Formel 1

Formel 1, Verstappen: Red-Bull-Experiment führte zu Drehern

Red Bull glänzte im Freitagstraining zum Ungarn GP mit Spitzenzeiten. Max Verstappen klagte im FP1 dennoch über seinen RB15. Problem? Im Gegenteil.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Haben Red Bull Racing und Max Verstappen in Ungarn wieder Siegchancen? Immerhin handelt es sich beim Niederländer um den Mann der Stunde in der Formel 1. Zwei Siege erzielte der WM-Dritter in den vergangenen drei Grands Prix der F1-Saison 2019. In Österreich war Mercedes jedoch durch Kühlungsprobleme geschwächt, in Hockenheim herrschte heilloses Chaos.

Komplett aus eigener Kraft gewinnen - sprich gegen einen Gegner auf Maximallevel - dieser Test steht für Red Bull also noch immer aus. Der Hungaroring könnte dazu eine Layout-bedingt ideale Gelegenheit liefern.

Training: Red Bull in Ungarn ganz vorne dabei

Die ersten Trainings am Freitag bestätigten diesen Eindruck. Im ersten Training fuhr Verstappen auf Hamilton-Level, im zweiten, wenngleich wegen Regen wenig aussagekräftigen, gelang Red Bull mit Pierre Gasly vor Verstappen sogar eine Doppelspitze.

Wie wahr ist dieses Bild? Hat Red Bull tatsächlich Chancen, in Ungarn aus eigener Kraft zu siegen? Ist das drin? "Im Rennspeed auf alle Fälle. Nur der Partymode kann uns Probleme machen", sagt Dr. Helmut Marko zu Motorsport-Magazin.com. "Generell sind wir endlich wieder knapp dran ... oder im zweiten Training ja sogar vorne, auch wenn der Gasly da auf einer anderen Reifenmischung war. Aber Max und Hamiltion waren ja auf einem Level."

Marko: Red Bull in Ungarn siegfähig - wenn Qualifying passt

Deshalb sei Red Bull durchaus zuversichtlich, so der Berater der Bullen. Einschränkung: "Wenn wir das Qualifying halbwegs ordentlich hinkriegen. Im Rennen ist es dann eine Reifenverschleiß-Sache." Und da kann man sich auf Verstappen verlassen? Oder doch nicht? Gleich zweimal hatte sich der Niederländer im ersten Training gedreht, sich daraufhin massiv am Funk beschwert.

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Ungarn GP: (09:19 Min.)

Aber alles gut, beruhigt Verstappen. "Wir haben da ein paar Dinge am Auto ausprobiert. Zuerst war ich im ersten Training happy. Aber mit diesen Tests war ich dann nicht so happy. Die Front war einfach richtig stark und ich habe so das Heck verloren", erklärt er seine beiden Pirouetten. "Ich denke aber, dass es wichtig ist, diese Dinge zu versuchen."

Max Verstappen erklärt Dreher, relativiert Balance-Ärger

Denn: "Im zweiten Training war mein Auto dann wieder gut balanciert. Wir scheinen konkurrenzfähig zu sein." Genau diesen Effekt bestätigt auch Marko. "Die Balance des Autos ist irrsinnig wichtig hier, da haben wir einen deutlichen Fortschritt gemacht", freut sich der Grazer. "Im ersten Training haben wir unsere Probleme gehabt, aber wir haben ja ein paar trockene Runden gehabt. Die haben ausgereicht, dass wir gesehen haben, dass das, was wir geändert haben, sich sehr positiv ausgewirkt hat."

Doch reicht das wirklich für ganz vorne? Verstappen zweifelt, aber nur leicht. "Ich erwarte Mercedes aber noch immer etwas vor uns, aber ich denke, dass es morgen interessant werden kann. Es ist schwer zu sagen, aber es ist eng - ziemlich eng."

Gasy & Verstappen: Mercedes wohl vorne, aber sehr knapp

Pierre Gasly erwartet Mercedes ebenfalls weiterhin sehr stark. "Die Hauptsache für uns ist aber, dass das erste Training stark war - und das zweite auch. Wir waren sowohl im Trockenen als auch im Nassen stark", sagt der Franzose. "Ich bin auf den paar Runden, die wir gefahren sind, soweit happy mit dem Auto gewesen."

Das habe jedoch offensichtlich auch für die silberne Konkurrenz gegolten. "Ich denke, dass Mercedes in beiden Trainings auch echt schnell war", sagt Gasly. "Bei Ferrari glaube ich nicht, dass sie ihre wahre Pace gezeigt haben. Aber wir wissen, dass sie im Qualifying da sein werden. Ich denke, es wird morgen ziemlich eng."


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