Abgesehen von Ralf Schumachers Unfall, erlebten die deutschen Piloten heute einen guten Start in das Indy-Wochenende. Und auch für die Österreicher lief es nicht allzu schlecht.

Der Tag der Deutschen

"Das Wichtigste war ihn selbständig aussteigen zu sehen", beschrieb der schnellste deutsche des Tages, Michael Schumacher, seine Gefühlslage beim zweiten Indy-Crash seines Bruders innerhalb eines Jahres. "Er konnte sich normal bewegen und das ist das Wichtigste. Es war ein Moment des Schreckens für uns alle."

Der Champion möchte noch nicht überschwänglich werden., Foto: Sutton
Der Champion möchte noch nicht überschwänglich werden., Foto: Sutton

Allerdings sei Ralf "robust" genug damit klar zu kommen. "So lange es so glimpflich ausgeht, ist das kein Problem." Sein eigenes Abschneiden beurteilt der Champion derweil noch etwas skeptisch. "Es sieht nicht so schlecht aus. Aber man darf nicht erwarten, dass sich groß etwas verändert hat", wiederholt er die Vorhersagen. "Es könnte für uns etwas besser aussehen. Denn wir sind zumindest auf der ersten Runde etwas besser unterwegs."

Ebenfalls zufrieden äußerte sich der Mönchengladbacher Nick Heidfeld, der in beiden Trainings in der Spitzengruppe dabei war. "Ich bin recht zufrieden mit dem heutigen Trainingstag", analysierte der Fünfte des 2. Freien Trainings. "Am Vormittag war ich mit der Balance meines Autos noch nicht zufrieden, aber trotzdem waren die Rundenzeiten nicht schlecht. Am Nachmittag habe ich wie üblich ein paar Long-Runs für die Reifenauswahl gefahren. Parallel haben wir versucht, die Balance des Autos weiter zu verbessern. So weit läuft es gut."

Im Qualifying muss Nick jedoch noch einmal für seinen Motorschaden von Montreal mit einem schlechten Startplatz "bezahlen". "Aber wir werden das Beste daraus machen."

An Ralfs Toyota wurde sofort mit dem Wiederaufbau begonnen., Foto: Sutton
An Ralfs Toyota wurde sofort mit dem Wiederaufbau begonnen., Foto: Sutton

Ralf Schumacher signalisierte nach seiner Unfallwiederholung des Vorjahres zwar selbst, dass er "okay" sei und durfte demzufolge das Medical Centre auch nach kurzer Zeit wieder verlassen, doch brachte man ihn danach zur Sicherheit noch in ein Krankenhaus, wo auch eines seiner Augen noch einmal untersucht werden soll, in welchem möglicherweise ein Splitter Unterschlupf suchte. Ansonsten sei Ralf aber wohlauf.

"Glücklicherweise fühle ich mich gut", gab Ralf jedoch am Abend Entwarnung. "Aber das war ein ziemlich heftiger Unfall." Ereignet hat er sich ausgangs von Turn One, der verkehrt herum gefahrenen Steilwandkurve des Indy-Ovals. "Normalerweise schlägt der Blitz nicht zweimal in die gleiche Stelle ein, aber diesmal traf das wohl nicht auf mich zu", nahm Ralf seinen zweiten Unfall in der Banking-Sektion der Strecke gelassen hin.

"Ich fuhr durch die letzte Kurve als ich spürte, dass etwas auf der linken Seite nicht stimmte. Wir müssen nun untersuchen, was genau passiert ist und warum."

Der Tag der Österreicher

Patrick kämpfte mit Übersteuern., Foto: Sutton
Patrick kämpfte mit Übersteuern., Foto: Sutton

Die beiden aktiven Österreicher erlebten unterdessen einen sowohl ermutigenden wie Problem behafteten Auftakt. So weist Red Bull Pilot Christian Klien beispielsweise darauf hin, dass es für ihn und sein Team noch "viel Setup-Arbeit" zu erledigen gebe.

"Ich bin nicht wirklich glücklich. Es gibt ziemlich viel Übersteuern und wir müssen dafür eine Lösung finden", so der Vorarlberger. Die neue Motorenausbaustufe ist für ihn jedoch "ein echter Schritt vorwärts". "Wir sind definitiv näher an der Spitzengruppe dran als in Kanada."

Ähnlich wie Klien sieht auch Patrick Friesacher "noch mehr Arbeit" auf sich und seine Mechaniker und Ingenieure zukommen. "Aber wir können morgen noch einen weiteren Schritt vorwärts erzielen", ist sich Patrick seiner Sache sicher.

"Es war kein schlechter Tag", schlussfolgerte er. "Wir verloren heute Nachmittag etwas Zeit wegen eines Getriebeproblems, aber insgesamt haben wir das Auto verbessert. Besonders möchte mich deshalb bei meinen Jungs bedanken, dass sie heute Nachmittag eine Art Wunder vollbracht haben und mein Getriebe so schnell wechseln konnten."