Formel 1

Formel 1, Vettels letzte Ausfahrt mit Gina: Dreher und Wehmut

Sebastian Vettel stieg beim Formel-1-Test in Abu Dhabi zum letzten Mal in seinen 2017er Ferrari. Bei einem Dreher beschädigte er den Heckflügel.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Am Mittwoch nach dem Abu Dhabi GP stieg Sebastian Vettel beim Reifentest für Pirelli zum letzten Mal in seinen Ferrari SF70-H, den er beim Saisonauftakt in Melbourne auf den Namen Gina getauft hatte. Der Abschied fiel emotional aus: "Ich werde es vermissen, es war eine spaßige Saison. Schade, dass sie zu Ende ist, ich hätte gerne noch fünf Rennen gehabt, dann wären wir in guter Verfassung."

Weil Formel-1-Autos eine ganze Herde an Ingenieuren braucht, um die Power Units zu betreiben, werden sie nach der Saison quasi eingemottet. Zum Abschluss gab es für Gina noch 118 Runden und mit 1:37,551 Minuten die letztes Bestzeit des Jahres.

Allerdings sorgte Vettel auch für eine Rot-Phase. "Ich habe mich in der ersten Kurve gedreht und dabei einen Poller getroffen", sagte Vettel zu Motorsport-Magazin.com. Vettel konnte aber aus eigener Kraft wieder zurück an die Box. Nach kleinen Reparaturarbeiten ging es mit einem neuen Heckflügel weiter.

Im Mittelpunkt von Ginas Abschiedsveranstaltung standen allerdings die Reifen. Pirelli brachte schon die neuen Mischungen für die Saison 2018 nach Abu Dhabi. 20 Sets erhielt jedes Team für die beiden Testtage, davon durften sie sich acht Sätze selbst aussuchen.

Vettel lobt Pirellis neuen Hypersoft-Reifen

"Der Hypersoft war die größte Überraschung", bilanzierte Vettel. "Es ist immer schön, schneller zu fahren. Der Hypersoft ist sehr schnell für eine Runde und hat natürlich etwas mehr Abbau, aber nicht schlimm." Laut Pirelli ist der neue Hypersoft auf dem Yas Marina Circuit rund 1,5 Sekunden schneller als der 2017er Ultrasoft.

Damit schließt sich Vettel dem Lob seines großen Titelkontrahenten an. Lewis Hamilton lobte die neuen Pirelli-Pneus nach seinem Test am Dienstag ebenfalls. "Nach den ersten Eindrücken ist der neue Hypersoft der beste Reifen, den Pirelli seit der Rückkehr in die Formel 1 hergestellt hat", so der Mercedes-Pilot.

Während Hamilton aber die anderen Mischungen eine Stufe zu hart sind, kann Vettel auch mit Supersoft und Co gut leben. "Die Reifen sind ziemlich konstant", lobt Vettel. Selbst in der Mittagshitze von Abu Dhabi hatte der Ferrari-Pilot keine größeren Probleme mit Überhitzen. Allerdings warnt Vettel: "Mit den nächstjährigen Autos wird das alles wieder etwas anders aussehen." Trotz Halo und entsprechendem Zusatzgewicht werden die 2018er Boliden noch einmal schneller.


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