Formel 1

Formel 1, Verstappen verliert Ungarn-Sieg: Habe es kommen sehen

Max Verstappen verlor den Sieg beim Ungarn GP 2019 kurz vor Rennende. Warum der Red-Bull-Pilot so gelassen mit der Niederlage gegen Hamilton umgeht.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere ging Max Verstappen von Pole Position aus ins Rennen, doch Glück sollte ihm Startplatz eins beim Ungarn GP 2019 nicht bringen. Obwohl er die Führung am Start behaupten und sich über weite Teile des Rennens gegen Lewis Hamilton wehren konnte, wurde der Red-Bull-Pilot kurz vor Rennende vom Weltmeister überholt.

Verstappen nahm die späte Niederlage und Platz zwei auf dem Hungaroring gelassen: "Man sah es kommen, deshalb war es keine große Enttäuschung, als er mich überholt hat. Wir müssen realistisch sein, er war heute schneller. Ich hatte mehr Probleme mit dem Grip als er."

Verstappen: Im ersten Stint hatte Hamilton keine Chance

In gleich drei verschiedenen Rennphasen trafen Hamilton und Verstappen aufeinander. Im ersten Stint kam der Niederländer nie richtig unter Druck. "Da hatte er keine Chance, weil ich im letzten Sektor sehr stark war", erklärt Verstappen.

Als Verstappen in Runde 26 von Medium auf die Hard-Reifen wechselte, wartete Mercedes bei Hamilton sechs Runden bis zu dessen Boxenstopp. Dadurch verlor der Brite zunächst sechs Sekunden, die er allerdings schnell aufholen konnte. Diesmal musste sich Verstappen schon vehement gegen Hamilton verteidigen.

2 Runden, 6 Sekunden: Verstappen erklärt Hamilton rasante Aufholjagd

"Ich konnte im zweiten Sektor aufgrund von Verkehr nicht meine normale Linie fahren, dadurch hat er aufgeholt", so Verstappen. Nach einem Rad-an-Rad-Duell ging er jedoch wieder als Sieger hervor, Hamilton musste zurückstecken. "Weil er die Motor- und Bremsen-Temperatur runterbringen musste", glaubt der 21-Jährige. "Als das dann wieder okay war, ist er wieder rangekommen."

"Wenn er auf einem Stopp geblieben wäre, hätte ich ihn wohl hinter mir halten können", glaubt Verstappen. Doch in Runde 49 holte Mercedes Hamilton überraschend zu einem zweiten Stopp. Hamilton ging mit gut 20 Sekunden Rückstand auf die Spitze auf seinen Stint.

Verstappen: Zweiter Stopp nach Hamilton hätte keinen Sinn mehr ergeben

Red Bull war damit Schachmatt. "Es hätte keinen Sinn gemacht, nach Lewis zu stoppen, weil wir dann hinter ihm gewesen wären. Dann wäre das Rennen vorbei gewesen", erklärt Verstappen. Stattdessen versuchte er, seine harten Reifen über die Ziellinie zu retten.

Ein Versuch, der zum Scheitern verurteilt war. Während er zwischenzeitlich nur wenige Zehntel pro Runde auf Hamilton verlor, betrug der Unterschied am Ende teils deutlich mehr als eine Sekunde. "Mir sind dann irgendwann die Reifen komplett eingebrochen", berichtet Verstappen.

Verstappen: Kein Vorwurf an Red Bull, der hintere kann immer mehr riskieren

Einen Vorwurf mach der Niederländer seinem Team nicht: "Wenn du hinten bist, kannst du riskieren und auf zwei Stopps gehen. Im schlimmsten Fall bleibst du dahinter und wirst noch immer Zweiter. Im besten Fall klappt es."

Als Hamilton dann schon an Verstappen vorbei war, holte Red Bull seinen Nummer-Eins-Fahrer doch noch zum Stopp. Der Plan dahinter war klar: Verstappen sollte in den letzten Runden noch den Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde sichern, der Vorsprung auf Platz drei war groß genug.


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