Formel 1

Formel 1, Japan: Bottas siegt, Ferrari-Piloten verzocken Chance

Valtteri Bottas hat in Suzuka seinen dritten Saisonsieg gefeiert. Sebastian Vettel und Lewis Hamilton auf dem Podest. Mercedes vorzeitig Weltmeister.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas hat beim Formel-1-Rennen in Japan seinen dritten Sieg in der Saison 2019 gefeiert. Der Mercedes-Pilot übernahm bereits am Start die Führung und ließ sich den sechsten Triumph seiner Karriere nicht mehr nehmen. Sebastian Vettel wurde nach einem verpatzten Start vor Lewis Hamilton Zweiter. Charles Leclerc kollidierte früh mit Max Verstappen. Mercedes stellte mit dem Erfolg vorzeitig den WM-Titel in der Konstrukteurswertung sicher.

Pole-Sitter Vettel zuckte am Start schon vor dem Erlöschen der Ampel und wurde daraufhin sofort von Bottas kassiert. Der Heppenheimer entkam zwar einer Strafe, doch die perfekte Ausgangslage verspielte er durch den Flüchtigkeitsfehler. In Kurve zwei fuhr Leclerc dem außen vorbeiziehenden Verstappen ins Auto. Der Red-Bull-Pilot musste sein Rennen wenig später aufgeben.

Leclerc kämpfte sich im restlichen Rennverlauf auf die sechste Position zurück. An der Spitze hatte Bottas jederzeit alles unter Kontrolle. Nach 53 Runden überquerte der Finne die Ziellinie als Erster. Zwischen Vettel und Hamilton kam es in der Schlussphase zum Showdown um die zweite Position. Der Weltmeister machte auf frischeren Reifen Druck, doch es reichte nicht für eine Attacke.

Die Punkteränge: Hinter den Top-3 feierte Alexander Albon als Vierter das beste Resultat seiner jungen F1-Karriere. Carlos Sainz wurde dahinter einmal mehr Best of the Rest. Leclerc kämpfte sich nach der Kollision bis auf die sechste Position zurück. Dahinter komplettierten Daniel Ricciardo, Pierre Gasly, Sergio Perez und Nico Hülkenberg die Top-10. Das Rennen wurde durch einen Fehler eine Runde zu früh abgewunken.

Formel 1, WM-Stand 2019: Mercedes ist Weltmeister

Der WM-Stand: In der Fahrerwertung hat Hamilton vier Rennen vor dem Ende der Saison trotz der Niederlage gegen Bottas immer noch einen komfortablen Vorsprung von 66 Punkten. Außer dem beiden Mercedes-Piloten kann rechnerisch kein anderer Pilot mehr Weltmeister werden.

Bei den Teams hat Mercedes den Sack bereits zugemacht. 188 Punkte Vorsprung auf Ferrari bedeuten zum sechsten Mal in Folge den Gewinn der Konstrukteurswertung. McLaren hat auf Platz vier das Punktekonto auf 111 Zähler aufgestockt und ist für die Mittelfeldkonkurrenz so gut wie nicht mehr einzuholen.

Das Wetter: Das Rennen fand wie das Qualifying am Morgen bei Sonnenschein statt. Mit 21 Grad Celsius Lufttemperatur und 30 Grad Celsius Asphalttemperatur waren die Bedingungen nahezu perfekt. Die Windgeschwindigkeiten hatten nach rund 40 km/h im Zeittraining leicht abgenommen und bereiteten weniger Probleme.

Vettel fast mit Frühstart, Leclerc schießt Verstappen ab

Die Startphase: Bottas erwischte den besten Start und beschleunigte Vettel und Leclerc sofort aus. Der Pole-Setter hatte bereits vor dem Erlöschen der Ampel gezuckt. Bottas bog vor Vettel in die erste Kurve ein, gefolgt von Verstappen und Leclerc. Der Niederländer ging außen am Ferrari-Piloten vorbei. Leclerc hielt innen dagegen und untersteuerte in Kurve zwei in den Red Bull. Verstappen rutschte in die Wiese und fiel auf den letzten Platz zurück.

Das Team wies Leclerc an, zum Wechsel des Frontflügels an die Box zu gekommen. Doch obwohl die beschädigte Nase stark Funken schlug, fuhr der Monegasse noch zwei weitere Runden. Er beteuerte im Funk, dass das Auto in Ordnung sei. Erst in der dritten Runde leistete er der Anweisung Folge. Die Rennleitung untersuchte den Zwischenfall zunächst nicht, änderte wenig später aber ihre Meinung und kündigte eine Anhörung nach dem Rennen an. Vettel entkam einer Strafe für den Frühstart.

Verstappen muss nach Leclerc-Kollision abstellen

Der frühe Rennverlauf: An der Spitze hatte Bottas nach der ereignisreichen Anfangsphase alles unter Kontrolle. Vettel und Hamilton folgten in Abständen von zwei Sekunden. In Runde fünf kollidierten Albon und Norris in der letzten Schikane. Der Thailänder verschätzte sich bei seiner Attacke auf der Innenbahn und fuhr Norris in die Seite. Der McLaren-Pilot bog umgehend an die Box ab, allerdings nicht wegen der Kollision. Wrackteile von Leclercs Auto hatten sich in seiner Bremsbelüftung verfangen und diese zum Überhitzen gebracht.

