Formel 1

Formel-1-Teambesitzer Gene Haas: Ferrari ist unser Gradmesser

Haas hat mit dem VF-18 das erste Formel-1-Auto der Saison 2018 gezeigt. Die Ziele sind ambitioniert: Besitzer Gene Haas will sich an Ferrari orientieren.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Haas zeigte, wenn auch nur virtuell, als erstes der zehn Formel-1-Teams seinen Boliden für die Saison 2018. Der US-amerikanische Privatrennstall geht mit dem VF-18 in seine dritte Saison in der Königsklasse. Bisher reichte es für ein solides Standing im Mittelfeld. Etabliert ist Haas mittlerweile, doch Teamgründer Gene Haas hat höhere Ziele.

"Es ist kein Geheimnis, dass wir viele Teile von Ferrari einsetzen", so der Industrielle aus Ohio, dessen Team seit seinem Formel-1-Einstieg 2016 mehr oder weniger als B-Team von Ferrari unterwegs ist. Neben dem gesamten Antriebsstrang bezieht der Rennstall auch Teile wie die Radaufhängung aus Maranello.

Dementsprechend will das Kundenteam auch möglichst nah zum Top-Team aufschließen. "Wir nutzen sie als unseren Gradmesser. Wir müssen bis auf eine halbe Sekunde an ihnen dran sein, um konkurrenzfähig zu sein", so die ambitionierte Zielsetzung des Teamgründers. Dass man bisher noch weit davon entfernt ist, weiß Haas.

Formel 1 2018: Haas zeigt erstes F1-Auto mit Halo: (00:48 Min.)

"Da waren wir letztes Jahr natürlich noch nicht. Ich würde sagen, uns fehlen auf Ferrari eine bis anderthalb Sekunden", so seine Einschätzung. Insgesamt gelang dem Team nur fünf Mal der Einzug ins Q3. Romain Grosjean zeichnete jeweils dafür verantwortlich. "Es geht darum etwa eine Sekunde zu finden, wenn wir wirklich konkurrenzfähig sein sollen."

Haas: Konstanz als Schlüssel zum Erfolg

Das größte Kopfzerbrechen bereitete der Mannschaft allerdings ein Mangel an Konstanz, der hin und wieder zu Katastrophenvorstellungen am Ende des Feldes führte. "Wir haben uns darauf konzentriert, die Autos konstant zu machen und den Abstand zu den Top-Autos zu verkürzen", so Haas, der weiß, dass nur so die Lücke zu Force India & Co. geschlossen werden kann.

"Wir müssen in der Lage sein, beim Großteil der Rennen das Auto auf die Strecke zu schicken und sofort schnell zu sein." Dafür wurde schon früh mit Teamchef Günther Steiner das Vorgehen für 2018 besprochen. "Wir haben unsere Schwächen identifiziert und Günther und ich hatten in Mexiko City ein eingehendes Gespräch, welche Richtung wir einschlagen und wie wir uns verbessern wollen", erklärt Haas.

Der VF-18 sieht seinem Vorgänger auf den ersten Blick sehr ähnlich, doch das Team hat sich laut Haas an vielen Details versucht. "Wir wollen die technischen Probleme lösen, die uns bisher im Weg standen." In erster Linie war damit bisher das Verständnis für die Pirelli-Reifen gemeint, welche Steiner 2017 als Hauptursache für die fehlende Konstanz ausmachte.

"Um die Reifen richtig hinzubekommen, musst du das richtige Chassis und die richtige Aerodynamik haben. Wenn das alles nicht richtig funktioniert, wird das Auto für die Fahrer sehr problematisch und du kannst von ihnen nicht erwarten, das Defizit eines Fahrzeuges zu kompensieren, das sich nicht auf der Strecke halten lässt", so Haas.

Teambesitzer Haas von Romain Grosjean und Kevin Magnussen überzeugt

Auf sein Fahrerduo lässt Haas ohnehin nichts kommen. Mit Romain Grosjean und Kevin Magnussen war er 2017 vollends zufrieden: "Ich denke, unsere Fahrer waren besser als unser Auto." Nachdem im ersten Jahr nur der Franzose Punkte für das Team holte, fuhren vergangene Saison beide Piloten zählbare Resultate ein.

Im zweiten gemeinsamen Jahr soll die Fahrerpaarung Haas weiter nach vorne katapultieren, nachdem es bisher zwei Mal den achten Platz in der Konstrukteurs-WM gab. "Der Ehrgeiz unserer Fahrer funktioniert gut und er wirkt sich nicht negativ aus, da sie gut zusammenarbeiten", so Haas. Die Konkurrenz, so glaubt er, ist nach den bisherigen Leistungen gewarnt.

Formel-1-Regeln - Strafen: So wird die Startaufstellung gemacht: (01:37 Min.)

"Wir haben gezeigt, dass wir auf dem Level mithalten können. Die Teams von Platz sechs bis acht lagen am Ende der Saison innerhalb weniger Punkte. Wir waren in einer guten Position und die Teams vor uns waren sicherlich sehr erleichtert, dort gelandet zu sein. Denn wir sind mittlerweile ein Konkurrent, der ihnen Kopfzerbrechen bereitet."


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com fragt
Wir suchen Mitarbeiter