Formel 1

Formel 1: Alonso nach McLaren-Desaster traurig und frustriert

McLaren erlebte in Kanada die nächste große Pleite in der Formel-1-Saison 2018. Fernando Alonso wollte am liebsten gar nicht über das Rennen sprechen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - "Le Mans?" Fernando Alonso wollte nach seinem zweiten Ausfall in Folge am liebsten gar nicht über den Grand Prix von Kanada 2018 sprechen. Der McLaren-Pilot sah an seinem 300. Rennwochenende in der Formel 1 wie schon zwei Wochen zuvor in Monaco nicht die Zielflagge. Ein technischer Defekt kostete abermals wichtige Punkte im Kampf gegen Renault. Auch Teamkollege Stoffel Vandoorne ging erneut leer aus.

"Ich fliege jetzt nach Le Mans und morgen steht dort eine weitere neue Erfahrung für mich an. Hoffentlich wird es ein gutes Rennen für uns, denn wir führen nach unserem Sieg in Spa-Francorchamps ja auch die WEC an", erzählte Alonso zunächst mit einem Schmunzeln weiter drauf los, um sich dann doch zum völlig misslungenen Kanada-Wochenende zu äußern.

"Es ist traurig und frustrierend. Ich bin von diesem Resultat enttäuscht", so der Spanier, der mit seinem McLaren zu keinem Zeitpunkt wirklich Land sah. "Wir waren dieses Wochenende nicht konkurrenzfähig." Dabei war Alonso wieder einmal drauf und dran der schwachen Performance seines Autos zu trotzen.

Alonso nach zweitem Ausfall in Folge zerknirscht

"Das Rennen hat am Anfang noch Spaß gemacht, besonders nach dem Restart als ich drei Autos in zwei Kurven überholt habe", erklärte Alonso, der von Platz 14 gestartet war und sich beim Durcheinander nach der Berührung zwischen Carlos Sainz und Sergio Perez nicht zweimal bitten ließ, einen großen Schritt in Richtung WM-Punkte zu machen.

Nach 40 Runden musste Alonso seine Hoffnungen jedoch in aussichtsreicher Position liegend begraben. "Zur Rennmitte spürte ich einen Leistungsverlust und sie wiesen mich an, das Auto abzustellen", so der 36-Jährige der auf Platz zehn liegend die Box ansteuerte. Zum zweiten Mal nach Monaco verlor das Team ein mögliches Punkteresultat aufgrund eines Defekts.

"Wir mussten in Monaco als Siebter abstellen und hier als Zehnter. Wir haben also in den letzten beiden Rennen Punkte verloren", klagte Alonso, dessen Team in der Konstrukteurs-WM erneut viele Punkte auf Renault verlor. Der große Konkurrent im Kampf um Platz vier bei den Herstellern holte mit Hülkenberg und Sainz die Plätze sieben und acht. In der Gesamtwertung fehlen McLaren mittlerweile schon 16 Zähler auf die Franzosen.

Kurz nach Rennhalbzeit war für Fernando Alonso in Montreal Feierabend - Foto: Sutton

Alonso mahnt: McLaren muss Zuverlässigkeit zurückgewinnen

"Die Zuverlässigkeit ist auch sehr wichtig. Wir haben am Anfang des Jahres gesehen, wie viele Punkte wir geholt haben", so Alonso, der sich in den ersten Saisonrennen mit einem kugelsicher erscheinenden McLaren noch auf der Sonnenseite befand, während die Konkurrenz Punkte liegen ließ. Der Montreal-Ausfall war außerdem auf ein von den Testfahrten bekanntes Problem zurückzuführen.

"Das Team hat ein Problem mit dem Auspuff gefunden", sagte Alonso, der auf Nachwehen gerne verzichten kann. "Hoffentlich ist die Power Unit für das nächste Rennen in Frankreich gerettet. Das ist das Wichtigste." Wenn McLaren vor der Sommerpause nicht völlig den Anschluss an Renault verlieren will, muss das Team schnellstens zur alten Form zurückkehren. "Wir müssen wieder die Zuverlässigkeit vom Jahresbeginn haben", fordert Alonso.

Vandoorne schon nach Runde eins K.o.

Teamkollege Stoffel Vandoorne sah wie in Monaco zwar im Gegensatz zum Teamkollegen die Zielflagge, für ein zählbares Resultat reichte es allerdings abermals nicht. Schon am Start war das Rennen des Belgiers mehr oder weniger im Eimer. "Ich kam gut weg, es war unmöglich den ganzen Wrackteilen vom Unfall (zwischen Lance Stroll und Brendon Hartley, Anm. d. Red.) auszuweichen", erklärte Vandoorne.

Der Boxenstopp am Ende der ersten Runde unter Safety Car mutete zunächst wie ein Strategie-Gamble McLarens an. Tatsächlich musste Vandoorne stoppen. "Wir hatten vorne rechts einen Plattfuß. Außerdem steckte ein großes Wrackteil unter dem Auto fest, deshalb waren wir zum Stopp gezwungen. Unser Rennen war vorbei, bevor es überhaupt angefangen hatte."

Für Vandoorne besonders bitter, war er in Kanada doch in Sachen Pace näher an Alonso dran als je zuvor in dieser Saison. Im Qualifying erhöhte der Spanier zwar zum 7:0, doch mit nur neun Tausendstel Rückstand war Vandoorne diesmal verdammt nah dran. "Für mich persönlich war es sehr positiv was die Fortschritte in den letzten paar Rennen angeht", so der 25-Jährige.

McLaren hakt Kanada ab: Tag zum Vergessen

McLarens Racing Director Eric Boullier suchte nach dem Desaster nach versöhnlichen Worten. "Heute war ein Tag zum Vergessen und nach vorne schauen für McLaren", so der Franzose. "Es ist wichtig uns jetzt wieder aufzurichten und unseren Fokus auf die Rückkehr nach Europa zu legen und die drei Back-to-Back-Rennen. Mit harter Arbeit und etwas mehr Glück hoffen wir, dass es sich wieder zu unseren Gunsten wenden wird."


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