Formel 1

Formel 1 Ungarn, Vettel trotz Last-Minute-Podium: Das schmerzt!

Sebastian Vettel luchst beim Formel-1-Rennen in Ungarn dank besserer Ferrari-Strategie Charles Leclerc das Podium ab. Im letzten Moment. Dennoch gefrustet.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Unverhofft kommt oft: Sebastian Vettel hat sich beim Ungarn GP 2019 im beinahe letzten Moment doch noch einen Platz auf dem Podium gesichert. In der vorletzten Runde des Formel-1-Rennens auf dem Hungaroring schnupfte der Ferrari-Pilot am Ende der Start-Ziel-Geraden Teamkollege Charles Leclerc auf. Innen drückte sich Vettel mit einem engen Rad-an-Rad-Manöver vorbei am Monegassen.

Für Vettel gleich der nächste, auch teaminterne, Befreiungsschlag nach seinem zweiten Platz zuvor in Hockenheim. Oder doch nicht? Wirklich begeistert von diesem späten Glanzakt zeigt sich der vierfache F1-Weltmeister nämlich nicht. "Ich war eben auf dem vierten Platz und hatte nichts zu verlieren", kommentiert Vettel ziemlich nüchtern. "Ich hatte eine Gelegenheit und habe sie einfach genutzt."

Ferrari fehlt in Ungarn eine Minute auf Hamilton

Warum sich Vettel selbst gar nicht so sehr dafür interessiert, wird jedoch schnell deutlich, blickt man nur einmal auf das Rennergebnis. Mehr als eine Minute nach Rennsieger Lewis Hamilton fuhr der Ferrari-Pilot in Ungarn über die Ziellinie. Keine Welt, eher ein Universum in der Formel 1. Und kein Zufallsprodukt. Den gesamten Ungarn GP über kam Ferrari nicht mit Hamilton und Verstappen mit.

Der Mercedes und der Red Bull umrundeten den nur 4,381 Kilometer kurzen Hungaroring fast eine Sekunde pro Runde schneller als die Ferrari - und zwar beide Ferrari. Auch Leclerc, bis Runde 69 eben noch Ferraris Speerspitze hielt nie besser mit dem Spitzenduo mit. Einzig wegen unterschiedlicher Rennstrategien hatte es im zweiten Stint durch einen großen Abstand zwischen den Ferrari-Piloten so ausgesehen. Zuvor allerdings war Vettel dem Youngster gefolgt wie ein Schatten.

Sebastian Vettel: Haben auf die Mütze bekommen, da schmerzt

"Wir konnten die Pace der anderen das ganze Wochenende nicht gehen. Da haben wir viel Arbeit vor uns", hadert Vettel deshalb. "Es hat nicht gereicht, wir haben heute eins auf die Mütze bekommen. Das schmerzt. Am Anfang haben wir nur Glück gehabt, dass Valtteri Probleme hatte und den Flügel verloren hat. Sonst hätte es mit dem Podium nicht geklappt", sagt Vettel.

Nicht geklappt hätte es jedoch auch mit der Leclerc-Strategie. Anders als Vettel war der Monegasse - wie das Gros des Spitzenfeldes - in der ersten Rennhälfte zum Wechsel von Medium auf Hard an die Box gekommen. Genauer gesagt in Runde 27. Vettel dagegen dehnte den ersten Stint aus, kam erst zwölf Runden später an die Box - und holte Soft statt Medium.

"Sebastian hat einen guten Job gemacht, wie er die Reifen im ersten Stint gemanagt hat, deshalb konnte er ihn ausdehnen, sodass er dann mit den Softs bis ins Ziel fahren konnte", lobt Teamchef Mattia Binotto.

Vettel auf anderer Strategie als Leclerc: Aufholjagd gelungen

Damit legte der Heppenheimer einen starken Schlussspurt hin - im Grunde ein Spiegelbild zu Hamilton vorne. Wie dem Briten fehlten Vettel nach seinem Stopp 20 Sekunden auf den Vorderman. Beide jagten mit weicheren Reifen, beide holten rasant auf, ohne den Pneu zu überstrapazieren. So konnte Vettel sich in Runde 69, auch dank DRS und einer Verstärkung des Effekts durch eine Überrundung, an Leclerc vorbeidrücken.

Doch so gut ausgeführt das auch war, Vettel interessiert sich dafür nicht. Richtiger Frust kommt deshalb nicht gleich auf. "Der Vorsprung [von Mercedes] verschwindet ja nicht in einem Rennen", weiß auch Vettel. "Wir hatten ja auch unsere Chancen auf Strecken, die uns gelegen haben. Diese hier liegt uns eben nicht. Aber schon Spa und Monza sollten uns dann besser liegen", sagt Vettel.

Vettel glaubt an Ferrari: Von uns kommt nach der Pause mehr

Doch bis dahin würden noch harte Wochen bevor stehen, Summer-Shutdown in der der Fabrik hin oder her. "Die Pause wird jetzt eine schwierige Zeit, weil wir ja stark zurückkommen wollen. Wir müssen jetzt die Akkus aufladen, dann geht der Kampf weiter", sagt Vettel.

Zumindest dafür hat Vettel kein Stück Zuversicht verloren. "Wir wissen nicht, was die anderen mit Updates und ihren Motoren machen, aber für uns sollte es besser aussehen", sagt Vettel. "Denn wir wissen, dass wir Reserven haben, die wir noch nutzen können. Und vielleicht haben wir ja noch eine Idee …"


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