Formel 1

Hamilton: Kein Verlangen Michael Schumacher zu jagen

Lewis Hamilton sieht nicht Michael Schumacher als eigene Messlatte in der Formel 1. Der Mercedes-Pilot kann sich aber vorstellen, weiter Rekorde zu knacken.
von Robert Seiwert
Top-10 Formel-1-Weltmeister: Schumacher, Hamilton, Vettel & Co.: (03:26 Min.)

Lewis Hamilton gehört spätestens seit seinem vierten Titelgewinn zu den Größten der Formel 1. Auf seinem Weg dorthin hat er zahlreiche Rekorde gebrochen - nur die absolute Spitze ist noch ein Stück weit entfernt: Michael Schumacher, Rekord-Weltmeister und -Sieger. Ob es Hamilton in seiner verbleibenden Zeit gelingen wird, die Formel-1-Legende einzuholen?

Beide Fahrer waren 32 Jahre alt, als sie ihre vierte Weltmeisterschaft einfuhren. Schumacher dominierte in der Folge weiter und holte neben drei weiteren Titeln insgesamt 91 Siege. Hamilton überquerte die Ziellinie bislang 62 Mal als Erster. Bis zu Schumacher ist es noch ein weiter Weg, doch Hamilton war zuversichtlich, dass es weiter so gut laufen kann wie bisher.

"Ich denke, dass ich noch lange, lange Zeit weiter Rennen gewinnen kann", sagte der Mercedes-Pilot am Rande des Brasilien Grand Prix. "Es hängt letztendlich davon ab, ob ich noch das Feuer in mir spüre. Und natürlich brennt es noch." Siege stehen also weiterhin auf der Agenda - Schumachers Rekorde hingegen nicht direkt.

Hamilton: "Ich habe nicht wirklich das Verlangen, Michael zu jagen. Allerdings bin ich jetzt einiges näher dran. Früher fühlte es sich so weit entfernt an, 91 Siege zu haben. Es ist noch immer ein langer Weg. Es ist aber nicht unmöglich zu denken, dass ich potenziell in die Nähe davon gelangen könnte."

Für Hamilton ist nicht Schumacher die absolute Messlatte, sondern sein Idol seit Kindheitstagen - Ayrton Senna. Die wichtigsten Rekordmarken der brasilianischen Legende hat er inzwischen übertroffen: mehr WM-Titel, mehr Siege und auch mehr Pole Positions. Dass ihm dieses Kunststück einmal gelingen würde, hätte Hamilton zu Beginn seiner Karriere nicht gedacht: "Ich hatte nie das Ziel, Michael zu erreichen. Ich wollte immer etwas Ähnliches wie Ayrton. Nachdem ich darüber hinaus bin, ist der Traum in einem Bereich angelangt, den ich so nicht geplant hatte."

In Sachen Weltmeisterschaften steht Hamilton nun auf einer Stufe mit Sebastian Vettel und Alain Prost. Juan Manuel Fangios fünf WM-Triumphe wären Hamiltons nächster Schritt auf der Leiter der ewigen Bestenliste der Formel 1. Für den Briten ein durchaus realistisches Szenario, wenn es die Umstände zulassen.

"Ich glaube weiter daran, Weltmeisterschaften zu gewinnen", sagte Hamilton. "Ich habe großes Glück, diese unglaubliche Karriere zu erleben und mit tollen Leuten zu arbeiten. Ich habe keine Ahnung, was die Zukunft für mich bereithält. Ich weiß aber, dass ich sie genauso angehen werde wie dieses Jahr, als ich sagte, dass ich die Latte noch höher anlegen möchte. Wenn ich das passende Auto habe, kann da noch mehr kommen."

Weltmeister im Vergleich

Fahrer WM-Titel Siege Poles Schnellste Runden Starts
Michael Schumacher 7 91 68 77 307
Juan Manuel Fangio 5 24 29 23 51
Sebastian Vettel 4 46 50 33 196
Alain Prost 4 51 33 41 199
Lewis Hamilton 4 62 72 38 206

Nach dem vorzeitigen Titelerfolg habe Hamilton laut eigener Aussage noch keine Zeit gehabt, sich den Erfolg vor Augen zu führen. Zu konzentriert sei er noch auf die letzten beiden Saisonrennen in Sao Paulo und Abu Dhabi. Nur einen Urlaub gönnte er sich nach dem Mexiko-Wochenende. Dass er spätestens jetzt in einem Atemzug mit den Ikonen der Formel 1 genannt wird, war ihm allerdings bewusst.

"Ich bin dankbar, unter den wirklich Größten zu sein", sagte der Silberpfeil-Pilot. "Nicht nur darunter, sondern herausstechend mit den vier Titel, den meisten Poles und so. Darauf bin ich sehr stolz. Ich habe noch mindestens ein Jahr, wahrscheinlich mehr. Und ich verfolge den Plan, weitere Rennen zu gewinnen. Schauen wir mal, wie es laufen wird."


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