"Du musst eins werden mit Deinem Auto. Du musst den Motor spüren, den Reifenabrieb fühlen und die Dirty Air des vorausfahrenden Boliden aerodynamisch effizient umfließen." Diese mystischen Worte könnte Flavio Briatore seinem spanischen Rohdiamanten Fernando Alonso im vergangenen Winter eingeimpft haben.
Nach dreizehn Saisonrennen und bei 26 WM-Zählern Vorsprung auf den WM-Zweiten möchte man annehmen, dass Fernando diese Vorgabe seines Teamchefs verinnerlicht hat. Kein Wunder also, dass der Mann aus Oviedo sich mit seinem R25 sehr viel verwachsener fühlt als mit seinem letztjährigen Arbeitsgerät; dem nur schwer abzustimmenden und leicht störrischen R24.
"Ich fühle mich mehr in das Auto integriert", sagt er. "Ich fahre seit 2002 für Renault und in jedem Jahr fühlte ich einige Fahrzeugcharakteristiken, die mir nicht lagen. Aber in diesem Jahr erreichte ich die Integration wie sie sein muss. Ich fühle mich jetzt wie ein Teil des Autos."
Zuverlässigkeit als Teil der Philosophie
Und als Teil des Autos hat Fernando die gleichen beiden Aufgaben zu erfüllen, wie etwa der Motor, das Getriebe oder die Reifen: Er muss konkurrenzfähig und zuverlässig sein. Bei nur einem Fahrfehler in 13 Grand Prix sowie der überragenden Standfestigkeit seines R25, nicht unbedingt jener seines Teamkollegen, trifft dies auf die Symbiose aus Fernando und dem Renault offensichtlich zu.
"Unser Vorteil war es vom ersten Tag an bereit zu sein", verriet Alonso gegenüber Autosprint das gelb-blaue Erfolgsgeheimnis. "Auch wenn McLaren jetzt schneller und besser als der Renault ist." Und das sind sie. Ihre "andere Philosophie" ein schnelles Auto standfest zu machen, brachte ihnen jedoch den bekannten Rückstand ein, welchem sie jetzt ebenso hinterher laufen wie ihrer Zuverlässigkeit.
"Ich habe ganz klar von Räikkönens Ausfällen in den ersten Rennen profitiert", ist er sich sicher. "Aber ich möchte nicht von Glück sprechen, denn ich glaube nicht daran. Renault hat wirklich hart gearbeitet und von Australien an bereit zu sein - und zwar auf Performance- und Zuverlässigkeitsseite."
Demnach ist es für Renault die Hauptpriorität in den noch ausstehenden Grand Prix "ins Ziel zu kommen" und "zuverlässig" zu sein. "Unterdessen möchten sie [McLaren, d. Red.] die Schnellsten sein; selbst wenn sie dabei einige Risiken eingehen müssen."



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