Als Ferrari vor einer Woche Montreal in Richtung Indianapolis verließ, hielt man die doppelte Punkteankunft nicht für eine Art Wendepunkt. Entsprechend erwartete man sich zu Beginn des Wochenendes sicherlich auch nicht, dass man mit einem Doppelsieg nach hause fahren würden. Und schon gleich gar nicht, unter welchen Umständen dieser Sieg zustande kommen sollte.

"Das war ein seltsamer Grand Prix", lautete demnach auch das logische Fazit von Michael Schumacher, der in Indianapolis nicht nur den ersten Ferrari-Saisonsieg, sondern auch seinen 84. GP-Triumph klar machte. "Es war komisch die anderen Autos in die Box abbiegen zu sehen. Aber Rubens und ich hatten ein enges Rennen - es gab aber auch nur uns zwei."

Ehrlicher Weise gesteht der Champion, der plötzlich wieder mitten im Mittelkampf zu stecken scheint, aber ein, dass dies "nicht der beste Weg" gewesen wäre seinen ersten Saisontriumph einzufahren. "Es war einfach schade für die Fans. Aber ich bin froh, dass so viele Ferrari-Fans bis zum Ende geblieben sind um zu sehen, wie dieses seltsame Rennen enden würde."

Dennoch ist es "eine Schande", dass man den Kampf um den Sieg nicht auf die "normale Art" mit allen Fahrern austragen konnte. "Aber auch mit den anderen Autos wären wir heute stark gewesen." Dabei möchte Schumacher zwar nicht auf die schwierige Michelin-Situation eingehen, doch betont er, dass auch Bridgestone Reifen "zu hause gelassen" habe, welche "mehr Performance und weniger Zuverlässigkeit" geboten hätten.

Logischerweise erlebte auch Rubens Barrichello einen "traurigen Tag" für die Rennfans, an welchem er ebenfalls "enttäuscht" ist keine "zehn Punkte" geholt zu haben. "Als ich führte konnte ich hart pushen und eine Lücke zu Michael herausfahren. Ich versuchte vorne zu bleiben, aber es lief nicht für mich", versucht er die Beinahekollision mit seinem Teamkollegen schön zu reden. "Wir hatten das schnellste Auto und ich war schneller als Michael, allerdings kam ich nicht an ihm vorbei."

Trotzdem betont Ross Brawn, dass man versucht habe "die unter diesen Umständen bestmögliche Show" zu bieten. "Dies war unser erster Doppelsieg des Jahres - und zwar unter sehr ungewöhnlichen Umständen", fügte Teamchef Jean Todt hinzu. "In der Boxersprache haben Bridgestone und wir wohl durch einen Technischen KO gewonnen."