Formel 1

Formel-1-Technik-Chef entlassen: Bei McLaren rollen nun Köpfe

McLaren greift nach dem enttäuschenden Saisonstart durch. Medienberichten zufolge muss Techikchef Tim Goss gehen - weitere Änderungen könnten folgen.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Bei McLaren ist Dampf im Kessel: Nach dem schwachen Start in die Formel-1-Saison 2018 zieht der Rennstall nun Konsequenzen. Nach Berichten der BBC, die beim britischen F1-Team meist gut informiert ist, soll Technikchef Tim Goss seines Amtes enthoben worden sein.

McLaren wollte den Medienbericht nicht bestätigen. "McLaren ist gerade dabei, die technischen Abläufe als Teil seines Programms zu überprüfen, um das Team wieder zu Erfolg zu führen", sagte ein Sprecher nur. Ein Dementi klingt anders.

"Dies ist ein proaktiver und andauernder Prozess, der ein breites Spektrum an Faktoren über die Organisation hinweg adressiert", fügte der Sprecher an. "Mehr Details wird es zu gegebener Zeit geben."

Nachdem McLaren nach zahlreichen erfolglosen Jahren Ende 2017 mit dem Wechsel von Honda- zu Renault-Motoren auf technischer Seite Konsequenzen zog, scheinen nun Köpfe zu rollen.

Goss kam 1990 zu McLaren und übernahm dort 2013 die Rolle des Technischen Direktors von Paddy Lowe, der damals von McLaren zu Mercedes wechselte. Ob Goss bei McLaren degradiert wird oder das Formel-1-Team komplett verlassen muss, ist unklar.

Seit 1990 bei McLaren: Tim Goss - Foto: Sutton

McLaren enttäuscht auch mit Renault-Motoren

Für McLaren, das die mangelnde Konkurrenzfähigkeit in den letzten drei Jahren ausschließlich auf Motorenpartner Honda schob, war die bisherige Formel-1-Saison 2018 ein Schock.

Auch mit Renault-Antrieb ist das Team nicht viel näher an der Spitze dran, kämpft mit Renault um Platz vier in der Weltmeisterschaft, während Red Bull mit dem gleichen Antrieb eine Sekunde pro Runde schneller fährt und um Siege kämpft.

Nachdem sich Fernando Alonso und Stoffel Vandoorne in Bahrain auf den Plätzen 13 und 14 qualifiziert hatten, fehlte Teamchef Eric Boullier in der anschließenden Medienrunde, weil er einem - so die offizielle Bezeichnung - 'Emergency Debrief', also einer Krisensitzung beiwohnen musste.

McLaren ab Barcelona mit B-Spec-Auto

In China erklärte Boullier Motorsport-Magazin.com: "Unser Auto macht das, was wir erwarten, die Daten stimmen. Aber unsere Ziele waren nicht hoch genug gesteckt." Eine Aussage, die man nun auf den Technik-Direktor reflektieren kann.

In Spanien will McLaren ein großes Update-Feuerwerk zünden, einige sprechen sogar von einem B-Spec McLaren MCL33. Unter anderem soll eine neue Nase kommen. Vom dem Erfolg dieser B-Spezifikation, so der BBC-Bericht, sollen weitere Konsequenzen abhängen.

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem Aserbaidschan GP: (06:42 Min.)


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