Formel 1

Formel 1 im TV: So lief das Sky-Comeback mit Ralf Schumacher

Sky überträgt 2019 wieder die Formel 1 im Pay-TV. Motorsport-Magazin.com-Chefredakteur Stephan Heublein analysiert das Comeback mit Experte Ralf Schumacher.
von Stephan Heublein

Motorsport-Magazin.com - Sky ist zurück! Nach einem Jahr Formel-1-Pause mischt Sky Deutschland in dieser Saison wieder in der Königsklasse mit. Die Entscheidung fiel erst kurz vor dem Saisonstart, die Übertragungen gingen jedoch ohne größere Schwierigkeiten über die Bühne.

Die Rolle des Kommentators blieb unverändert. Sascha Roos führte gewohnt durch die Rennen, übernahm dabei jedoch eine erweiterte Rolle. Neben seiner Funktion als Kommentator war er auch als Moderator im kurzen Vorlauf vor den Trainings, dem Qualifying sowie dem Rennen und im Nachspann bzw. der Analyse im Einsatz.

F1-Rost war ihm nicht anzuspüren, jedoch fehlte vor allem in den drei Freien Trainings die gewohnte Stimme des früheren Co-Kommentators und Experten Marc Surer, der mittlerweile für das Schweizer Fernsehen tätig ist.

Im Qualifying und Rennen erhielt Einzelkämpfer Roos Unterstützung von Ex-F1-Fahrer Ralf Schumacher. Entsprechend kurzweiliger fielen diese beiden Sessions aus. Der verbale Doppelpass zwischen den beiden funktionierte für den ersten gemeinsamen Auftritt schon recht gut.

Ralf Schumacher zeigte sich engagiert, erkannte verschiedene Strategien, gab auch einmal eine Fehleinschätzung zu und brachte mehr Abwechslung in den Kommentar. Angesichts seines F1-Backgrounds nahm man ihm seine Aussagen auch ab.

Für die Versorgung mit Interviews sorgte Sky-Moderatorin Sandra Baumgartner direkt aus dem Fahrerlager in Melbourne. Ihre Auftritte beschränkten sich jedoch auf kurze Einblendungen und Interviews mit Fahrern, Verantwortlichen oder Sky UK Experten wie Ex-Champion Damon Hill.

Sandra Baumgartner berichtete aus dem Fahrerlager in Melbourne - Foto: Sky Deutschland

Die Sendungen wurden von Roos aus der Kommentatorenkabine in München getragen. Dieses Sendekonzept hatte mit der späten Entscheidung zu tun: Neben Baumgartner war nur ein weiterer Mitarbeiter von Sky Deutschland in Australien vor Ort. Der musste sich dabei um vieles alleine kümmern, was bei anderen TV-Sendern ein ganzes Team übernimmt.

Hinzukamen einige wenige zusätzliche Intervieweinspieler von den britischen Sky-Kollegen. Auch diese waren Sky-Zuschauern so schon aus der Vergangenheit bekannt. Ein Bruch im Fluss der Sendung entstand dabei nie.

Alles in allem überzeugte das Sky-Comeback, gerade angesichts der begrenzten Ressourcen für den kurzfristigen Einstieg. Ralf Schumacher bringt frischen Wind in die Übertragungen und wird sich im Laufe der Saison sicher noch weiter steigern und je nach Situationen einbringen können.

Bei den Interviews und Eindrücken von vor Ort gibt es noch Verbesserungsspielraum. Auf das Niveau früherer Sky-Jahre oder der UK-Kollegen wird es Sky Deutschland aufgrund der beschränkten Ressourcen aber so schnell wohl nicht bringen.

Nichtsdestotrotz stand dem Genuss der Formel 1 werbefrei, in UHD und von der ersten Session am Freitag bis zur Zieldurchfahrt am Sonntag nichts im Wege. Ob Sky Deutschland in Zukunft wieder mehr Ressourcen für die Formel 1 zur Verfügung stellt, ist übrigens noch unklar. Bis zum Start der Europa-Saison in Spanien wird es wohl nicht viele Änderungen geben.


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