Formel 1

Formel 1, Hamilton holt wichtige Pole: Runde war nur 'so lala'

Lewis Hamilton holte in Frankreich eine wichtige Pole im WM-Kampf gegen Sebastian Vettel. Euphorie? Fehlanzeige. Er erlebte schon aufregendere Qualifyings.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton lieferte mit seiner Pole für das achte Rennen der Formel-1-Saison 2018 in Frankreich die beste Antwort auf die schwache Vorstellung vor zwei Wochen in Kanada. Der Mercedes-Pilot ließ trotz seines Comebacks an der Spitze etwas Euphorie missen. Teamkollege Valtteri Bottas hingegen war nach Platz zwei vor allem eines: Dankbar für die Arbeit in Brixworth.

"Das Q3 war nicht spektakulär. Q1 und Q2 waren gut, aber Q3 war so lala", fiel das Fazit Hamiltons angesichts seines Etappenerfolges im WM-Kampf gegen Ferrari-Pilot Sebastian Vettel nicht sonderlich berauschend aus. Der Brite hatte sich seine dritten Pole in dieser Saison, welche gleichbedeutend mit der 75. seiner Karriere ist, erst im letzten Moment von Bottas zurückgeholt.

Beiden Mercedes-Piloten gelang im Gegensatz zu Vettel im letzten Run noch eine Verbesserung. Beim ersten Anlauf waren sie zwar auch schon schneller als der Ferrari-Fahrer, doch im letzten Sektor ließen beide Zeit liegen. Eine Schwäche des F1 W09? "Ich hatte ein bisschen Verkehr mit Grosjean, das war alles", erklärt Hamilton auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com beim Mercedes-Duo.

Fremdverschulden also beim Weltmeister. Bei Bottas hingegen war der Zeitverlust hausgemacht. "Ich hatte einen Verbremser in Kurve zwölf. Das hat etwas Zeit gekostet", so die Antwort des Finnen, der im zweiten Run zunächst sieben Hundertstel schneller als Hamilton und auf Polekurs war. "Du kannst dir aber nie sicher sein, wenn du weißt, dass Lewis noch seine Runde beendet", so der 28-Jährige, dem am Ende eine Zehntel auf die Pole fehlte.

Bottas: Mercedes brauchte Motorenupgrade für Kampf gegen Ferrari

Bottas ging allerdings auch mit einem Defizit ins Zeittraining. Während das gesamte Feld unter dem Regen bei der Generalprobe im 3. Freien Training litt, hatte er schon am Freitag Nachholbedarf. "Mir hat etwas Streckenzeit aus dem FP2 gefehlt", bezieht er sich auf das Wasserleck, das ihm die halbe Session am Freitagnachmittag gekostet hatte.

"Als es ins Qualifying ging war ich immer noch dabei, diese Zeit aufzuarbeiten. Am Ende war es in Ordnung, aber nicht perfekt", konstatiert er. Nachdem Bottas zuletzt die Pole hauchdünn an Vettel verloren hatte, wusste er, wem er den Teamerfolg gegen Ferrari zu verdanken hatte. "Wir haben es definitiv gebraucht", sagt er über das Motorenupgrade von Mercedes. "Es hätte uns in Montreal geholfen, aber hier stehen wir nun in der ersten Reihe. Das ist gut."

Hamilton wiederum wollte diesem Puzzleteil nicht zu viel Bedeutung beimessen. "Es war für mich keine Erlösung, sondern der einzige Weg für uns. Die Schritte fallen bei den Upgrades heutzutage so gering aus. Ich bin sehr glücklich mit der Arbeit, aber das ist nicht der alleinige Grund, weshalb wir hier in der ersten Reihe stehen", so der 33-Jährige.

Die besten Frankreich-Momente: Brawn und Prost erinnern sich: (03:08 Min.)

Mercedes-Strategie und Regen setzen Fragezeichen hinter Rennenausgang

In Anbetracht der bisherigen Leistung von Mercedes in Le Castellet riecht es oberflächlich betrachtet nach einem Alleingang der Silbernen am Rennsonntag. Zwei Faktoren bringen jedoch Würze in den Kampf gegen Ferrari. Sowohl Hamilton als auch Bottas starten am Sonntag auf Supersoft, während die rote Konkurrenz auf Ultrasoft unterwegs ist.

"Wir glauben natürlich, dass es das Beste für unser Auto ist. Deshalb haben wir entschieden, uns auf Supersoft zu qualifizieren", so Bottas, für den diese Strategie selbst aber noch eine kleine Wundertüte ist. "Wir haben aber nur sehr begrenzte Longrun-Daten und die Temperaturen werden zudem niedriger sein als in den Trainings."

Der zweite Faktor ist das Wetter. Nachdem die Formel 1 am Samstag dem Regen im Qualifying gerade so entkam, ist für den Sonntag abermals eine Regenwahrscheinlichkeit von bis zu 50 Prozent vorhergesagt. Sollte das Nass von oben eintreten, würde es die Piloten vor eine unbekannte Herausforderung stellen - das verregnete FP3 nutzte nämlich niemand für ausgiebige Runs.

"Ich weiß nicht wie die Linien dann sind", so Hamilton. "Wir haben hier heute nur gesehen, wie hoch das Wasser steht. Das wäre sicherlich schwierig." Bottas hingegen kann zumindest auf begrenzte Erfahrungswerte zurückgreifen. "Ich habe hier ein paar Regentests gemacht, wenn auch auf einem anderen Layout. Das Grip-Level ist in Ordnung, aber das stehende Wasser kann ein Problem werden.


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