Formel 1

Formel 1, Wegen Beleidigung: Haas Teamchef Steiner bestraft

Ein Wutausbruch am Funk kommt Haas Teamchef Günther Steiner teuer zu stehen. Die Stewards belegen ihn mit einer Geldstrafe und drohen für die Zukunft.
von Christian Menath

Am Freitag in Suzuka musste Günther Steiner zur Mittagszeit einen unangenehmen Termin wahrnehmen. Statt sich nach der FIA-Pressekonferenz noch den TV-Stationen zu stellen, musste er bei den Stewards antanzen. "Ich hoffe, ich bekomme keine Strafe dafür, dass ich die Pressekonferenz zu früh verlasse", scherzte der Südtiroler da noch.

Wenig später dürfte Steiner das Lachen vergangen sein. Steiner musste sich vor den Stewards verantworten, weil es nach dem Russland GP vor zwei Wochen zu einem Wutausbruch am Funk gekommen war. Der Haas Teamchef muss dafür 7.500 Euro Strafe zahlen.

"Wenn wir nicht einen idiotischen Steward hätten, wären wir Achter... Du weißt, um welchen Steward es sich handelt. Du kennst ihn. Es ist immer derselbe. Er wird einfach nicht intelligenter", funkte Steiner in der Auslaufrunde an Kevin Magnussen.

Steiner: Nur Fahrer-Steward Pirro beleidigt

Dabei bezog sich Steiner offenbar Emanuele Pirro, der in Sotschi als Fahrer-Steward im Einsatz war. Der 54-Jährige bestätige bei der Anhörung in Japan, dass er nur Probleme mit einem einzelnen Steward des Russland-Panels hatte.

Die Bestätigung war auch nötig, weil der Deutsche Dr. Gerd Ennser in Japan wie schon in Russland vorsitzender Steward ist. Das restliche Panel ist hingegen neu besetzt, in Suzuka ist Tom Kristensen als Fahrer-Steward im Einsatz. Da Ennser nicht Adressat von Steiners Wutausbruch war, konnte das Japan-Panel unvoreingenommen urteilen.

Formel 1 Video: FIA Chef-Steward Gerd Ennser im Interview: (07:51 Min.)

Steiner erklärte seine unangemessene Wortwahl mit der Situation, es sei in der Hitze des Gefechts passiert. Im Nachhinein würde er seine Kommentare bereuen, heißt es im Statement der Stewards und weiter: "Er wollte nicht, dass seine Worte die FIA Offiziellen des Events und der Meisterschaft ins schlechte Licht rücken."

"Nichtsdestotrotz stellt der Funkverkehr eine Beleidigung der Stewards dar und stellt ihre Fähigkeiten und ihre Integrität in Frage", heißt es im Statement weiter. "Solche Aussagen schaden der Reputation des Motorsports generell, im speziellen der FIA und stellen die Professionalität der FIA-Offiziellen in Frage."

Wiederholungstäter müssen härtere Strafen fürchten

Die Stewards wären jederzeit zu privaten Diskussionen bereit, "aber öffentliche persönliche Attacken gegen einzelne Offizielle sind völlig unangebracht und werden nicht akzeptiert", heißt es in der Entscheidung. Dabei handelt es sich um einen Verstoß gegen die Artikel 12.1.1.c und 12.1.1.f des International Sporting Codes. "Die Wortwahl von Herrn Steiner hat FIA-Offizielle beleidigt und war schädlich für den Motorsport", lautet die Begründung.

Mit dem Strafmaß kam Steiner noch glimpflich davon. Dem Teamchef wurde zugutegehalten, dass er sich in der Vergangenheit noch nichts zu Schulden hat kommen lassen. Im Falle einer Wiederholung drohen die Stewards: "Sollte es in Zukunft erneut zu Verletzungen [des International Sport Codes] kommen, muss überdacht werden, ob das gesamte Team bestraft wird und der Einzelne härter sanktioniert wird."

Magnussen hatte die Ziellinie in Russland als Achter überquert, wurde allerdings nur als Neunter gewertet, weil ihn die Stewards mit einer Fünf-Sekunden-Strafe belegten. Magnussen hatte sich im Zweikampf verbremst, fuhr geradeaus durch die Auslaufzone von Kurve zwei und verpasste es, sich wie vorgeschrieben wieder einzufädeln.


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