Noch reist das Sauber Team mit Mercedes-Trucks zu den europäischen Formel 1 Rennen an. Ab der kommenden Saison wird sich dieser Sachverhalt allerdings postwendend ändern - und dies obwohl der neue Eigentümer BMW dem Konkurrenten aus Stuttgart-Untertürkheim viel zu verdanken hat.
"Im Prinzip legt sich BMW in ein Bett, das von Mercedes gemacht wurde", witzelt Ex-BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger. "Aber das spricht für BMW. Denn günstiger kann man doch eine moderne Formel 1 Fabrik mit einem der besten Windkanäle gar nicht erwerben."
Was der Österreicher damit meint: Sauber setzt nicht nur auf kostenlose Mercedes-Trucks. Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit Mercedes in der Sportwagen-WM gab es in den letzten Jahren einige Hilfestellungen der Schwaben für die Schweizer.

So zum Beispiel als Mercedes sich 1994 aus einem F1-Vertrag herauskaufte und Sauber davon seine Fabrik in Hinwil finanzierte. Oder 2001 als Jürgen Hubbert den Räikkönen-Wechsel für mehrere Millionen sicherte. Oder als die Stuttgarter den Hinwilern ein zinsloses Darlehen für den Bau des hypermodernen Windkanals gewährten.
All dies ermöglicht BMW im kommenden Jahr einen guten Start in seine Zukunft als reines Werksteam. Die in den vergangenen Wochen inflationär gelobte "gute Basis" des Sauber Teams, basiert also zu einem Teil auch auf der Hilfe des Edelrivalen. Zur anderen Hälfte natürlich auf der guten Arbeit die Peter Sauber und seine Truppe seit ihrem F1-Einstieg als bestes Privatteam geleistet haben.
Aber nicht nur Sauber und dadurch jetzt BMW profitierten in der Vergangenheit von der Hilfe der Silberpfeilfabrikanten. "Mercedes hat wirklich eine Menge für die deutsche Formel 1 getan. Und das völlig selbstlos", verriet Berger der Sport Bild. "Sie bildeten Michael Schumacher und Heinz-Harald Frentzen aus, finanzierten Nick Heidfeld die Formel 3000. Keiner von ihnen hat je einen Grand Prix für sie gefahren. Und jetzt helfen sie BMW bei ihrem eigenen Team. Das verdient doch Anerkennung."



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