Formel 1

Formel 1, Ricciardo-Strafe für kuriosen Baku-Crash: Hatte Panik

Daniel Ricciardo baut im F1-Rennen in Baku einen irren Unfall mit Daniil Kvyat. Toro Rossos Rennen final ruiniert. Renault-Pilot kassiert Strafe für Spanien
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Baku-Nachwirkungen für Daniel Ricciardo: Als wäre ein selbstverschuldeter Ausfall beim Aserbaidschan GP 2019 nicht Strafe genug, kassiert der Renault-Pilot für das kommende Formel-1-Rennen in Spanien auch noch eine Strafversetzung um drei Positionen. Hinzu kommen noch zwei Strafpunkte für den Honeybadger.

Hintergrund ist eine kuriose Kollision mit dem Toro Rosso von Daniil Kvyat. Was passiert war: Zunächst hatte Ricciardo bereits ziemlich überambitioniert versucht, den Russen innen in die Linkskurve drei hinein zu überholen. Dabei war der Australier nicht nur gewohnt spät, sondern viel zu spät auf der Bremse.

Ricciardo crasht im Rückwärtsgang in Kvyat

Die Folge: Ricciardo schoss geradewegs in den Notausgang. Kvyat auf der Außenbahn wurde so der Weg abgeschnitten. Der Russe ging weit, bekam die Kurve nicht mehr und kam zum Stillstand. Bis dahin schon ein unnötiger Vorfall, aber kein strafwürdiger. Gekracht hatte es nämlich nicht.

Entsprechend setzte es die Strafe auch für etwas anders: Noch vor Kvyat setzte Ricciardo zurück und knallte dem unmittelbar dahinter stehenden Toro Rosso im Rückwärtsgang in die Kiste. Zunächst konnten beide Unfallgegner weiterfahren, mussten kurz darauf jedoch aufgrund zu großer Beschädigungen abstellen.

Unfall als Gnadenstoß für Toro Rosso

Besonders bitter war das für Toro Rosso. Renault präsentierte sich in Baku ohnehin völlig außer Form, Hülkenberg landete ohne Zwischenfall nur auf P14. "Ich hatte heute keine Antwort und nichts anzubieten. Ich hatte das Gefühl, so gut gefahren zu sein, wie ich konnte. Vielleicht war es eines dieser mysteriösen Wochenenden, die einfach passieren. Wir haben auf jeden Fall einiges, was wir uns anschauen müssen", sagt der Emmericher.

Ganz anders Toro Rosso, die nach einem starken Qualifying eigentlich mit Punkten rechnen durften. Doch nach einem frühen Mauerkuss von Alexander Albon gab so nun Ricciardo dem Team aus Faenza den Rest.

"Wir hatten das Potential für einen Punkt oder auch zwei", ärgert sich auf der anderen Seite Kvyat umso mehr. "Aber auf zum nächsten Rennen. Ich bin sicher, dass unsere Zeit kommen wird." Völlig überschäumend vor Wut war der Russe also nicht. "Sowas kann passieren", sagt Kvyat.

Kvyat an Ricciardo: Ich kauf' dir mal neue Rückspiegel

"Aber er hätte da vielleicht mehr Geduld haben müssen. Er wird aber sicher daraus lernen", sagt er im TV-Interview über seinen ehemaligen Teamkollegen aus gemeinsamen Zeiten bei Red Bull Racing. Gerade als Ricciardo selbst vorbeispaziert. "Als ich den Rückwärtsgang gefunden habe, habe ich ihn direkt eingelegt ohne noch zu schauen. Als ich es dann gemerkt habe, war es schon zu spät", schildert der Australier Kvyat die Szene. Der scherzt zurück: "Ich kauf' dir mal einen neuen Rückspiegel!"

Es folgt ein Schulterklopfen. Alles ist gut. Ein Problem gebe es nicht zwischen ihnen, bekräftigt Kvyat gleich noch einmal. "Es war sehr nett von ihm, dass er sich gleich entschuldigt hat. Das muss ich ihm, lassen. Er hat den Fehler anerkannt", sagt Kvyat. "Wir machen also einfach weiter, ich habe kein persönliches Problem mit ihm. Wir kennen uns sowieso gut, waren ja mal Teamkollegen.

Ricciardo schob Panik: Notfall!

Ricciardo selbst unterdessen ging mit sich selbst hart ins Gericht. "Natürlich fühle ich mich ziemlich schlecht mit dem, was da passiert ist. ich kann mir da nur selbst die Schuld geben", so Ricciardo. Damit zielt er zunächst auf das viel zu ambitionierte Manöver. "Ich habe eine Lücke gesehen und dachte, es mal versuchen zu können. Es ist immer sehr eng in Kurve drei. Ich dachte ich könnte es schaffen, aber dann hat es angefangen zu blockieren und ich habe die Kurve verpasst", schildert er.

Sein Rangiermanöver jedoch hält er rückblickend für noch weniger vorzeigbar. "Ich hatte keine Ahnung, dass er hinter mir sein könnte. Ich dachte, ich wäre sehr weit weg von der Strecke und wollte wenig Zeit verlieren, also habe ich schnell den Rückwärtsgang eingelegt und wollte dann nach Autos auf der Strecke schauen", berichtet Ricciardo.

RIC: Dummer Fehler, fühle mich ganz klein

"Ich denke das war eine Spur von Notfall und auch etwas Panik. Ich wollte da einfach den Schaden minimieren und so wenig Zeit wie möglich verlieren", erklärt er seine Unachtsamkeit. "Diese Notlage hat mich davon abgehalten, zu schauen. Es tut mir echt leid für das Team und für Dany. Das ist nicht cool. Ich fühle mich gerade sehr klein. Es war einfach ein dummer Fehler in Panik."


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