Formel 1

Formel 1 2018: McLaren enthüllt Papaya-MCL33 mit Renault-Power

McLaren hat seinen Boliden für die Formel-1-Saison 2018 präsentiert. Der MCL33, der erste McLaren mit Renault-Power, erstrahlt in neuem Papaya-Orange.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - McLaren hat den MCL33 für die Formel-1-Saison 2018 präsentiert. Per Online-Launch enthüllte das Traditionsteam aus Woking das offene Geheimnis: Einen fast vollständig in einem neuen orangefarbenen Ton gehaltenen Boliden, dem sogenannten Papaya-Orange, das bereits in der langen Team-Geschichte zahlreiche McLaren-Boliden schmückte.

Das neue Design ist auch der Startschuss für eine neue Partnerschaft. Nach drei desaströsen Jahren mit Honda hat McLaren für 2018 Schluss mit den Japanern gemacht und startet stattdessen ab sofort mit Power Units von Renault. Davon war bei der Präsentation natürlich nicht viel zu sehen. Wohl aber vom neuen Bodywork.

McLaren-Renault MCL33: Design & Technik - der erste Eindruck

Hier sticht jedoch zuerst erneut die Lackierung ins Auge: Die Finne ist blau, auch vorne am Frontflügel sowie am Heckflügel gibt es blaue Elemente. Auch die Startnummer auf der Nase ist blau. Eine Reminiszenz an der ersten F1-Mclaren überhaupt. Ansonsten kommt der McLaren jedoch sehr nackt daher: Vor allem auf der Motorabdeckung gibt es eine große Fläche frei von jedglichen Sponsorenlogos.

Formel 1 2018: McLaren präsentiert den MCL33: (00:21 Min.)

McLaren spricht in seiner Aussendung zum MCL33 von einer signifikant anderen Philosophie unter der Haube - kein Wunder, ist Honda jetzt doch Geschichte. Der Wechsel zu Renault erforderte für McLaren auf Chassis-Seite aber einige Umbaumaßnahmen: Das Packaging der neuen Power Unit sei neben der Integration des Halo die größte Herausforderung gewesen, so McLaren. "Wir haben aber noch nie den leichten Weg genommen oder eine Abkürzung. Das Resultat ist ein gut ausgearbeitetes Auto", sagt Renndirektor Eric Boullier.

Ansonsten orientierte sich McLaren vor allem daran, auf Basis der 2017 gewonnen Daten das Chassis des MCL33-Vorgängers für den neuen Boliden zu optimieren. Damit sei einiges möglich, so Fernando Alonso. "Wenn wir in der Lage sind, unsere Schlüsselstärken des letztjährigen Chassis weiterzuentwickeln und mit einer verbesserten Renault-Power-Unit zu verheiraten, dann denke, dass wir in der Lage sind, einen Schritt nach vorne zu machen", so der Spanier.

"Wir sehen 2018 definitiv als das Jahr, in dem Mclaren näher an die Spitze kommt und mit den Teams und Fahrern kämpft", ergänzt McLaren-Boss Zak Brown. Der Chef zur komplett neuen Lackierung: "Unsere Rückkehr zum Papaya-Orange für dieses Jahr war nicht einfach nur eine emotionale Emtscheidung. Es zeigt, dass wir unseren Fans zuhören. Wir wollen allen zeigen, was dieses Team so besonders macht, ob es unsere Fans oder unsere Partner sind."

In Anschluss an den Online-Launch absolviert McLaren sofort einen ersten Filmtag in Spanien. Dort war unter der Woche bereits Sauber unterwegs gewesen. Auch Toro Rosso, Mercedes und Red Bull haben bereits den ersten Shakedown hinter sich.

Ein detaillierter Technik-Check des McLaren-Renault MCL33 folgt später in einem eigenen Beitrag.

Rückblick MCL32: Das war der letzte McLaren-Honda

Der Vorgänger: Der MCL32 aus der Formel-1-Saison 2017 war der letzte McLaren-Bolide der vermeintlichen Neuauflage der Traumehe mit dem japanischen Motorenlieferanten Honda. Denn das Jahr entpuppte sich für das Team aus Woking als Vollkatastrophe.

Nachdem es 2016 mit Honda zumindest etwas aufwärts gegangen war, hatten die Japaner 2017 ihre Power Unit nochmals drastisch umgekrempelt, um den noch immer großen Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen.

Das schlug sich extrem negativ auf die Zuverlässigkeit nieder. Sowohl Alonso als auch Vandoorne konnten je ein Rennen nicht einmal beenden. Wie 2015 hagelte es eine Motorenstrafe nach der anderen.

Das Ergebnis: Nur 30-WM-Punkte, vorletzter Rang bei den Konstrukteuren. Einzig auf winkeligen Strecken wie Ungarn und Singapur vermochte McLaren etwas zu glänzen, kommt es dort doch weitaus weniger auf Power als das Chassis an. Und das war beim Vorgänger des MCL33 schon sicher nicht das schlechteste in der F1.

Technische Daten McLaren MCL33

Chassis McLaren Eigenentwicklung, Karbon-Monocoque mit Aluminium-Wabenkern
Vorderradaufhängung Karbon-Querlenker, Pushrod-Aufhängung
Hinterradaufhängung Karbon-Querlenker, Pullrod-Aufhängung
Bremsen ‎Akebono Karbon-Bremsen
Breite 2,00 Meter
Höhe 0,95 Meter
Gewicht 733 kg (inkl. Fahrer und Schmierstoffe, exkl. Benzin)
Getriebe McLaren Eigenentwicklung, sequentielles Getriebe mit 8 Vorwärtsgängen + Rückwärtsgang, Karbon-Gehäuse

Technische Daten Motor

Bauart
Zylinder 6
Zylinderwinkel 90 Grad
Hubraum 1600 ccm
Bohrung 80 mm
Max. Drehzahl 15.000 U/min
Benzinfluss Max 100 kg/h ab 12.000 U/min
Benzin/Schmiermittel BP
Aufladung Single-Turbo mit Elektro-Motor (MGU-H)
Energierückgewinnung
Kinetisch (MGU-K) Motor-Generator-Einheit an Kurbelwelle, max. 50.000 U/min
Thermisch (MGU-H) Motor-Generator-Einheit an Turbolader, max. 125.000 U/min
Leistung
Verbrennungsmotor über 700 PS
MGU-K 163 PS
Systemleisung über 950 PS
Gewicht
Gewicht 145 kg (inkl. Batterie)
Gewicht Batterie 20 - 25 kg

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