Formel 1

Kimi Räikkönen jagt Start-Rekord: Wollte früher Schluss machen

Kimi Räikkönen startet in Russland heute sein 307. Formel-1-Rennen. Damit überbietet er Michael Schumacher. So bewertet der Iceman seine Methusalem-Karriere
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Noch steht Kimi Räikkönen auf einer Stufe mit Michael Schumacher und Jenson Button. Doch wenn heute die Startampel zum Formel-1-Rennen in Russland 2019 erlischt, wir der Finne die beiden anderen F1-Weltmeister überholt haben. Die Rede ist von Rennstarts in der Königsklasse.

Aktuell steht das Trio bei 306, Räikkönen wird mit dem Grand Prix in Sotschi also auf 307 erhöhen. Bis zum absoluten Rekord fehlt allerdings noch eine kleine Ecke. Den hält Rubens Barrichello mit 322 Starts. Weil Räikkönen in der kommenden Saison noch Vertrag hat, wird der Iceman den Brasilianer bei normalem Verlauf 2020 also als Rekordstarter der Königsklasse ablösen.

Räikkönen greift 2020 nach Barrichello-Rekord

Noch vor dem Ende der laufenden Formel-1-Saison 2019 wird sich Räikkönen zudem an dem bisherigen zweiten vorbeischieben. Fernando Alonso startete 311 Rennen in der F1, Räikkönen wird Ende des Jahres genau einen mehr auf dem Konto verbuchen.

Eine ewig lange Zeit. So lang wie es sich Räikkönen selbst bei seinem Debüt im Jahr 2001 nie hätte vorstellen können - oder wollen. "Auf keinen Fall!", sagt der Finne. "Ich denke, dass ich mir wünschte, viel früher aufzuhören. Ich habe ja auf gewisse Weise schon aufgehört, aber nein, natürlich nicht", so der Finne.

Zweite Kimi-Karriere in F1 bald genauso lang wie die erste

Tatsächlich hatte Räikkönen nach Jahren bei Sauber, McLaren und Ferrari 2010 und 2011 zwei Jahre Pause eingelegt. 2012 kehrte er zurück. Mit Lotus. Es folgte eine zweite Amtszeit bei Ferrari, dann der Wechsel zurück zu Sauber respektive Alfa Romeo. 2020 wird Räikkönen zweiter Karriereabschnitt damit genauso lang sein wie der erste vor dem Break.

"Ich denke nicht, dass ich irgendeine Vorstellung davon hatte, wie lang es geht. Nur, dass es hoffentlich zumindest ein oder zwei Jahre sind", sagt Räikkönen über seine einstige Hoffnung für eine F1-Karriere, damals 2001. "Dann ist es etwas anders gekommen", scherzt der Finne. "Aber ich hatte wirklich keinen Plan. Den habe ich noch immer nicht!"

Räikkönen nicht stolz auf Überleben im Haifischbecken F1

Stolz, dass er es in der kurzlebigen Königsklasse - auch Haifischbecken Formel 1 genannt - so lang ausgehalten hat, ist der Finne nicht. "Nicht wirklich. Für mich ist es so: So lang ich von mir selbst denke, dass ich da fahren kann, wo ich mich erwarte und ich die Dinge so bewerkstellige, wie ich sie - in meinem Kopf - sollte, dann mache ich gerne weiter", sagt Räikkönen.

Und ein anderer Aspekt weiter passt, der dem Iceman bekannt ganz besonders wichtig ist. Kimi: "Und solange das Racing selbst der größere Teil als der ganze andere Unsinn ist." Er denke mit Blick auf die 307 Rennen und nur 17 Saisons Formel 1 jedenfalls nicht 'Oh, ich bin so viel gefahren und das ist großartig!'.

Räikkönen: GP-Start-Rekorde bedeutungslos

"Für mich sind die Ergebnisse viel wichtiger als jede andere Tatsache. Vielleicht ist das an dem Tag, an dem du aufhörst so. Vielleicht bedeutet es etwas, wenn du dann zurückblickst. Aber gerade nicht. Ich versuche, die Dinge gut zu machen und solang ich Spaß habe werde ich natürlich weiterfahren und schauen, was geschieht."

Top-10: Die fleißigsten Formel-1-Starter der Geschichte

Pos Fahrer Rennstarts
1 Rubens Barrichello 322
2 Fernando Alonso 311
3 Michael Schumacher 306
4 Jenson Button 306
5 Kimi Räikkönen 306
6 Felipe Massa 269
7 Riccardo Patrese 256
8 Jarno Trulli 252
9 David Coulthard 246
10 Lewis Hamilton 244

*Stand vor dem Russland GP 2019


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