Formel 1

Formel 1, Alonso trotzt Debakel: Alles noch besser als 2017

McLaren landete in Kanada mit dem Q2-Aus und Riesenrückstand auf Renault auf dem harten Boden der Realität. Fernando Alonso ist's dennoch lieber als 2017.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - McLaren landete im Qualifying für den Kanada GP 2018 abermals auf dem harten Boden der Realität. Nach dem Aufschwung in Barcelona und Monaco war für Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne wieder einmal im Q2 Schluss. Der Abstand zu den anderen Mittelfeldteams war dabei beträchtlich. Alonso beteuert dennoch, dass der McLaren des Jahrgangs 2018 ihn glücklicher als sein Vorgänger macht.

"Letztes Jahr gab es an unserem Auto ein paar starke Punkte und einige Schwächen. Dieses Jahr geht es um andere Dinge, ein paar sind gut und ein paar müssen wir sicherlich noch verbessern", erklärt der Spanier auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com, inwiefern sich McLaren angesichts der schwachen Ergebnisse weiterentwickelt hat.

"Ich bevorzuge dieses Jahr. Letztes Jahr hatten wir als wir hierher kamen null Punkte. Jetzt kämpfen wir um den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM", fügt er an. Inwiefern McLaren am Rennsonntag in Montreal um diesen vierten Platz kämpfen kann, ist fraglich. Auf den großen Rivalen Renault fehlte im Q2 sage und schreibe eine Sekunde.

Schwache Performance für Vandoorne "bizarr"

"Wir waren überhaupt nicht konkurrenzfähig. Das ist etwas bizarr", zeigt sich Vandoore über den Rückstand verwundert. "In den Trainings haben wir uns ziemlich konkurrenzfähig gefühlt und das Auto verhielt sich gut", so Alonso. "Wir waren vor dem Qualifying zuversichtlich aber hatten dann leider nicht die Pace."

Andererseits war es so, dass McLaren Montreal ohnehin schon im Voraus als Achillesferse identifiziert hatte. "Wir waren besorgt, denn diese Art von Kurven, langen Geraden und harten Bremszonen sind für unser Paket nicht das Beste", so der Spanier. McLarens Racing Director Eric Boullier geht was das angeht ins Detail.

"Unser Auto hat seine Schwächen, darunter fällt schlechter Grip in Lowspeed-Kurven und hier gibt es nur diese langsamen Kurven. Die schnellen und mittelschnellen Kurven hier gehen mit gerade einmal 140 km/h. Wir wussten, dass es hier schwierig werden würde", so der Franzose. Um die Defizite zu kompensieren musste McLaren beim Setup einen Weg gehen, der dem Team besonders weh tut. "

Formel 1 2018: Vorteil durch Motor-Upgrades in Kanada?: (07:06 Min.)

McLaren zu radikalem Setup gezwungen

Wir mussten mehr Flügel fahren. Das bedeutet mehr Luftwiderstand. Der beste Kompromiss ist für uns also mehr Anpressdruck und dadurch mehr Drag, was für uns sehr schlecht ist." Eine nachvollziehbare Begründung, schließlich war der MCL33 bei der Topspeed-Messung aufgrund seines hohen Luftwiderstandes in diesem Jahr sowieso immer weit hinten zu finden.

Während Alonso und Vandoorne am Sonntag von den Positionen 14 und 15 ins Rennen gehen, beginnt Renault das Rennen mit beiden Autos in den Top-10 und damit gleich auf Punktekurs. Alonso ist jedoch zuversichtlich, dass es für McLaren wie schon so oft in diesem Jahr auch von weiter hinten mit WM-Punkten klappt.

"Wir haben in jedem Rennen Punkte geholt bis auf Monaco, wo wir auf Platz sieben ausgefallen sind. Ich denke, wir können am Sonntag wieder Punkte holen und das könnte unser achtes Rennen in Folge sein. Dann können wir das Wochenende mit einem besseren Gefühl beenden", so der zweimalige Champion, der in Kanada sein 300. GP-Wochenende bestreitet.


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