Formel 1

Formel 1, Hamilton: Silverstone wie Nordschleife, Ferrari-Angst

Lewis Hamilton sprüht nach dem Großbritannien Training vor Begeisterung: Nordschleifen-Feeling in Silverstone. Doch sportlich fürchtet Mercedes Ferrari.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton findet sich im Freien Training zu seinem Heimrennen in Großbritannien in ungewohnter Rolle wieder: Im FP2 ausnahmsweise an einem Freitag mal hinter Sebastian Vettel im Ferrari. Dennoch ist der Formel-1-Weltmeister nach den ersten beiden Sessions in Silverstone bester Laune. Doch das nicht, weil er mit seiner 1:27.487 Minuten im ersten Training sogar schon schneller gewesen war als Vettel am Nachmittag.

Vielmehr ist Hamilton Feuer und Flamme für den Silverstone Circuit anno 2018, sprich mit dem neuen Asphalt, den Bodenwellen und auch den in England völlig ungewohnt heißen Bedingungen. "Die Strecke ist so schnell wie noch nie zuvor. Wir fahren mit Vollgas durch Copse, Kurve eins und Kurve zwei - und das mit DRS. Das ist einfach wahnsinnig schnell. Je schneller die Strecke wird, desto besser ist es. Das muss einfach die beste Strecke auf der Welt sein. Es fühlt sich an, als ob man in einem Kampfjet um die Strecke fährt", jubelt Hamilton.

Lewis Hamilton: Silverstone 2018 wird richtig anstrengend

"Der Kurs weist aber auch mehr Bodenwellen auf als jeder andere auf dem ich bisher gefahren bin. Es ist wie auf der Nordschleife! Bei den Geschwindigkeiten, die wir heutzutage fahren, und den G-Kräften, die auf uns einwirken, wird das wohl das anstrengendste Rennen des Jahres", schwärmt Hamilton. Ja, schwärmt. Bei einem Lewis Hamilton ist das alles andere als Kritik. Der Brite ist bekanntlich kein Freund topfebener Asphaltbänder oder zu leichter Aufgaben. Dennoch sei der Job der Bauarbeiter kein guter gewesen. "Die Leute, die damit beauftragt wurden, haben den schlechtesten Job ever gemacht. Da müssen sie jemand besseren holen. Ich weiß nicht, wie man da so einen schlechten Job beim Asphaltieren machen kann."

Leicht wird die Aufgabe für den Silverstone-Seriensieger (zuletzt vier Mal in Folge erfolgreich beim Heimrennen) allerdings auch sportlich nicht. Nach der starken Ferrari-Vorstellung am Freitag fürchtet Hamilton plötzlich selbst in seinem Wohnzimmer die Scuderia. "Es wird ein extrem enges Wochenende. Ferrari ist richtig schnell. Uns erwartet ein harter Kampf", mahnt Hamilton. Doch auch das freut den Briten - für seine Landsleute an der Strecke: "Das ist fantastisch für die Fans und ich hoffe, dass wir es durchziehen können."

Silverstone: Mercedes fürchtet sich vor Ferrari

Nicht nur Hamilton sieht die Roten im Mercedes-Lager als extrem gefährlichen Gegner. "Sollte vor dem Wochenende jemand geglaubt haben, dass dies eine Spazierfahrt für uns wird, dann wurde er heute eines Besseren belehrt. An der Spitze sieht es verdammt eng aus zwischen Ferrari und uns - sowohl auf den Long Runs als auch auf kürzeren Versuchen. Uns erwartet ein harter Kampf und wir müssen mit den Reifen auf einer sehr anspruchsvollen Strecke bei hohen Temperaturen richtig umgehen", sagt auch Technikchef James Allison.

"Ferrari sieht richtig konkurrenzfähig aus, aber ich erwarte, dass wir morgen noch mehr Performance nachlegen können. Es wird jedoch extrem eng zugehen", ergänzt Valtteri Bottas. Wie Hamilton spricht auch der Finne von deutlichen Streckenveränderung, zeigt sich aber vor allem froh, im Mercedes dennoch nicht darunter zu leiden. "Der neue Asphalt bietet mehr Grip, ist gleichzeitig aber auch sehr wellig. Zum Glück scheint das unsere Performance nicht zu beeinflussen, nur die schnellen Kurven 9 oder 13 sind dadurch etwas kniffliger", berichtet Bottas.

"Es ist aber kein großes Problem, da wir durch den neuen Asphalt mehr Haftung haben. Wir haben die weichen Reifen heute ordentlich zum Arbeiten gebracht. Aber als die Streckentemperatur 50 Grad überstiegen hat, hatten wir ein paar Schwierigkeiten mit Überhitzung", klagt Bottas. "Und wir erwarten ähnliche Bedingungen für den Samstag und den Sonntag …" Ein größeres Problem für Mercedes als bei der Konkurrenz. Offenbar nicht. Allison: "Soweit wir es sehen können, ist das Fahrverhalten unseres Autos ordentlich. Wenn wir die richtigen Entscheidungen treffen, haben wir damit sowohl morgen als auch am Sonntag alle Chancen."

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