Formel 1

Formel 1, Rosberg reagiert auf Verstappen-Ohrfeige: Ändere mich

Nico Rosberg bekam von Max Verstappen vor Monza eine verbale Abreibung. Lewis Hamilton lacht sich tot. Der Experte & YouTuber versucht die Wogen zu glätten.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg fiel in der Formel 1 2019 als TV-Experte und YouTuber vermehrt mit scharfer Kritik an seinen ehemaligen Mitstreitern auf. Vor wenigen Wochen nahm Ex-Erzrivale Lewis Hamilton den Weltmeister von 2016 dafür aufs Korn. Im Rahmen des Grand Prix von Italien in Monza holte Max Verstappen zum Rundumschlag aus. Diese Ansagen kamen bei Rosberg offenbar an. Er rudert nun zurück.

"Ich liebe es, Dinge zu analysieren, aber ich habe auch großen Respekt vor diesen Fahrern", stellt Rosberg gegenüber der spanischen Sportzeitschrift Marca klar. Die Tatsache, dass er sich mit seiner direkten Art bei Hamilton und Verstappen unbeliebt macht, lässt ihn offenbar nicht kalt.

"Ich muss etwas ändern, denn ich will nicht, dass meine ehemaligen Kollegen, die ich sehr respektiere, sich durch meine Kommentare schlecht fühlen", so der 34-Jährige, der 2016 nach dem Titelgewinn den Helm an den Nagel hing. "Ich werde versuchen, meinen Ton zu ändern, denn ich habe sehr viel Achtung vor den Jungs."

Außerdem entsinnte er sich an seine elf Jahre in der Königsklasse, in denen er der Beurteilung anderer Ex-Piloten ausgeliefert war: "Eines der Dinge, die ich zu meiner aktiven Zeit am meisten gehasst habe, war, dass ehemalige Piloten und Journalisten mir kritische Kommentare zugetragen haben, die andere über mich gemacht hatten. In meinem Fall war das meistens mit David Coulthard so. Das war schrecklich."

Verstappen rüffelt Rosberg: Kein Charisma und nichts zu tun

Rosberg hatte vor der Sommerpause spekuliert, dass Hamilton im Vergleich mit Verstappen aufgrund seines zwölf Jahre höheren Alters Defizite aufweise. Nach dem Rennen in Spa bekam wiederum Verstappen die Kritik Rosbergs zu spüren. Dieser hatte nach der Startollision zwischen dem Niederländer und Kimi Räikkönen von einem zu aggressiven Verstappen, der wieder "der Alte" gewesen sei, gesprochen.

Verstappen hatte Rosberg daraufhin mit seinem einstigen Chef-Kritiker Jacques Villeneuve verglichen, der als Experte im Fahrerlager gerne mit provokanten Meinungen aus der Masse hervor sticht. "Er macht es sehr oft. Zu Beginn des Jahres hat er mich sogar als Narzisst bezeichnet. Das ist sehr extrem", so Verstappen im niederländischen De Telegraaf.

Der 21-Jährige warf Rosberg vor, mit seinen Kommentaren nur mehr Menschen auf seinen YouTube-Channel locken zu wollen. "Vielleicht will er auch Geld mit seinem YouTube-Kanal machen. Aber da wäre er besser dran, wenn er noch fahren würde. Denn da könnte er viel mehr Geld verdienen", ließ sich Verstappen eine Spitze gegen den nach seinem WM-Titel zurückgetretenen Rosberg nicht nehmen.

Darüber hinaus hatte er auch noch ein paar persönliche Worte für den ehemaligen Mercedes-Piloten übrig, auf den er menschlich offenbar keine großen Stücke hält. "Er hat kein Charisma und bekommt nirgends einen Job", so Verstappen scharfzüngig. "Aber hey, das ist auch sein Problem."

Hamilton lacht über Verstappen-Ansage

Hamilton amüsierte sich in Monza köstlich über die Giftpfeile des Red-Bull-Piloten. "Ich fand es echt witzig", so der fünfmalige Weltmeister. "Ich denke sowieso, dass Max ein lustiger Kerl ist. Ich habe mich totgelacht, als ich das gesehen habe." Eine wenig überraschende Reaktion, herrscht zwischen ihm und Rosberg doch seit Jahren Eiszeit.

Dessen neue Rolle findet Hamilton interessant: "Wir wissen alle, wie das ist. Alle Fahrer waren einmal hier und wissen, wie es ist, von der Öffentlichkeit kritisiert zu werden. Solange sie selbst im Sport sind, maulen sie darüber, von Leuten von außerhalb kritisiert zu werden. Und wenn diese Fahrer dann zurücktreten, werden sie selbst zu diesen Kritikern. Das ist eine spannende Dynamik."

Der Mercedes-Pilot, der 2019 auf dem Weg ist seinen sechsten Titel sicherzustellen, hatte für Rosberg aber auch noch eine Spitze übrig: "Einige dieser Fahrer werden leider irrelevant, wenn sie zurücktreten, und letztendlich müssen sie dann die Strahlkraft anderer Menschen ausnutzen, um selbst im Licht zu bleiben. Aber so läuft der Sport."


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