Formel 1

Japan GP 2017 Statistik: Hamilton der Eroberer schlägt zu

Lewis Hamilton besetzte mit seiner Suzuka-Pole den letzten freien Fleck im Formel-1-Kalender. Jolyon Palmer verabschiedete sich. Die Statistik zum Japan GP.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Grand Prix von Japan 2017 war für Lewis Hamilton ein Erfolg auf ganzer Linie. Mit seiner 71. Pole Position baute er seinen Rekord in mehrerlei Hinsicht aus. Suzuka war für ihn der letzte Ort im Kalender, wo er noch nie von Startplatz eins ins Rennen gegangen war. Weiter hinten im Feld verabschiedete sich Jolyon Palmer fürs erste aus der Formel 1. Motorsport-Magazin.com liefert die Zahlen zum 16. Saisonrennen.

Die Topspeeds beim Japan GP 2017: In Suzuka mal ohne DRS

Topspeed-Werte sind in der Formel 1 seit Einführung des DRS vor sechs Jahren oft nur wenig aussagekräftig. In Suzuka wurde zur Abwechslung endlich einmal nicht in einer DRS-Zone gemessen. Die Lichtschranke befand sich in Japan zwischen 130R und der letzten Schikane. Der eine oder andere Pilot hatte im Zweikampf zwar auch hier Windschatten, dennoch sind die Werte deutlich repräsentativer.

An der Spitze landeten am Rennsonntag Valtteri Bottas (313,2 km/h) und Kimi Räikkönen (312,8 km/h). Die beiden Finnen wurden auf ihren Aufholjagden durchs Feld gleich mehrfach mit Windschatten beglückt und markierten so die Bestwerte. Auf Platz acht der Höchstgeschwindigkeiten überraschte Fernando Alonso. Er kam mit seinem McLaren Honda auf 306,6 km/h. Rennsieger Lewis Hamilton landete mit 306,2 km/h auf Platz zehn.

Das Schlusslicht belegte, wie könnte es auch anders sein, Sebastian Vettel. Der Deutsche durchfuhr die Speed Trap mit seinem lahmenden Ferrari SF70H lediglich vier Mal, bevor er ihn an der Box abstellte. Über 288,5 km/H kam er dabei nicht hinaus. Damit war er allerdings nicht eklatant langsamer als die Konkurrenz von Sauber, die mit Ferraris Vorjahres-Power-Units ausrückt. Marcus Ericsson und Pascal Wehrlein wurden mit 294,2 respektive 293, 6 km/h gemessen.

Die Top-10 der Topspeeds beim Grand Prix von Japan 2017

Platz Fahrer Team Motor Geschwindigkeit
1 Valtteri Bottas Mercedes Mercedes 313,2 km/h
2 Kimi Räikkönen Ferrari Ferrari 312,8 km/h
3 Sergio Perez Force India Mercedes 312,1 km/h
4 Esteban Ocon Force India Mercedes 311,6 km/h
5 Romain Grosjean Haas Ferrari 310,8 km/h
6 Daniel Ricciardo Red Bull Renault 307,7 km/h
7 Pierre Gasly Toro Rosso Renault 307,4 km/h
8 Fernando Alonso McLaren Honda 306,9 km/h
9 Kevin Magnussen Haas Ferrari 306,6 km/h
10 Lewis Hamilton Mercedes Mercedes 306,2 km/h

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Wie schon in Malaysia machte Red Bull in der Boxengasse den besten Job. Bei Max Verstappens Reifenwechsel in der 21. Runde war seine Crew mit 2,29 Sekunden flinker als der Rest. Hinter den Österreichern folgten Mercedes und Williams, die in diesem Jahr mit vier respektive sechs Bestzeiten bisher zu den schnellsten Teams in der Boxengasse zählen. Dahinter blieben mit Haas, McLaren, Force India, Renault und Toro Rosso fünf weitere Teams unter der 3-Sekunden-Marke

Mehr schlecht als recht lief es bei Sauber und Ferrari. Mit dem vorletzten Platz und 3,34 Sekunden bei Pascal Wehrleins Stopp sind die Schweizer als Vorletzter in den Gefilden zu finden, wo man sie in diesem Jahr häufiger antrifft. Ferrari hingegen schien nach dem Rückschlag durch Sebastian Vettels Ausfall völlig von der Rolle. Die Scuderia brauchte bei Kimi Räikkönen 3,35 Sekunden.

