Alles andere als einen normalen Freitag erlebte das Toyota Team in Indianapolis. Denn nur wenige Minuten nachdem Testfahrer Ricardo Zonta sich wegen eines Reifenschadens ins Aus gedreht hatte, erwischte es auch Ralf Schumacher, der ironischerweise in genau der gleichen Kurve wie bei seinem Horrorunfall vor einem Jahr in die Mauer krachte.
"Glücklicherweise fühle ich mich gut", gab Ralf jedoch am Abend Entwarnung. "Aber das war ein ziemlich heftiger Unfall." Ereignet hat er sich ausgangs von Turn One, der verkehrt herum gefahrenen Steilwandkurve des Indy-Ovals. "Normalerweise schlägt der Blitz nicht zweimal in die gleiche Stelle ein, aber diesmal traf das wohl nicht auf mich zu", nahm Ralf seinen zweiten Unfall in der Banking-Sektion der Strecke gelassen hin.
"Ich fuhr durch die letzte Kurve als ich spürte, dass etwas auf der linken Seite nicht stimmte. Wir müssen nun untersuchen, was genau passiert ist und warum." Diese Arbeit übernehmen nun heute Nacht die Techniker von Toyota und Michelin.
"Bislang können wir sagen, dass sowohl Ricardos als auch Ralfs Unfall von einem Reifen-bezogenen Problem ausgelöst wurde", gab Chefrenningenieur Dieter Gass zu Protokoll. "Bei beiden Fällen gab es keine Vorwarnung durch die Reifendrucksensoren. Demnach war es ein schneller Plattfuß." Die Gründe dafür sind allerdings noch nicht bekannt.
Da man an einem weiteren Reifen von Ricardo Zonta Schnitte im Gummi fand, ziehen die Japaner Reifenschäden in Folge zu scharfer Kurbs in Betracht. Im Hinblick auf den morgigen Tag betont Gass zudem, dass Ralfs Auto "nicht so stark beschädigt ist", wie man befürchtet hatte. "Es scheint als ob wir den Motor morgen benutzen können."
Dennoch erlebte auch Jarno Trulli, im einzigen nicht havarierten TF105, einen "schwierigen Tag" in Indianapolis. "Wegen der beiden Unfälle konnten wir nur wenig fahren", nennt er einen der Gründe hierfür. "Natürlich war es eine schwierige Entscheidung später wieder raus zu gehen, aber glücklicherweise passierte an meinem Auto nicht." Insgesamt fühlt sich Jarnos Auto "gut" an und sieht er sich "ziemlich konkurrenzfähig".



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