Formel 1

Formel 1, Baku-Qualifying: Bottas holt Pole, Ferrari geht K.o.

Mercedes-Überraschung in Baku. Valtteri Bottas vor Lewis Hamilton auf der Pole Position. Ferrari durch Leclerc-Crash geschwächt. Sebastian Vettel Dritter.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Valtteri Bottas hat sich für das Formel-1-Rennen in Baku am Sonntag die Pole Position gesichert. Der Mercedes-Pilot setzte sich hauchdünn gegen Weltmeister Lewis Hamilton durch. Für ihn ist es die zweite Pole der Saison und die achte seiner Karriere. Ferrari erlebte nach einem Unfall von Charles Leclerc im Q2 eine Enttäuschung. Für Sebastian Vettel reichte es nach den dominanten Trainings der Scuderia lediglich für Position drei.

Verstappen eröffnete das Q3 auf dem Baku City Circuit. Der schnellste Fahrer des Q2 konnte seinen Platz an der Sonne aber nicht behaupten. Hamilton stand nach den ersten Runs an der Spitze. Der amtierende Weltmeister nahm dem Red-Bull-Piloten über sieben Zehntel ab. Vettel und Bottas büßten auf den Positionen zwei und drei knapp über vier Zehntel auf Hamilton ein.

Während alle anderen Piloten nach einer fliegenden Runde an die Box zurückkehrten, wurde Verstappen von Red Bull auf einen zweiten Schuss angesetzt. Die Taktik ging auf. Der 21-Jährige schob sich wieder vor Vettel und Bottas an die zweite Position. Zwei Minuten vor Schluss verließen die anderen Piloten für ihren finalen Run die Box.

Das Mercedes-Duo stellte sich am Boxenausgang auf und ließ das gesamte Feld vorbei. Auf dem 6,003 Kilometer langen Kurs brach daraufhin die Rush Hour aus. Vettel ging zuerst auf seine letzte fliegende Runde. Der viermalige Weltmeister legte im ersten Sektor eine absolute Bestzeit vor. Mit neun Hundertsteln Rückstand gelang es ihm am Ende aber nicht, Hamiltons Bestzeit zu knacken.

Die Silberpfeil-Piloten verbesserten ebenfalls beide noch einmal ihre Zeiten. Hamilton wurde ein schwacher erster Sektor zum Verhängnis. Bottas sicherte sich mit einer halben Zehntel Vorsprung die zweite Pole Position in Folge. Vettel und Verstappen starten am Sonntag aus Reihe zwei. Im Mittefeld setzte sich Baku-Spezialist Sergio Perez als Fünfter durch.

Die Top-10 komplettieren Kvyat, Norris, Giovinazzi, Räikkönen und Leclerc. Letzterer rutscht durch die Gridstrafe für Giovinazzi in der Startaufstellung noch einen Platz auf und wird trotz seines folgenschweren Fehlers von Platz neun ins Rennen gehen.

Qualifying - Session 3
Zwischenfälle: -
Top-5: Bottas, Hamilton, Vettel, Verstappen, Perez

Q2 in Baku: Leclerc-Unfall bringt Ferrari in die Bredouille

Das war Q2: Um 17:50 Uhr Ortszeit und damit fast eine halbe Stunde später als geplant schaltete die Ampel für das Q2 auf Grün. Erneut verloren die Teams keine Zeit. Sainz war als erster auf der Strecke, gefolgt vom Rest des Feldes. Lediglich Gasly und die beiden Alfa Romeo warteten ab. Bis auf Ferrari setzten erneut alle Teams auf Soft. Leclerc und Vettel probierten es auf ihrem ersten Run auf Medium, um das Rennen auf dem härteren Reifen zu starten.

Die Strategie der Italiener ging nicht auf. Leclerc landete mit seiner ersten Runde auf Platz fünf, hinter Verstappen, Bottas, Hamilton und Perez. Auf die Bestzeit fehlten ihm sechs Zehntel. Vettel büßte auf Platz elf fast zwei Sekunden ein. Bei Alfa Romeo leistete der mit einer Gridstrafe belegte Giovinazzi seinem Teamkollegen Schützenhilfe. Dank Windschatten auf der Start- und Zielgeraden kam Räikkönen bis auf sechs Zehntel an die Bestzeit heran. Das bedeutete für den Moment Platz sechs.

Wenige Sekunden später zeigte das Fernsehbild erneut Schrott in Kurve acht. Leclerc hatte seinen Ferrari an derselben Stelle wie wenige Minuten zuvor Kubica in die Barriere gestopft. Anders als der Pole hatte er jedoch nicht die Mauer am Scheitelpunkt touchiert. Leclerc war auf seiner zweiten fliegenden Runde mit Medium am Kurveneingang schlichtweg zu schnell. Er verbremste sich, ging weit und schlug ein.

Mit knapp acht Minuten auf der Uhr musste die Session für die Aufräum- und Reparaturarbeiten erneut unterbrochen werden. Um 18:25 Uhr Ortszeit ging das Qualifying weiter. Doch statt des erwarteten Sturms auf die Strecke ließen sich die Teams verhältnismäßig lange Zeit. Die erste Minute verstrich ohne Action, erst dann schickte Ferrari mit Vettel ein Auto raus. Mit den Experimenten war bei der Scuderia Schluss. Statt Medium gab es für Vettel Soft.

