Formel 1

Formel 1 und Ferrari-Debüt: Jetzt spricht Mick Schumacher

Mick Schumacher absolvierte im Ferrari seinen ersten echten Formel-1-Test. Warum ihm Vettel half und warum die Formel 1 noch auf ihn warten muss.
von Christian Menath

Mick Schumacher war die Freude nach seinem ersten Formel-1-Test sichtlich ins Gesicht geschrieben. "Es ist unbeschreiblich, man muss es probiert haben", sagte er am Dienstagabend in Bahrain strahlend. "Ich habe es zu 110 Prozent genossen und lächle noch immer ein bisschen."

"Das Anbremsen, der gesamte Grip, die komplette Kurve, das Auto marschiert aus den Kurven heraus richtig gut - es macht richtig viel Spaß", so Schumacher. "Aber es muss auch Respekt da sein", erklärte er. "Wenn der nicht da ist, wird es mit über 1.000 PS gefährlich."

Schumacher absolvierte an seinem ersten Tag hinter dem Steuer eines Formel-1-Boliden fehlerfreie 54 Runden und damit etwas weniger als eine Renndistanz. Der Regen machte ihm einen Strich durch die Rechnung. "Aber das ist Part of the Business", gab er sich verständnisvoll.

Schumacher fährt Bestzeit auf C5-Reifen

Körperlich bereitete ihm der Test also keine Probleme. "Ich war sehr gut darauf vorbereitet, auch physisch und habe mich ja auch schon auf die Formel-2-Saison vorbereitet", erklärte der 20-Jährige. Auch der große Rummel um seine Person konnte ihm nichts anhaben: "Sobald der Helm drauf und das Visier runtergeklappt ist, liegt der volle Fokus auf dem Fahren."

Nachdem er sich vor der langen Regenunterbrechung einschoss und sich langsam verbesserte, brannte er am Ende der Session Bestzeiten in den überraschend kühlen Asphalt. Sekunden vor dem Schluss schnappte ihm Max Verstappen die Tagesbestzeit aber noch vor der Nase weg. Ärgerlich? "Nein, Max hat schon so viel Erfahrung und da ist es schon etwas, mit ihm verglichen zu werden", sagte er zu Motorsport-Magazin.com.

Im Gegensatz zu Verstappen fuhr Schumacher seine Bestzeit auf den weichsten Pirelli-Reifen. Schumacher hatte die C5-Pneus aufgeschnallt, Verstappen begnügte sich zwei Mischungen weicher mit C3. Waren das Qualifying-Simulationen? "Wir haben unser Programm durchgezogen", meint Schumacher nur.

Schumacher: Vettel war hilfreich

Emotional war der Test nicht nur weil Mick Schumachers Vater Michael Schumacher selbst von 1996 bis 2006 für die Scuderia fuhr und in dieser Ära die Geschichtsbücher der Formel 1 umschrieb. Während Michael Schumacher so etwas wie Sebastian Vettels Mentor wurde, nimmt Vettel nun selbst die Rolle bei Mick Schumacher ein.

Bei der FIA-Gala am Ende der Saison 2018 feierten Mick Schumacher und Vettel gemeinsam. Am Sonntag fuhr Vettel noch im Ferrari, den Schumacher am Dienstag testete. Am Mittwoch übernimmt Vettel selbst das Auto wieder.

"Er war sehr hilfreich, wir haben viel darüber gesprochen", sagte Schumacher über Vettel. "Jeder Tipp, den ich von irgendjemandem bekommen kann, ist gut. Ich versuche ihn zu nutzen und wenn er funktioniert, behalte ich ihn und wenn nicht, probiere ich etwas anderes. Er [Vettel] war sehr hilfreich."

Formel 1: Erst wenn ich kompletter Rennfahrer bin

Ferrari ging es beim Test in erster Linie darum, das Auto weiterzuentwickeln. Auch für Schumacher ging es beim Test um etwas: "Man lernt so viel in einem Formel-1-Auto. Es ist so komplex und durch die Gespräche lerne ich so viel, das ich auch in der Formel 2 nutzen kann."

Eilig hat er es mit dem Aufstieg in die Königsklasse des Motorsports nicht: "Ich fahre gerade mein erstes Jahr in der Formel 2. Man muss sehen, wie es läuft. Ich will erst in die Formel 1, wenn ich ein kompletter Rennfahrer bin. Ich will nichts überstürzen."

Am Mittwoch geht das Formel-1-Abenteuer für Mick Schumacher weiter. Am letzten Tag der Young-Driver-Tests in Bahrain darf er im Alfa Platz nehmen. "Ich freue mich genauso auf den Test mit Alfa wie auf den mit Ferrari", stellte Schumacher klar. "Ich will alles mitnehmen und es genießen."


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