Formel 1

Formel 1, Vettel trotz Riesenvorsprung: Keine Rennpace geopfert

Sebastian Vettel und Ferrari dominieren das Qualifying zum China GP in Shanghai. Mercedes hat keine Chance. Erkaufte die Scuderia die Pole mit Rennpace?
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Denkbar knapp sicherte sich Sebastian Vettel im Qualifying zum Formel-1-Rennen in China die Pole Position. Der Ferrari-Pilot fuhr mit 1:31,095 Minuten nur 0,087 Sekunden schneller als Teamkollege Kimi Räikkönen auf dem Shanghai International Circuit und startet damit am Sonntag zum 52. Mal in seiner Karriere von Platz eins.

Dabei lag Vettel nach dem ersten Versuch in Q3 noch hinter Teamkollege Kimi Räikkönen. "Am Ausgang von Kurve drei und sechs habe ich das Heck etwas verloren, war zu aggressiv auf dem Gas", erklärt Vettel. "Ich wusste, dass ich im letzten Versuch noch etwas in der Hinterhand habe und dann habe ich es zusammenbekommen."

So gelang Vettel Comeback gegen Ferrari-Kollege Räikkönen

Auch am Freitag sah es noch gar nicht so gut aus für Vettel. Der Ferrari-Pilot lag noch deutlich hinter Teamkollege Räikkönen zurück. "Wir haben ein paar kleine Änderungen über Nacht vorgenommen, ich fühle mich nun mit der Vorderachse wohler", sagte Vettel zu Motorsport-Magazin.com.

Auch Vettels Longrun sah nicht beeindruckend aus. Auf den letzten Runden mit den Ultrasoft-Reifen rutschten seine Rundenzeiten deutlich ab. "In einem Longrun bin ich ein bisschen in den Verkehr gekommen und dann kam auch noch der Regen, deshalb sahen die nicht so gut aus", erklärt der Weltmeisterschaftsführende.

Vettel deklassiert Formel-1-Feld: Unglaubliches Auto!

Im 3. Freien Training lief es dann schon eher nach Maß, Vettel deklassierte Teamkollege Räikkönen und die gesamte Formel-1-Konkurrenz. Vettel euphorisch: "Das hilft, wenn es in FP3 gut läuft. Zwischen dem 3. Training und dem Qualifying haben wir nichts mehr gemacht. Das Auto war zu Beginn des Qualifyings schon unglaublich und es wurde noch besser."

Formel 1 2018: Brennpunkte vor dem China GP: (06:23 Min.)

"Es war aber trotzdem schwierig wegen des Winds. Der war stark und böig. Ich habe die Fahnen beobachtet, um nicht überrascht zu werden", verrät Vettel. Überrascht war Vettel aber vom großen Vorsprung auf Mercedes. Valtteri Bottas lag auf Platz drei schon 0,530 Sekunden zurück, Lewis Hamilton nochmals eine Zehntel mehr. "Die ersten drei Rennen waren ziemlich unterschiedlich, so einen großen Vorsprung zu haben, ist schon eine Überraschung", so Vettel.

Vettel: Ferrari opferte keine Rennpace für besseres Qualifying

Speziell nach dem Training scheint der Vorsprung extrem groß. Hat Ferrari vielleicht Rennpace geopfert, um im Qualifying vorne zu stehen? Einen ähnlichen Eindruck hatte man schon in Bahrain. Vettel verneint: "Nein. Wir haben versucht, auf beides abzuzielen und die Vorhersagen für Sonntag sind ziemlich anders."

Trotzdem rechnet er mit einer engeren Nummer gegen Mercedes: "Auf dieser Strecke muss man den Sweetspot finden, sonst ist man weit weg. Ich wäre nicht überrascht, wenn sie ihn morgen finden und dann da sind. Aber lieber wäre es mir, wenn es so bleibt..."

Doch dagegen könnte auch Red Bull etwas haben. Auch Max Verstappen und Daniel Ricciardo, die von den Plätzen fünf und sechs starten, hat Vettel auf der Rechnung. Allerdings haben die Bullen ein zusätzliche Handicap: Sie müssen auf den Ultrasoft-Reifen starten und damit womöglich zwei Stopps machen. Ferrari und Mercedes qualifizierten sich in Q2 auf Soft und vermeiden wohl im Rennen den Ultrasoft - das Ziel lautet Einstopp.


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