Nach den Startplätzen neun und fünfzehn, muss Williams-Technikchef Sam Michael offen eingestehen, dass dieses Ergebnis "auf den ersten Blick enttäuschend" ist. "Allerdings hatten wir im Training gute Long-Runs", versucht er seinem Team Mut für das Rennen zuzusprechen. "Morgen wissen wir mehr."

Wie alle Michelin-Teams musste auch Williams einige Veränderungen am FW27 vornehmen, um mit dem höheren Luftdruck klarzukommen. "Aber diese Aufgabe mussten schließlich alle mit Michelin-Reifen fahrenden Teams lösen. Bisher haben wir an unseren Autos keinerlei Reifenfehler gehabt. Jetzt konzentrieren wir uns auf die Rennvorbereitung und die Strategie für morgen. Es wird ein interessantes Rennen."

Ein Rennen in welchem Mark Webber immerhin aus den Top-10 starten wird. "Meine Runde war recht gut, mehr war da nicht herauszuholen", erklärte der Australier. "Wir haben alles getan, um uns bestmöglich auf das Rennen vorzubereiten, und auch die neuen Daten werden wir heute Abend sorgfältig sichten."

Wie überall im Fahrerlager ist die Reifensituation natürlich auch bei Webber das Thema Nummer 1, "auch wenn wir keinerlei Probleme hatten".

"Ich erinnere mich an eine schwierige Entscheidung in Le Mans. Es ist wichtig, dass die für alle Betroffenen richtige Entscheidung getroffen wird. Ich bin sicher, dass Michelin eine gute Lösung findet, die sowohl die Sicherheit als auch ein gutes Rennen für alle Beteiligten garantiert, natürlich auch für das Publikum."

Für Nick Heidfeld verlief das Qualifying hingegen ganz und gar nicht nach Wunsch. "Mein Qualifying lief nicht so, wie ich mir das vorgestellt hatte. Ich bin nicht zufrieden mit meiner Runde", gab der Mönchengladbacher zu Protokoll. "Das Auto war schwierig zu fahren, hatte sehr wenig Grip. Am Freitag war mein Auto schon viel besser, aber heute morgen und jetzt im Qualifying hatte ich erneut Probleme. In der Folge der Reifenthematik mussten wir beim Setup jetzt unbekanntes Terrain betreten, was sich nachteilig ausgewirkt hat. Jedenfalls kann ich sagen, dass wir hier noch keinerlei Probleme mit den Reifen hatten."

Dennoch gesteht auch BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen ein, dass Indy - "wie schon in den vergangenen Jahren" - auch in dieser Saison "kein gutes Pflaster" für die Weiß-Blauen zu sein scheint. "Wir haben schon im freien Training gesehen, dass wir nicht vorne mitfahren können. Das Ergebnis des Qualifyings war entsprechend. Beide Fahrer müssen sich nun darauf konzentrieren, ein fehlerfreies Rennen zu fahren, um noch in die Punkteränge vorzustoßen. Dass dies möglich ist, haben wir vergangene Woche in Montréal gesehen."