Formel 1

Formel 1 Hockenheim: Vettel bekennt sich zu Ferrari und F1

Zieht Sebastian Vettel den Stecker seiner Formel-1-Karriere? Seit Wochen ranken sich Spekulationen. In Hockenheim liefert Ferrari-Pilot klares Bekenntnis.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel geht bis in die Haarspitzen motiviert in sein Formel-1-Heimrennen. Kein Wunder nach dem Deutschland GP im Vorjahr: 2018 hatte Vettel seinen ersten Sieg in Hockenheim überhaupt immerhin unfassbar bitter verpasst, als er seinen Boliden in der Sachskurve durch einen kleinen Fehler mit großen Folgen wegwarf.

Ein einschneidender Moment. Wie verhext wirkt seitdem die F1 für den vierfachen Weltmeister. Bis auf einen Sieg in Spa kam nichts mehr viel zusammen. 2018 häuften sich erst die Fahrerfehler, dann stimmte 2019 plötzlich erst die Ferrari-Performance nicht während sich Vettel bis dato drei weitere klare, wenn nicht immer große, Patzer leistete (Bahrain, Kanada, Großbritannien).

Vettel: Will Job mit Ferrari hinbekommen

Zurück am Ort der augenscheinlichen Wurzel dieses Übels stemmt sich Vettel jedoch deutlich gegen zuletzt sogar längst gekeimte Spekulationen, der Deutsche werde eher früher als später den Helm an den Nagel hängen. "Die Motivation ist weiter hoch, den Job mit Ferrari hinzubekommen" bekannt Vettel damit auch zu Rückkehrgerüchten zu Red Bull Ferrari-rote Farbe.

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Deutschland GP: (8:04 Min.)

Auch das Fahren an sich bereite ihm nicht minder Spaß. "Diese Auto sind großartig", bekundet Vettel ein klares Bekenntnis zur Formel 1. Druck von Außen - egal von welche Stelle – wird Vettel jedenfalls kein Stück beeinflussen. "Den Druck, den ich mir selbst mache, ist größer als jeder externe Druck. Klar kann ich nicht happy sein, wenn Dinge daneben gehen", kommentiert Vettel die letzten Monate.

Vettel bis 40 in Formel 1? Kommt drauf an ...

"Die Hauptsache ist aber, dass wir insgesamt vorankommen. Wenn ich Fehler mache kann ich natürlich trotzdem nicht zufrieden sein. Aber da bin ich selbst mein bester Richter. Wie lang es insgesamt noch weitergehe - so lang wie beim jetzt fast 40-Jährigen Kimi Räikkönen etwa - vermag Vettel nicht zu sagen. "Das kommt auch darauf an, was dann 2021 mit den Regeländerungen passiert", sagt er nur.

"Außerdem hätte Kimi als er 32 war auf diese Frage sicher auch nicht geantwortet", ergänzt Vettel mit einem schelmischen Grisen zum in der Fahrer-PK in Hockenheim gleich neben ihm postierten Finnen.

Vettel: Gesamtbild stimmt ja, nur wichtiger letzter Schritt fehlt

Auf kurze Sicht wirkt Vettel der Formel 1, Ferrari und seiner Titelmission mit den Roten aber voll und ganz verschrieben. "Meine Mission oder mein Ziel - genau wie das des Teams - ist, zurück auf die Siegerstraße zu kommen", sagt Vettel. Damit zielt er in der gegenwärtigen Situation noch nicht einmal auf den Titel, sondern simple Siege. Die Fehlen Ferrari 2019 immerhin noch komplett. Vettel: "Wenn wir das dann machen, haben wir auch wieder viel bessere Chancen um die WM zu kämpfen."

Das sei dieses Jahr eben nicht so gut gelaufen. Doch stimme die Richtung insgesamt ja, betont Vettel. "Aber das interessiert eben nicht so sehr, wenn du gerade nicht da bist, wo du sein willst. In der Formel 1 sieht man nur den kurzfristigen Erfolg. Das ist auch okay. Uns fehlt einfach dieser letzte Schritt. Und das ist der Wichtigste."

Vettel interessiert sich nicht für Red-Bull-Duell: Darum geht's eh nicht

Nicht nur mit Blick auf das gesamte Ferrari-Projekt, sondern auch die Saison 2019 stimmt für Vettel die Richtung. "Ich denke, dass wir über die letzten Rennen jetzt ein ganz gutes Bild bekommen haben, was uns seit den Wintertests gefehlt hat. Da haben wir Fortschritte erzielt. Ganz da, wo wir sein wollen, sind wir aber noch nicht."

Und das sei eben nicht die Abwehr der zuletzt auftrumpfenden Red Bull. "Darum geht's eh nicht", winkt Vettel ab. "Das Ziel ist um Siege zu fahren, besser als Mercedes zu sein. Und die haben allen etwas voraus. Das ist ziemlich klar."

Vettel-Heimsieg in Hockenheim? Chance da, aber kleiner als 2018

Genau deshalb werde der erstrebte Heimsieg beim vorerst wohl letzten Deutschland GP ein hartes Stück Arbeit. "Letztes Jahr waren wir nah dran. Schauen wir, wie nah wir dieses Jahr kommen. Aber die Ausgangsposition ist dieses Jahr natürlich nicht so gut, auch wenn Quali- und Rennpace zuletzt besser wurden", meint Vettel. "Wir sind nicht die Favoriten. Aber ich fühle, dass wir eine Chance haben …"


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