Formel 1

Verstappen: Können ohne Manöver gegen Leclerc zuhause bleiben

Max Verstappen kann in seiner Attacke gegen Charles Leclerc bei der Formel 1 in Österreich keine Strafe sehen, versteht die Aufregung von Ferrari nicht.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen fährt in Österreich zum ersten Sieg der Formel-1-Saison. Zugleich ist es der erste Sieg für die Kombination Red Bull und Honda, und das erste Mal, dass Mercedes in der Formel-1-Saison 2019 besiegt wurde.

Aber der Sieg kommt mit Kontroverse: In den letzten Runden drückte sich ein schneller Verstappen mit einem robusten Manöver am führenden Ferrari von Charles Leclerc vorbei, und schob Leclerc dabei nach Rad-an-Rad-Kontakt von der Strecke.

Lecerc und Verstappen vertraten danach verschiedene Ansichten. Während auf der Ferrari-Seite Unmut herrschte, und man eine Strafe wollte, war für Verstappen schon die Vorstellung einer Strafe abstoßend.

Verstappen vor Strafe? Dann ab nach Hause

Klare Worte fand Verstappen sofort nach dem Rennen im Parc Ferme von Österreich: "Das ist hartes Racing. Sonst können wir gleich nach Hause gehen. Wenn das nicht mehr erlaubt ist, warum soll man überhaupt noch Formel 1 fahren?"

Verstappen hatte das Manöver schon eine Runde davor versucht. Beide Angriffe begannen ähnlich: Verstappen bremste sich innen neben Leclerc, die beiden fuhren nebeneinander in die Bergauf-Haarnadel von Kurve drei. Beim ersten Versuch ließ Verstappen außen Platz für Leclerc, und ermöglichte dem Ferrari-Piloten somit einen erfolgreichen Konter.

Leclerc und Verstappen sind in Österreich unterschiedlicher Ansicht - Foto: LAT Images

So war der Platz also nicht zu holen. "Beim zweiten Mal habe ich dann etwas tiefer in die Kurve hineingebremst", erklärt Verstappen danach. "So Mitte bis Ende der Kurve kam es dann zu einem kleinen Kontakt. Von meiner Seite ist das Racing. Da ist dann eine kleine Kuppe. Wenn du die falsch erwischst, geht dir irgendwann der Platz aus."

Hartes Racing, diese Worte wiederholt Verstappen nach dem Rennen in Österreich immer und immer wieder. Ferrari beschwört, dass mit den gegenwärtigen Regeln hier eine Strafe sein muss. Verstappens Antwort: "Das ist besser als hintereinander herfahren. Das wollen wir doch?"

Verstappen trotzt schlechtem Start: Auto hervorragend

Der Weg zum Sieg führte für Verstappen aber nicht nur über Leclerc. Er war zwar aus der ersten Reihe gestartet, hatte dann aber einen ganz schlechten Start erwischt. "Am Start bin ich im Anti-Stall angekommen, vielleicht haben wir die Kupplung etwas zu aggressiv eingestellt", erklärt er nach dem Rennen.

Dann begann er eine großartige Aufholjagd, holte sich auf dem Weg auch Valtteri Bottas. Vor allem, da Verstappen einen viel längeren ersten Stint auf den Medium-Reifen fuhr. Damit waren seine Hard-Reifen im zweiten Stint viel besser als die der Gegner.

"Nach dem Start dachte ich, dass das Rennen vorbei wäre", gibt Verstappen zu. "Aber ich habe einfach weiter gepusht. Auf dem ersten Reifensatz hatte ich einen ziemlich schlimmen Bremsplatten, trotzdem sind wir lange draußen geblieben. Nach dem Stopp waren wir dann richtig schnell. Dann haben wir mit den Reifen ein bisschen gewartet, und schließlich ein Auto nach dem anderen überholt."

Verstappen jubelt über ersten Sieg für Red Bull Honda

Und natürlich feierte mit Verstappen auch Honda den ersten Triumpf - trotz kurzem Schock: Als Verstappen Bottas attackierte, klagte er kurz über Leistungsverlust. Doch die Probleme stellten sich als nicht weiter schlimm heraus.

Verstappen und Honda jubeln in Österreich - Foto: LAT Images

"Es war ein Auspuff-Sensor, der zurückgesetzt werden musste", erklärte Teamchef Christian Horner danach bei RTL. "Ich habe Leistung verloren, und musste dann Änderungen machen", erklärt Verstappen. Damit war das Problem aber gleich aus der Welt geschafft.

Damit gibt es auch für Honda nach dem Rennen nur Lob von Verstappen: "Nach dem Stopp sind wir geflogen. Und wir hatten auch guten Speed auf der Geraden. Ich freue mich für das Team, und natürlich für Honda."


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