Formel 1

Niki Lauda wieder im Krankenhaus: Doch keine Lungenentzündung

Wieder große Sorge um Niki Lauda: Die Formel-1-Legende muss erneut ins Krankenhaus. Leichte Entwarnung: Doch keine Lungenentzündung.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Niki Lauda wieder auf der Intensivstation des Wiener AKH liegt. Die Formel-1-Legende befand sich nach einer Lungentransplantation auf dem Weg der Besserung, musste aber zu Beginn des Jahres ihren Familien-Urlaub auf Ibiza abbrechen und zurück nach Österreich fliegen.

Nach ersten Berichten des Portals Ö24 soll Lauda wegen einer Lungenentzündung, ausgelöst durch eine Grippe-Erkrankung, in Behanldung sein. Lauda habe sich bei seiner Frau Birgit angesteckt. Laudas behandelnder Arzt, Thoraxchirurg Walter Klepetko, sagte nun aber gegenüber dem Kurier, dass es sich um "keinen klassischen Infekt", handle. "Es ist mehr als eine Erkältung", so Klepetko. Um eine Lungenentzündung handle es sich aber nicht.

"Um das Risiko zu verringern, dass das transplantierte Organ vom eigenen Körper abgestoßen wird, müssen die Patienten sogenannte Immunsuppressiva einnehmen", erklärt Arzt Tobias Pohl. "Dadurch wird das Abwehrsystem des Körpers heruntergefahren, wodurch er gleichzeitig anfälliger für Infektionen ist."

Lauda-Arzt: Er hat alles richtig gemacht

Für 'normale' Patienten relativ harmlose Erkrankungen, können bei Transplantations-Patienten deshalb einen schwerwiegenderen Verlauf nehmen. "Mit dem transplantierten Organ an sich hat das aber nichts zu tun", so Pohl. Die Lunge funktioniere "sehr gut", bestätigt Klepetko.

"Es geht ihm so wie jedem mit Grippe", sagt Klepetko. "Er hat sich nicht übernommen, er hat alles richtig gemacht. Ein gewisses Risiko bleibt aber in so einem Fall immer." Lebensgefahr habe zu keiner Zeit bestanden.

Besonders bitter ist der Rückschlag, weil sich Lauda gerade erst wieder zurückgekämpft hatte. Nach Monaten fernab jeglicher Öffentlichkeit meldete sich Lauda zum Formel-1-Saisonfinale 2018 in Abu Dhabi erstmals mit einer Videobotschaft zurück. Anschließend gab er sogar erste Interviews.

"Ich bin jeden Tag sechs Stunden lang mit der Rehabilitation beschäftigt", erzählte Lauda der Gazzetta dello Sport. "Zwei Trainer helfen mir, die lassen mich keinen Moment allein. [...] In einem Monat, sagen sie, sollte ich wieder komplett fit sein. Bereit, wieder zu starten."

Nun die Lungenentzündung und neue Sorge um den dreimaligen Formel-1-Weltmeister. Zumindest die Unterstützung von außen reißt nicht ab. Bei der WM-Feier zog die gesamte Mercerdes-Belegschaft in den Fabriken in Brackley und Brixworth eine rote Kappe vor dem Österreicher.

"Niki, du hättest uns wahrscheinlich gesagt, dass wir heute nicht so verdammt emotional sein sollten", sagte Freund und Kollege Toto Wolff damals. "Aber ich glaube, dass ich für uns alle spreche, wenn ich sage, dass wir dich vermissen und wir uns sehr darauf freuen, dich bald wiederzusehen."

Besonders rührte Lauda aber ein Brief von Sebastian Vettel. "Selbst mit der Hand geschrieben, voll mit Glückwünschen, damit habe ich nicht gerechnet", so Lauda. "Normal machen Fahrer solche Sachen nicht, die fahren einfach. Aber er ist eine wundervolle Person."

In der ursprünglichen Version des Textes hieß es, Lauda wäre wegen einer Lungenentzündung in Behandlung. Der Text stützte sich auf den zitierten Medienbericht. Weil sich der behandelnde Arzt später konträr äußerte, wurde der Artikel angepasst.


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