Leclerc und Verstappen kämpften sich derweil von hinten durchs Feld. Im neunten Umlauf ging der Ferrari-Pilot in Kurve eins an seinem Unfallgegner aus der Startphase vorbei und übernahm Platz 16. Die nächsten Gegner waren die vier Piloten von Haas und Alfa Romeo. Doch Ferraris Kundenteams machten Leclerc zunächst keine Geschenke.

Verstappen stellte seinen Red Bull beim Honda-Heimspiel in der 15. Runde ab. Auf Position 17 liegend sah das Team mit dem stark beschädigten Auto keine Aussicht mehr auf Erfolg. Albon war damit das letzte heiße Eisen der Österreicher.

Mercedes wehrt Vettel-Undercut von Ferrari ab

Die ersten Boxenstopps: Albon kam in der 15. Runde als erster Pilot aus den Top-10 an die Box. Red Bull versuchte den Undercut gegen Sainz im Kampf um Platz vier. Eine Runde später stoppte Vettel. Ferrari offenbarte seine Zweistopp-Strategie, indem auf einen frischen Satz Soft-Reifen gewechselt wurde. Mercedes reagierte umgehend mit Bottas. Der Finne wechselte in Runde 17 von Soft auf Medium.

Die Rundenzeiten von Bottas waren trotz des härteren Reifens deutlich schneller als Vettels. Hamilton blieb an der Spitze derweil weiter draußen, obwohl seine Rundenzeiten auf dem abgenutzten Startreifen bis zu drei Sekunden langsamer als die des Teamkollegen waren. Erst in Runde 21 kam auch der Weltmeister zum Service. Nach dem Reifenwechsel von Soft auf Medium kam er als Dritter zurück auf die Strecke.

Hamilton beschwert sich über Strategie

Der weitere Rennverlauf: Bottas verwaltete seinen Vorsprung auf Vettel nach dem Boxenstopp souverän und lag zur Rennhälfte zehn Sekunden vor seinem Verfolger. Hamilton lag fast 20 Sekunden hinter dem Führenden und beschwerte sich im Boxenfunk über den langen ersten Stint, in dem er viel Zeit verloren hatte.

Hinter der Spitzengruppe lagen Albon und Sainz auf den Positionen vier und fünf. Dahinter ging es im Mittelfeld heiß her. Leclerc arbeitete sich nach seinem zweiten Boxenstopp im Eiltempo durchs Feld, um in die Punkteränge vorzustoßen. Gasly, Stroll, Hülkenberg, Perez und Ricciardo rundeten zu diesem Zeitpunkt die Top-10 ab.

Vettel startet letzte Offensive gegen Mercedes

Die zweiten Boxenstopps: Vettel wechselte in Runde 31 von Soft auf Medium und fiel dadurch auf die dritte Position hinter Hamilton zurück. Der Weltmeister fuhr derweil die schnellsten Rundenzeiten und holte auf Bottas auf. Albon stoppte im 34. Umlauf ein zweites Mal und wechselte zurück auf Soft. Der Red-Bull-Pilot blieb Vierter.

In der 36. Runde stoppte Bottas, der ebenfalls von Medium zurück auf Soft ging. Seine Führung musste er für den Moment an Hamilton abgeben. Auf Position drei zog Vettel das Tempo an und verringerte den Rückstand auf Bottas mit schnellsten Runden. Bei einem Gap von zehn Sekunden stellte er dabei aber trotzdem keine Gefahr für den Mercedes-Piloten dar.

Hamilton kam in Runde 42 zum letzten Service. Der Wechsel von Soft auf Medium warf ihn auf Platz drei hinter Vettel zurück. Der Rückstand war mit fünf Sekunden überschaubar und der Champion nutzte seinen frischen Reifen, um mit schnellsten Runden auf Vettel aufzuschließen.

Vettel wehrt Hamilton ab

Die Schlussphase: Hamilton war in der 47. Runde im DRS-Fenster hinter Vettel. Ferrari holte Leclerc währenddessen zum dritten Mal zum Service, um ihn auf dem Soft-Reifen auf den Bonuspunkt für die schnellste Runde anzusetzen. Der Plan ging nicht mehr auf, die Fastest Lap blieb bei Hamilton.

Der Plan des Weltmeisters, Vettel noch abzufangen, ging jedoch ebenfalls nicht auf. Hamilton musste sich hinter Bottas und Vettel mit dem dritten Platz begnügen. In der letzten Runde kam es im Kampf um die achte Position noch zu einer Kollision zwischen Perez und Gasly. Der Mexikaner war in Kurve eins außen am Franzosen vorbeigegangen. Gasly gab nicht nach und schickte den Racing-Point-Piloten in Kurve zwei ins Aus.

Glück für Perez: die Rennleitung machte in der 53. und letzten Runde einen Fehler und winkte nicht den Sieger zuerst ab. Durch diesen Fauxpas wurde gemäß Reglement der Stand zum Ende der 52. Runde, welche alle Piloten bei Renntempo beendet hatten, als Ergebnis herangezogen. Perez wurde dadurch als Neunter gewertet. Leidtragender war sein Teamkollege Lance Stroll, der so Position zehn verlor.

Die Top-Facts des Rennens

  • Bottas feiert 3. Saisonsieg
  • Mercedes ist Weltmeister
  • Vettel entgeht Strafe für Frühstart
  • Leclerc kollidiert mit Verstappen
  • Rennen eine Runde zu früh abgewunken

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