Formel 1

Formel 1, Hamilton pessimistisch: Rückstand auf Ferrari zu groß

Ferrari hatte Mercedes in den Formel-1-Trainings in Baku klar im Griff. Weltmeister Lewis Hamilton sieht für das Qualifying schwarz. Ferrari zu schnell.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Weltmeister Lewis Hamilton hat nach den Formel-1-Trainings in Baku wenig Hoffnung für das Qualifying. Der Mercedes-Pilot verlor am Freitag über eine halbe Sekunde auf die Ferrari-Bestzeit von Charles Leclerc. Teamkollege Valtteri Bottas verlor sogar noch mehr den Anschluss. Gibt es am Samstag die zweite Ferrari-Klatsche nach Bahrain?

"Es ist unwahrscheinlich, dass wir über Nacht sieben Zehntel finden werden", hat Hamilton wenig Hoffnung, dass sein Team das Ruder für das Qualifying noch einmal herumreißen kann. In China hatte Mercedes der Scuderia bereits am Freitag den Schneid abgekauft, nachdem man den Gegner vor dem Wochenende noch mit Nachdruck in die Favoritenrolle gepresst hatte.

In Aserbaidschan läuft es anders. Charles Leclerc und Sebastian Vettel machten die Bestzeit im einzigen Training nach dem Gullydeckel-Chaos unter sich aus. Am Ende fehlten Hamilton sechs Zehntelsekunden, Bottas musste sich als Fünfter sogar noch hinter Max Verstappen im Red Bull anstellen. Der Finne büßte fünf Zehntel auf den Teamkollegen ein.

Bottas fehlt Baku-Rhythmus

Dass Bottas sich schwer tat, wurde schnell ersichtlich. Gleich zu Beginn der Session segelte er zweimal in den Notausgang. Einmal verbremste er sich in Kurve eins, dann in Kurve zwei. Später in der Session war er auch in Turn 3 einmal neben der Strecke.

"Ich bin mit meinen Runden nicht ganz zufrieden, aber in Baku ist es immer etwas knifflig, den richtigen Rhythmus zu finden", sagt der Zweitplatzierte der Weltmeisterschaft. Die mit nur 16 Grad Celsius Außentemperatur kühlen Bedingungen bereiteten ihm Probleme:"Es war heute nicht einfach, den Medium-Reifen auf Temperatur zu bringen."

Hamilton hingegen hatte ein gutes Gefühl auf seiner Angststrecke, auf der er in den vergangenen Jahren stets seine Schwierigkeiten hatte. "Ich fühlte mich gut auf der Strecke und viel wohler im Auto als vor einem Jahr", so der fünfmalige Champion. Im Vorjahr staubte er kurz vor Schluss den Sieg ab, als Bottas in Führung liegend von einem Reifenschaden gestoppt wurde.

Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem Aserbaidschan GP: (06:57 Min.)

Mercedes hofft auf Longrun-Pace

Der Mercedes-Sieg im Vorjahr war aber nicht nur deshalb ein Überraschung. Im Qualifying hatte Ferrari mit Sebastian Vettel auf der Pole Position die Oberhand behalten. Und auch diesmal sieht es so aus, als ob die Roten auf einer Runde schneller sind. "Ferrari ist hier sehr schnell und es sieht so aus, als ob sie uns ein ganzes Stück voraus sind", meint Hamilton.

Trotz des beträchtlichen Rückstandes hat Mercedes noch einen Grund zur Hoffnung. "Unsere Longrun-Pace sah etwas stärker aus als die der Shortruns. Jetzt müssen wir herausfinden, woran das liegt", so Hamilton. Bottas setzt darauf, dass sich die Temperaturprobleme aussortieren lassen.

"Die Kurvengeschwindigkeiten werden im Laufe des Wochenendes steigen, wenn sich die Strecke immer weiter verbessert. Dann sollten wir morgen etwas mehr Energie in die Reifen bekommen", hofft der 29-Jährige.


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