Formel 1

Formel 1: McLaren holt sich Finanzspritze von Rennfahrer-Vater

Die McLaren Group hat einen neuen Shareholder. Michael Latifi, Vater von Force-India-Testfahrer Nicholas Latifi, kauft sich im großen Stil in Woking ein.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die McLaren Group hat einen neuen Anteilseigner für sich gewonnen. Wie das Unternehmen schon am 14. Mai bekanntgab, hat der kanadische Geschäftsmann Michael Latifi mit seiner Firma Nidala (BVI) Limited Anteile an der McLaren Group erstanden, welche sowohl McLaren Automotive, McLaren Applied Technologies als auch McLaren Racing unter ihrem Dach vereint.

"Ich bin schon seit einiger Zeit ein großer Bewunderer der McLaren-Marke und ihrer Geschäfte gewesen", wird der Milliardär in der Presseaussendung McLarens zitiert. Der Name Latifi ist in der Formel 1 nicht unbekannt. Michael Latifis Sohn Nicholas bewegt sich seit 2017 im Dunstkreis der Königsklasse. Vergangene Saison kaufte er sich als Testfahrer bei Renault ein, mittlerweile hat er diese Position bei Force India inne.

Latifi besitzt mit der Sofina Foods Inc. die drittgrößte Lebensmittelmarke Kanadas. Insgesamt soll er mit seiner auf den Britischen Jungferninseln registrierten Firma über 200 Millionen Euro in die McLaren Group pumpen, was einem Äquivalent von 888.135 Anteilen entspricht. Der Betrag soll innerhalb der kommenden zwölf Monate in Woking eingehen.

Neben Mansour Ojjeh aus Saudi-Arabien, der bereits seit 1981 Shareholder ist, sowie der 2010 beigetretenen bahrainischen Mumtalakat Holding, ist Latifi damit der dritte Anteilseigner der McLaren Group. "Diese Kapitalspritze ist ein Vertrauensbekenntnis in unsere zukünftige Strategie", so McLarens CEO Scheich Mohammed bin Essa Al Khalifa.

"Unsere Gruppe bleibt so fokussiert wie immer in ihrer Ausrichtung auf Wachstum. Wir sind erfreut, dass sich Michael Latifi der McLaren-Familie angeschlossen hat." Der Zusammenschluss weist nicht nur wegen derselben Nationalität viele Gemeinsamkeiten mit dem von Lawrence Stroll und Williams auf - obwohl McLaren stets beteuert hatte, nicht denselben Weg wie der einst ebenso erfolgreiche Erzrivale gehen zu wollen.

Latifi: McLaren-Investment nicht für Rennfahrer-Karriere des Sohns

Laut Latifi soll ein Transfer seines Sohnes nach Woking aber nicht der Grund des Engagements sein. "McLaren ist eine einzigartige Organisation im Automobilbereich, dem Rennsport und der Technologie, mit einem interessanten langfristigen Wachstumspotenzial. Deshalb habe ich diese Investition getätigt", wird er zitiert.

Nicholas Latifi saß zuletzt bei den offiziellen Testfahrten in Barcelona im Force-India-Cockpit. Neben seiner Rolle als Testfahrer beim zuletzt erfolgreichsten Team im Mittelfeld, bestreitet der 22-Jährige dieses Jahr seine dritte volle Saison in der Formel 2. Nach sechs Rennen belegt er in der Gesamtwertung den neunten Platz.

Nicholas Latifi tauchte 2017 mit Renault erstmals in der Formel 1 auf - Foto: Sutton

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