Formel 1

F1, Haas erlebt turbulente Trainings: Normaler Tag im Büro

Bei Haas war am Freitag der Formel 1 in Silverstone alles beim Alten: Grosjean flog ab, Magnussen geriet mit Alonso aneinander. Zumindest die Pace stimmt.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Österreich-Sensation war für das Formel-1-Team von Haas am Freitag in Silverstone schnell wieder Geschichte. Das Team erlebte mit oder wohl eher wegen seiner Piloten Romain Grosjean und Kevin Magnussen beim Trainingsauftakt ins Rennwochenende wieder den üblichen Wahnsinn. Vom etwas unrunden Freitag zog die Truppe dann aber doch ein positives Fazit, denn in Sachen Performance ist der VF-18 in Silverstone voll bei der Musik.

"Nach einem Resultat wie zuletzt kannst du das nächste Rennen natürlich kaum abwarten. Aber jetzt war es wieder ein normaler Tag im Büro: Beim einem Auto müssen wir das Chassis wechseln und beim anderen ist der Fahrer gerade bei den Stewards", sorgte Teamchef Günther Steiner in der Pressekonferenz für Erheiterung bei den anwesenden Journalisten.

Grosjean hatte im ersten Training zwar als Siebter erfolgreich an seine Spielberg-Performance angeknüpft und das Kommando im Mittelfeld übernommen, war gleichzeitig aber in alte Muster zurückgefallen und hatte seinen Haas nach einem DRS-Fauxpas in Turn 1 in der Wand versenkt. "Ich habe das DRS auf dieser Runde etwas zu spät geschlossen. Der Luftstrom hat sich nicht schnell genug stabilisiert und ich hatte hinten keinen Anpressdruck mehr", beschrieb er den Zwischenfall.

Obwohl der Einschlag nicht sonderlich heftig war, konnte Grosjean in der Folge nicht am zweiten Training teilnehmen. "Das Vorderrad wurde ins Chassis gedrückt und hat einen Teil davon zerstört. Es war einfacher das ganze Chassis zu wechseln anstatt zu versuchen, den Schaden zu reparieren", erklärte Grosjean gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Grosjean wiegelt ab: Silverstone-Crash kein Rückschlag

Die Erkenntnis für die Haas-Piloten: Die Kurven eins und zwei gehen mit ihrem Auto nicht mit offenem DRS. "Ich habe es einmal versucht und wäre fast wie Romain geendet", so Magnussen zu Motorsport-Magazin.com. Grosjeans Fazit fiel nach dem Unfall wenig überraschend folgendermaßen aus: "Für uns unmöglich. Wir sollten gar nicht erst daran denken."

Woran der Franzose ebenfalls nicht denken wollte, war diesen Zwischenfall als Fortsetzung seiner in Österreich unterbrochenen Pleitenserie zu werten. "Ich weiß wozu ich in der Lage bin und wozu das Team in der Lage ist. Klar, heute war es nicht ideal. Aber lass uns am Sonntag nochmal reden, wenn wir uns vielleicht davon erholt und einen tollen Job gemacht haben", so der 32-Jährige.

Grosjean erwartet nicht, dass die fehlende Trainingszeit aus dem FP2 sich für ihn negativ auswirken wird: "Ich habe Kevin bei seinem Programm über die Schulter geschaut und versucht zu verstehen, was wir an meinem Auto ändern können um besser zu werden. Die heißen Streckentemperaturen sind für alle eine interessante Angelegenheit. Aber unsere Pace war gut und das Auto hat sich gut angefühlt. Es sollte in Ordnung sein."

Magnussen kämpft mit den Reifen - und mit Alonso

Magnussen gelang es am Nachmittag nicht, an die Performance von Grosjean im FP1 anzuknüpfen. Als Zwölfter war er auch im Mittelfeld nur Mittelmaß. "Es ist nicht einfach, vor allem weil die Strecke immer noch sehr wellig ist, eigentlich genau wie letztes Jahr", so der Däne. "Der neue Asphalt hat nicht wirklich geholfen."

Seine im zweiten Training aufgestellte persönliche Bestzeit war immer noch drei Zehntel langsamer als die von Grosjean im FP1. Wie schon in Österreich scheint Magnussen mit dem VF-18 in Silverstone nicht so gut zurechtzukommen wie der Teamkollege. "Die Reifen hier ans Arbeiten zu bekommen ist der Knackpunkt. Mit dem neuen Asphalt ist es sogar noch schwieriger geworden."

Mehr als mit seinen Rundenzeiten fiel Magnussen am Freitag mit seinem Verhalten auf der Strecke auf. In der Vormittagssession geriet er mit Fernando Alonso aneinander, was ihm den von Steiner angesprochenen Besuch bei der Rennleitung einbrachte. K-MAG erklärte jedoch, dass die Situation eher ein Kommunikationsproblem als ein Zwist war. "Das war wieder so ein Fall, dass ihm im Funk etwas falsch mitgeteilt wurde. Er wusste nicht, dass ich auf einer fliegenden Runde war. Sie haben es ihm im Funk falsch gesagt."


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