Zum ersten Mal macht die Formel 1 in anderthalb Wochen auf der neuen GP-Strecke in Istanbul Station. Entsprechend wird nicht nur das Toyota Team aus seinem normalen Alltagstrott herausgerissen. In der Türkei müssen sowohl die Fahrer als auch die Ingenieure neue Wege beschreiten.
Nur die Hitze ist sicher
"Wenn man auf eine neue Strecke kommt, dann hat das keinen großen Einfluss auf das Rennwochenende", versucht Jarno Trulli dennoch so viel wie möglich im gewohnten Gang zu erledigen. "Man geht am Donnerstag um die Strecke, verbringt im ersten Training am Freitag die Zeit damit die Strecke zu lernen und bis zum zweiten Training ist alles ganz normal und der Rest des Wochenendes wie immer."
Für Ralf Schumacher beginnt das Wochenende genauso, schließlich "ist die Strecke für alle Fahrer neu". "Alle sind auf die gleiche Weise betroffen." Viele sprechen deswegen gerne von einer gleichen Ausgangslage für alle. Aus Sicht von Jarno Trulli steht deshalb nur eines fest: "Wir wissen nur, dass es sehr heiß sein wird!"
Linien auf dem Papier
"Ich habe bislang noch keine Simulationen gesehen und die Strecke ist für mich momentan nur eine Linie auf dem Papier", erklärt Ralf. Besonders ins Auge stachen ihm die Höhenlinien. "Dass die Strecke Berge hat, macht es natürlich interessanter."
Dennoch betont Jarno, dass er "keine Ahnung" habe was ihn erwartet, bevor er nicht dort gefahren ist. "Es gibt einige Hügel, aber bei blinden Kurven sucht man sich am Freitag einfach seinen Bremspunkt und gewöhnt sich daran." Auch für Ralf stellen die blinden Kurven "kein großes Problem". "Aber es wird nicht einfach sein bergab zu bremsen. Dann blockieren die Räder gerne."

Als Überholmöglichkeit hat der Italiener auf dem Papier die lange Gegengerade ausgemacht. "Ansonsten sticht nur die Fahrweise gegen den Uhrzeigersinn heraus." Dies bedeutet, dass man wie in Imola und Interlagos mit anderen physischen Belastungen zurecht kommen muss.
Schnelle Reaktionen sind gefragt
Aus Sicht der Ingenieure beginnt das Abenteuer Istanbul mit einem Computerfile, welches alle Teams im Vorfeld des Rennens erhalten. "Danach lassen wir mit unserer Spezialsoftware einige Simulationen durchlaufen", berichtet Toyota Chefrenningenieur Dieter Gass.
Zuallererst heißt es den Downforce-Level des Kurses zu bestimmen und die Getriebeübersetzung festzulegen. "Danach muss man mehr ins Detail gehen und sich das Aufhängungssetup ansehen." In der Folge wird das Start-Setup für das erste Freie Training am Rennwochenende bestimmt.
"Für uns sieht Istanbul nach einem typischen 'medium downforce track' aus", beschreibt Gass die Schlussfolgerungen der Japaner. Diese Simulationsergebnisse müssen jetzt allerdings auf der Rennstrecke bestätigt werden."
"Da dies eine komplett neue Strecke ist, wird es schwierig vor dem Ende des ersten Tages Rückschlüsse über den Grip-Level der Streckenoberfläche zu ziehen." Aber nicht nur, weil die Reifenwahl trotzdem bis Freitagabend getroffen werden muss, heißt es für die Weiß-Roten flexibel zu sein: "Auf neuen Strecken muss man sehr schnell reagieren können."



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