Der erste Schuss auf dem weichen Reifen war noch kein Ruhepolster. Vettel war trotz Soft noch zwei Zehntel langsamer als Leclerc, was lediglich Position sieben bedeutete. Mit noch zwei Minuten auf der Uhr lagen Ricciardo, Albon, Magnussen, Giovinazzi und Gasly außerhalb der Top-10 und damit in der K.o.-Zone.

Verstappen verzichtete auf einen finalen Run. Vettels zweiter Schuss reichte immerhin für Position fünf, die Mercedes-Piloten blieben ohne Verbesserungen hinter Verstappen auf den Rängen zwei und drei. Perez löste als Vierter sein Ticket für das Q3. Leclerc blieb auf Platz sechs. Räikkönen, Norris, Kvyat und Giovinazzi komplettierten die Top-10.

Qualifying - Session 2
Zwischenfälle: Leclerc pushte zu hart und landete in Turn acht in der Wand
ausgeschieden: Sainz, Ricciardo, Albon, Magnussen, Gasly
Top-5: Verstappen, Bottas, Hamilton, Perez, Vettel

Q1 in Baku: Gasly mit Bestzeit, Kubica crasht hart

Das war Q1: Die Piloten ließen sich zu Beginn des Qualifyings nicht lange bitten. Nach den ersten Kandidaten aus dem Mittelfeld verließen auch die Piloten von Ferrari und Mercedes umgehend ihre Garagen. Auf dem 6,003 Kilometer langen Baku City Circuit wollte niemand Zeit verlieren. Nach drei Minuten war bis auf die Red Bull das gesamte Feld unterwegs. Alle Piloten setzten im ersten Segment auf Soft.

Hamilton und Stroll sorgten gleich auf ihren Eröffnungsruns für die ersten Fahrfehler in der 18-minütigen Session. Der Weltmeister verbremste sich in Turn 3 und musste im Notausgang wenden. Stroll touchierte ausgangs Kurve zwei leicht die Mauer, kam aber ungeschoren davon. Hülkenberg segelte ebenfalls in Kurve drei in die Auslaufzone.

Der erste Schlagabtausch ging an Vettel, der hauchdünn vor Bottas die Bestzeit markierte. Kurz darauf schob sich der Finne für einen Moment an die Spitze, nur um dann von Leclerc verdrängt zu werden. Der Monegasse nahm ihm sechs Zehntel ab. Hinter Vettel lag nach den ersten Versuchen Giovinazzi im Alfa Romeo, gefolgt von Albon, Gasly und Kvyat. Hamilton war nach den ersten zehn Minuten nur 14, Verstappen lediglich Zwölfter.

Fünf Minuten vor Schluss schob sich Gasly im Red Bull an die Spitze. Der Franzose landete dank üppigem Windschatten von Stroll knapp eine Zehntel vor Leclerc. Als einziger Pilot noch ohne Runde war vor dem Beginn der heißen Phase Nico Hülkenberg. Der Renault-Pilot schob sich mit seinem ersten Versuch auf Platz 16 vor, wodurch er es nicht aus den K.o.-Rängen schaffte. Ebenfalls gefährdet waren Ricciardo, Grosjean, Russell und Kubica.

Hamilton verbesserte sich rechtzeitig und übernahm Platz drei, Verstappen fand ebenfalls eine saubere Runde. Mit absoluter Bestzeit im Mittelsektor reihte sich der Niederländer hinter Hamilton ein. Bottas und Vettel kamen auf den Rängen sechs und sieben durch. Im Kampf um die letzten Plätze für das Q2 verdrängte Ricciardo in den letzten Sekunden Stroll. Der Kanadier schied wie Grosjean, Hülkenberg, Russell und Kubica aus.

Letzterer sorgte auf seinem letzten Run für den ersten großen Schreckmoment des Zeittrainings. Auf der Jagd nach einer Verbesserung pushte Kubica eingangs Kurve acht zu hart, touchierte innen die Mauer und schlug daraufhin heftig in der Barriere ein. Die Front des Williams wurde vollständig zerstört, Kubica kam unverletzt davon. Der Beginn des Q2 verzögerte sich durch die Bergungs- und Reparaturarbeiten.

Qualifying - Session 1
Zwischenfälle: Kubica schlug nach einem Fahrfehler in Kurve acht in die Barriere ein
ausgeschieden: Stroll, Grosjean, Hülkenberg, Russell, Kubica
Top-5: Gasly, Leclerc, Hamilton, Verstappen, Sainz

Das Wetter: Wie schon in den Trainings schien über Baku im Qualifying die Sonne. Die Außentemperatur betrug zu Beginn 16 Grad Celsius, der Asphalt lag bei 32 Grad Celsius. Durch die zwei langen Unterbrechungen kühlte es sich jedoch zunehmend ab. Im Q3 hatte der Asphalt nur noch 26 Grad Celsius.


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