in Mexiko als einziger Pilot den Anschluss an Sebastian Vettel. Red Bull fand wider Erwarten zu seinen alten Stärken zurück - und sieht sich dennoch nicht als zweite Kraft. Mercedes leider nicht schlecht genug, Ferrari nach wie vor zu schnell.

"Ich glaube nicht, dass wir im Qualifying gegen sie kämpfen können", glaubt Verstappen nicht an eine Wiederholung von Red Bulls Pole Position aus dem Vorjahr. Der Niederländer landete im 2. Freien Training lediglich eine Zehntel hinter Vettel, doch Ferrari kann seine Stärken auch auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez wieder voll ausspielen.

"Sie sind einfach zu schnell. Der Rest spielt beim Speed in derselben Liga, aber sie sind einfach meilenweit voraus", sagt Verstappen. "Wir verlieren hier neun Zehntel auf der Geraden", beziffert Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko das Geschwindigkeitsdefizit im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com.

Red Bull erleichtert: Auto in Mexiko wieder da wo es hingehört

In den anderen Sektoren spielt der RB15 jedoch wieder Red Bulls alte Stärke aus. Vor dem Wochenende hatte Verstappen schon nicht mehr an den Chassis-Trumpf seines Teams geglaubt, doch am Freitag konnte Red Bull ihn wieder ausspielen. "Wir holen sehr viel in Sektor zwei und auch etwas in Sektor drei, wo die Kurven sind, zurück. Das heißt, unser Chassis ist wieder da, wo es hingehört", freut sich Marko.

Doch wenn Ferrari im Q3 den Motor voll aufdreht, wird das Verstappens Einschätzung nach kaum reichen: "Wir können diese Zeit in den Kurven leider nicht aufholen." In der Vergangenheit war die Kombination aus Red Bulls Chassis und dem Renault-Motor, die in 2.000 Metern Höhe über dem Meeresspiegel den Job erledigte.

Marko will Ferrari-Spekulationen nicht anheizen

2019 ist Ferrari jedoch schlichtweg zu schnell. "Solch eklatante Unterschiede gab es nur in der Anfangsphase der Hybridmotoren, als Mercedes im ersten Jahr so überlegen war. Aber zwischenzeitlich sind technisch alle halbwegs auf einem Niveau gelandet. Deshalb ist es umso erstaunlicher", so Marko verwundert.

Den Spekulationen, dass die Power Unit aus Maranello illegal sein könnte, will er sich aber nicht anschließen. "Solange wir keine Fakten haben, würde ich mich da nicht zu weit herauslehnen", wiegelt der Österreicher ab. Red Bull will sich lieber auf die eigenen Stärken konzentrieren, statt beim Gegner nach Leichen im Keller zu suchen.

"Ich denke, wir sollten uns etwas mehr auf das Rennen konzentrieren und schauen, dass wir die Reifen im Griff haben. Dann kann es immer noch ein gutes Rennen werden", sagt Verstappen. Und da rechnet man im Lager der Bullen nicht nur mit Ferrari.

Mercedes leider nicht in Reifen-Problemen

Zwar verlor Valtteri Bottas als schnellster Mercedes-Pilot eine halbe Sekunde auf Verstappen, doch für das Rennen hat Marko die Weltmeister definitiv auf dem Zettel. "Wir können ja nur beobachten, wie der Reifen ausschaut, und der hat nachmittags leider deutlich besser ausgesehen", konnte Red Bull bei Mercedes keine Longrun-Schwäche ausmachen.

Mit der eigenen Rennpace war man laut Marko bei Red Bull allerdings zufrieden. Dass das Team im FP2 durch den frühen Unfall von Alexander Albon nur noch ein Auto zum Sammeln von Daten auf der Strecke hatte, tat dem keinen Abbruch. "Dafür, dass er das erste Mal hier ist, waren die Zeiten sehr gut", lobt Marko den Thailänder.

Marko verzeiht Albon Unfall im FP2

Den Abflug in Kurve sieben verzeiht er dem Rookie: "Er ist da leider auf die Kerbs gekommen. Da waren zwei Autos, die er überholt hat. Und davon hat er sich irritieren lassen. Das sollte nicht passieren, ist aber auch nicht so tragisch."

"Es war ein leichtsinniger Fehler. Ich habe etwas zu viel Strecke mitgenommen. Das passiert schnell. Das Auto ist ausgebrochen und dann ging es schnell", beschreibt Albon den Unfall. Für seinen ersten Einsatz in Mexiko sieht er anders als Marko dadurch etwas Nachholbedarf.

"Wir haben einiges an Longrun-Daten verloren. Es wird also nicht leicht. Ich denke, wir müssen den Plan für das FP3 ändern und dann versuchen, eine gute Lösung für das Qualifying zu finden. Das Auto ist gut,. Wir müssen nur den Rhythmus wieder hinbekommen."


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