Formel 1

Fernando Alonso überdenkt Zukunft: F1 geht in traurige Richtung

Fernando Alonso fährt in der Formel 1 auch 2018 mit McLaren seinen Erwartungen hinterher. Der Spanier ist motiviert, dennoch lässt er seine Zukunft offen.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel-1-Saison 2018 verläuft für Fernando Alonso bisher nicht wirklich nach Wunsch. In der Weltmeisterschaft steht er als Sechster zwar nicht allzu schlecht da, doch seinen Ansprüchen wird der zweimalige Champion damit längst nicht gerecht. Abgesehen davon müsste er mit dem schwachen McLaren MCL33 eigentlich auch weiter hinten rangieren. Zum Jahresende läuft der Vertrag des Spaniers aus und noch ist offen, wie es für ihn weitergeht.

"Die schwerwiegendste Sache hier ist, wie vorhersehbar alles ist. Wir können hier und jetzt schon schreiben, wie hier das Qualifying am Samstag ausgeht, und wie es in Monaco sein wird und wie es in Silverstone sein wird", bringt Alonso im Vorfeld seines Heimrennens seinen größten Kritikpunkt an der Königsklasse an, der gleichzeitig ein entscheidender Faktor hinsichtlich der Fortsetzung seiner Formel-1-Laufbahn ist.

"Das ist etwas, das du für zukünftige Entscheidungen berücksichtigen musst. Es ist für die Formel 1 irgendwie traurig, die Richtung, in die alles gegangen ist", fügt der 36-Jährige an, der 2017 für nur ein weiteres Jahr bei McLaren verlängerte, in der Hoffnung, dass er mit Renault-Power wieder an der Spitze kämpfen würde. Seit mittlerweile zwölf Jahren jagt er seinem dritten WM-Titel hinterher. Der letzte Sieg ist gefühlt fast genauso lange her.

Alonso: Trotz Sieglosigkeit extrem stolz und motiviert

Vor fünf Jahren gewann Alonso beim Großen Preis von Spanien hinter dem Steuer eines Ferraris das letzte Mal in der Formel 1. McLarens Wechsel von Honda- auf Renault-Aggregate genügte bisher nicht, um diese Durststrecke zu beenden. Sein Ehrgeiz scheint Alonso trotz der Erfolglosigkeit aber noch nicht abhanden gekommen zu sein, wie zuletzt seine Darbietung in Baku zeigte.

Dort schleppte er einen schrottreifen McLaren zurück an die Box fuhr am Ende als Siebter noch in die Punkte. "Ich bleibe motiviert, weil ich konkurrenzfähig bin", erklärt er seinen Antrieb. "Ich liebe es zu racen, ich liebe es zu gewinnen. Ich habe in den letzten fünf Jahren viel bessere Rennen gefahren als zuvor, obwohl ich kein Rennen gewinnen konnte." Gerade das letzte Rennen sei dafür ein gutes Beispiel gewesen.

"Das Rennen in Baku war einmalig und dann bin ich Siebter geworden. Es ist von außen schwierig zu erkennen, aber du bist extrem stolz und motiviert, jedes Mal wenn du so eine Leistung ablieferst", so Alonso, der die Entscheidung über seine Zukunft in der Formel 1 erst nach der Sommerpause im August treffen will.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Spanien GP: (06:18 Min.)

Alonso: Rückkehr von WEC zur F1 kein Problem

2018 steht Alonso noch einiges bevor. Am vergangenen Wochenende begann er seine WEC-Saison für Toyota in Spa-Francorchamps gleich einmal mit einem Sieg. "Es hat sich definitiv gut angefühlt. Es ist lange her gewesen, seit ich das letzte Mal auf dem Podium stand", so der McLaren-Pilot. Probleme bei der Umstellung vom WEC-Protoypen zurück zum F1-Boliden erwartet er keine.

"Ich kämpfe etwas mehr damit, wenn ich vom Formel 1 in das WEC-Auto einsteige, denn die Fahrstile sind so unterschiedlich. Aber wenn ich hierher zurückkomme, muss ich mich nicht anpassen", führt Alonso aus. "Ich fühle mich sofort mit allem wohl." In Barcelona soll es für seinen F1-Boliden ein umfangreiches Update geben, dass dem Team im Mittelfeld zu neuen Höhen verhelfen soll.

Alonsos Erwartung an die neuen Teile? "Ein schnelleres Auto", verliert er nicht viele Worte um das sagenumwobene B-Spec seines MCL33. "Aber Spanien bringt viele Updates für alle Teams. Manche davon werden besser funktionieren, andere brauchen etwas mehr Zeit. Wir werden also hoffentlich in irgendeiner Weise davon profitieren", hofft er.

Bisher ging es ihm nicht schnell genug: "Wir sind definitiv nicht in der Position, die wir erhofft oder erwartet hatten." Als einzig positiver Aspekt bleibt da nur der Vergleich mit 2017: "Letztes Jahr kamen wir mit null Punkten hierher. Nun sind wir Sechster in der Fahrer- und Vierter in der Team-WM. So gesehen war es also ein sehr guter Start."


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