Vor einem Jahr sorgten einige Reifenschäden im Rahmen des Großen Preises der USA für Aufsehen. Der spektakulärste Riss nicht nur Ralf Schumacher nach einem heftigen High-Speed-Abflug aus dem Rennen in die Wand, sondern setzte diesen auch für einige Wochen außer Gefecht.

Als sich diese Szenen heute beinahe wiederholten und Ralf Schumachers neues Arbeitsgerät ebenfalls in die Begrenzungsmauer der Steilwandkurve des Indianapolis Motor Speedways krachte, war dies nicht nur für seinen Bruder Michael Schumacher ein "Schreckmoment", in welchem die Bilder des Vorjahres ins Gedächtnis zurückgerufen wurden.

"Der Unfall von Ralf Schumacher hat uns natürlich sofort an seinen Unfall hier vor einem Jahr erinnert" erklärte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen. "Glücklicherweise gab es in diesem Fall nur Materialschaden."

Da die Streckencharakteristik laut Renaults Chefrenningenieur Pat Symonds "sehr anspruchsvoll" für die Reifen ist, erlebten wir heute sehr viel Fahrbetrieb und Long Runs der Teams, welche die Reifenwahl für morgen treffen wollten.

Bei Bridgestone verlief dieser Teil des Tages gut. "Es scheint als ob beide Reifentypen gut funktionieren", gab Hisao Suganuma zu Protokoll. "Die Rundenzeiten sind ziemlich konkurrenzfähig und wir hatten keine Probleme."

Ganz anders bei Michelin und Toyota, wo neben Ralf Schumacher auch Ricardo Zonta einen ähnlichen Reifenschaden hinten links hatte. "Bislang können wir sagen, dass sowohl Ricardos als auch Ralfs Unfall von einem Reifen-bezogenen Problem ausgelöst wurde", gab Chefrenningenieur Dieter Gass zu Protokoll. "Bei beiden Fällen gab es keine Vorwarnung durch die Reifendrucksensoren. Demnach war es ein schneller Plattfuß." Die Gründe dafür sind allerdings noch nicht bekannt.

Aus Sicht von Michelin-Motorsportdirektor Pierre Dupasquier ist vor allem klar, dass "zwei Toyotas ein Problem mit dem linken Hinterreifen" hatten. "Bislang konnte noch keine Ursache festgestellt werden und wir befinden uns noch in unseren Untersuchungen."