Formel 1

Formel 1, Sauber vs. Force India: Die WM wird noch einmal eng

Der Kampf um Platz 7 in der Team-WM der Formel 1 ist noch nicht entschieden, Sauber jagt Force India. So kann Sauber in Abu Dhabi P7 in der WM holen.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Alles ist in der Formel-1-Saison 2018 noch nicht entschieden: Force India versucht in Abu Dhabi noch Platz sieben in der Team-WM mit einem Vorsprung von sechs Punkte über die Ziellinie zu retten. Aber von hinten macht Sauber mächtig Druck. Ein Formhoch zum Saisonende hat die Schweizer in die perfekte Position gebracht, um sich den Platz und damit einiges an Preisgeld zu holen.

Im Qualifying von Abu Dhabi stellte sich Sauber dafür gleich einmal gut auf: Charles Leclerc eroberte Startplatz acht. Ob es aber reicht, das ist die andere Frage. Denn der beste Force India folgt nur einen Platz dahinter, Esteban Ocon fuhr auf Platz neun. Für Sonntag heißt es also Bühne frei für eines der letzten Duelle der Saison 2018.

Platz 7 in der Formel-1-WM: Wie schafft es Sauber?

Vor dem Abu-Dhabi-GP am Sonntag fehlen Sauber noch sechs Punkte auf Force India. Einfach gesagt müssen sie sieben Punkte mehr einfahren, um Platz sieben in der Konstrukteurs-WM zu holen. Das realistischste Szenario für Sauber wäre ein siebter Platz von Charles Leclerc für sechs Punkte, und zusätzlich noch Punkte durch den von Startplatz zwölf kommenden Marcus Ericsson. Da muss Force India aber mitspielen, und keine Punkte machen.

Dank eines fünften Platzes von Sergio Perez in Belgien hat Force India außerdem den Vorteil im Falle der Punktegleichheit inne. Bei einem Unentschieden gehört die WM-Position nämlich dem Team mit dem besten Einzelergebnis.

Sauber in Abu Dhabi: Bessere Ausgangsposition

Wo steht Sauber nun an diesem Wochenende? Eindeutig ist die Lage im Formel-1-Mittelfeld in Abu Dhabi nicht. Romain Grosjean fuhr im Qualifying vorne weg, dann reihten sich schon die beiden WM-Kontrahenten Sauber und Force India ein.

Charles Leclerc ist Saubers Hoffnung auf ein starkes Punkteergebnis. Von Platz acht kommend muss er zwar auf alten Hypersoft starten, aber Sauber sah in den Trainings sehr solide aus. Außerdem hat Leclerc in den vergangenen Rennen bereits hervorragendes Reifen-Management gezeigt. Allen voran beim Mexiko-GP, bei dem er wie jetzt in Abu Dhabi auf alten Hypersoft-Reifen starten musste. Dort kam er auf Platz sieben ins Ziel. Zuletzt in Brasilien führte er sogar das Mittelfeld an. Ein guter Start, wie er sie in der Saison 2018 schon öfter hinlegte, könnte ihn auch gleich an Grosjean vorbeibringen.

Am Start in Mexiko zeigte Charles Leclerc hervorragendes Reifen-Management - Foto: Sutton

Leclerc kann aber den Sauber-Angriff nur schwer alleine stemmen. Er braucht Hilfe von Marcus Ericsson. Der hat als Zwölfter den Vorteil der freien Reifenwahl, und ist trotzdem schon sehr nahe an den Punkten dran. Von hier aus ist er in bester Position, um zuzuschlagen, wenn die Hypersoft-Fahrer Hülkenberg und Ocon vor ihm Probleme bekommen sollten.

Ericsson gibt sich nach dem Qualifying zuversichtlich: "Das Fahren fühlte sich gut an, und ich habe mich durch die Session hindurch verbessert. Das waren ein paar gute Runden, mit denen bin ich sehr zufrieden. Meine Startposition ist gut, mit freier Reifenwahl. Wir haben eine gute Chance, morgen weitere Punkte zu holen."

Force India in Abu Dhabi: In der WM vorne, auf der Strecke hinten?

Force Indias Qualifying-Ergebnis von Abu Dhabi ist nicht ganz so stark wie das von Sauber. Esteban Ocon schaffte es zwar in die Top 10, aber er steht eine Reihe hinter Leclerc. Damit steht er auch nur eine Reihe vor Sainz und Ericsson, den ersten Fahrern mit freier Reifenwahl.

"Morgen geht eine Gefahr von den Autos außerhalb der Top 10 aus", ist sich Ocon des Problems bewusst. "Es wird schwierig, aber interessant." Die typische Hypersoft-Strategie am Start ist die Flucht nach vorne. Theoretisch sollte die weichste Pirelli-Mischung beim Losfahren besseren Grip bieten.

Esteban Ocon startet in Abu Dhabi aus den Top 10 - aber nur knapp - Foto: Sutton

Danach gilt es, die Position so lange wie möglich zu halten, den Stopp hinauszuzögern, und sich dann auf einer 1-Stopp-Strategie ans Ende zu kämpfen. Doch die Hypersoft-Reifen sind in Abu Dhabi fragil - und heiße Temperaturen beim Rennstart werden sie noch stärker beanspruchen. Wer zu früh stoppt, kämpft dann für den Rest des Rennens mit den Reifen.

Perez nach Qualifying nur auf 14: Punkte schwer

Der zweite Force-India-Pilot Sergio Perez hat es schwer, für Ocon Schützenhilfe zu leisten. Nur Startplatz 14 für den Mexikaner, der kein gutes Qualifying erlebte. "Es war ein schlechtes Wochenende, was die Performance angeht, und wir haben noch immer Probleme mit dem Auto, die wir noch nicht lösen konnten", erklärt Perez.

Ericsson in der Reihe vor ihm rechnet sich dank neuer Reifen Punkte-Chancen aus. Perez dahinter ist nicht so zuversichtlich: "Hoffentlich läuft die Geschichte dank der freien Reifenwahl am Start anders. Ich ziele auf Punkte ab, aber von Platz 14 kommend wird das nicht einfach werden." Wenn Perez nicht gut startet, und Ocon auf alten Hypersoft zum leichten Opfer wird, dann macht Force India schnell einmal gar keine Punkte.

Nach dem Qualifying ist der Kampf um Platz sieben also ausgeglichen. Sauber mit der besseren Position auf der Strecke, Force India aber mit dem kleinen Punktevorsprung. Das kann ein enger Sonntag werden.


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