Sie kennen Jason Tahincioglu nicht? Damit stehen zwei Dinge fest: Sie verfolgen die britische Formel Renault Meisterschaft nicht, was an sich ja kein Verbrechen ist, und sie werden ihn spätestens am 21. August kennen lernen. Dann nämlich wird der gebürtige Türke als erster Landsmann in einem F1-Boliden auf dem neuen GP-Kurs in Istanbul einige Demorunden für Jordan bestreiten.

Eine ähnliche Vorgehensweise legte das Team, damals noch unter der Federführung von Teamgründer Eddie Jordan, im Jahre 2002 mit dem Ungarn Zsolt Baumgartner an den Tag. Dieser durfte seinerzeit mit einem Jordan Boliden auf dem Hungaroring Demorunden drehen. Verheißungsvoll ist allerdings, dass Zsolt nur wenig später als Stammpilot für Jordan und Minardi zum Einsatz kam.

Für Jason Tahincioglu steht aber vorerst sein F1-Debüt vor heimischer Kulisse im Vordergrund. Zuvor absolvierte er bereits einen Shakedown in Silverstone. "Wenn man bedenkt, dass ich zum ersten Mal in einem F1-Auto gesessen habe und nur wenig fahren konnte, war es sehr nützlich mich an die Beschleunigung und die Bremsen zu gewöhnen", analysierte er seine kurze Ausfahrt. "Meine ersten Eindrücke waren sogar sehr beeindruckend. Es war ganz anders, als alles was ich bis dahin gefahren bin."

Noch einmal anders wird es für ihn sein, nicht vor leeren Rängen im regnerischen Silverstone, sondern vor gefüllten Tribünen in seiner Heimat zu fahren. Neben Tahincioglu dürfen die türkischen Fans aber noch einem zweiten Landsmann zujubeln; wenn auch nur in der GP2: Can Artam ist sein Name. Und wie für Jason wird es auch für ihn eine unvergessliche Erfahrung sein beim ersten Türkei GP die Massen zu begeistern. Zumindest diese werden die Eingangsfrage dann mit einem klar 'Ja' beantworten; und dass können sie nun auch.