Die schnellsten Boxenstopps der Teams in Japan

Platz Team Fahrer Zeit (in Sekunden)
1 Red Bull Verstappen 2,29
2 Mercedes Hamilton 2,33
3 Williams Stroll 2,42
4 Haas Grosjean 2,44
5 McLaren Vandoorne 2,54
6 Force India Perez 2,68
7 Renault Hülkenberg 2,83
8 Toro Rosso Gasly 2,92
9 Sauber Wehrlein 3,34
10 Ferrari Räikkönen 3,35

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Angesichts seiner Aufholjagd wäre Suzuka eigentlich wieder ein Fall für Kimi Räikkönen gewesen, um seiner beeindruckenden Statistik die 46 schnellste Rennrunde hinzuzufügen. Beinahe hätte es für den Iceman auch gereicht. Mit einer Rundenzeit von 1:33.175 Minuten legte er die zweitschnellste Runde des Japan GP 2017 hin. Schneller war nur sein Landsmann Valtteri Bottas. Dieser fuhr im 50. Umlauf, um damit in derselben Runde wie Räikkönen, seine schnellste Zeit in 1:33.144 Minuten. Für ihn war es die zweite schnellste Rennrunde seiner Karriere und die erste im Silberpfeil.

Weit außerhalb der Punkteränge versuchte McLaren Honda eine Schlussoffensive. Stoffel Vandoorne war in seinem letzten Stint noch einmal auf Supersoft unterwegs. Seine schnellste Runde war mit 1:33.724 Minuten jedoch eine halbe Sekunde langsamer als die von Bottas. Das Spitzenduo Hamilton und Verstappen reihte sich hinter dem Belgier ein. Bei seinem vorerst letzten Auftritt in der Formel 1 drehte Jolyon Palmer im Renault die siebtschnellste Runde des Rennens. Mit 1:34.095 Minuten sortierte er sich vor Gasly, Stroll und Perez ein.

Die Top-10 der schnellsten Rundenzeiten in Japan

Platz Fahrer Team Rundenzeit (in Minuten) Runde
1 Valtteri Bottas Mercedes 1:33.144 50
2 Kimi Räikkönen Ferrari 1:33.175 50
3 Daniel Ricciardo Red Bull 1:33.694 52
4 Stoffel Vandoorne McLaren 1:33.724 49
5 Max Verstappen Red Bull 1:33.730 51
6 Lewis Hamilton Mercedes 1:33.780 43
7 Jolyon Palmer Renault 1:34.095 50
8 Pierre Gasly Toro Rosso 1:34.533 45
9 Lance Stroll Williams 1:34.548 37
10 Sergio Perez Force India 1:34.744 23

Die 3 Top-Facts zum Rennen

1. Pole Position kann Hamilton jetzt überall: Suzuka war vor dem Rennwochenende der letzte Fleck im Rennkalender, an dem Lewis Hamilton noch nie eine Pole Position herausgefahren hatte. Und das, obwohl der Brite vor wenigen Wochen in Monza Michael Schumacher in den Rekordbüchern entthronte. Mit seiner 71. Qualifying-Bestzeit merzte Hamilton diese Scharte am Samstag jedoch aus. Der 32-Jährige stand nun bereits auf 26 unterschiedlichen Grand-Prix-Strecken auf der Pole Position.

Top 10: Formel-1-Pole Positions auf unterschiedlichen Rennstrecken

Platz Fahrer Rennstrecken Teilnahmen
1 Lewis Hamilton 26 204
2 Alain Prost 22 202
3 Sebastian Vettel 21 194
4 Ayrton Senna 20 161
5 Nigel Mansell 20 191
6 Michael Schumacher 19 306
7 Nelson Piquet 17 204
8 Nico Rosberg 17 206
9 Jim Clark 16 72
10 Niki Lauda 14 171

2. Auf Wiedersehen, Jolyon Palmer: Es war wohl die größte Überraschung des Japan-Wochenendes: Am Samstag nach dem Zeittraining gab Jolyon Palmer bekannt, dass das Rennen in Suzuka sein letzter Auftritt für Renault sein würde. Der Brite verabschiedet sich damit nach 35 Starts bis auf weiteres aus der Königsklasse. In Erinnerung wird er den Fans wohl in erster Linie wegen seiner 16:0 Qualifying-Niederlage gegen Nico Hülkenberg sowie, gelinde gesagt, unbeständiger Leistungen. Die Zahlen seiner Formel-1-Laufbahn halten aber zumindest dem Vergleich mit Vater Jonathan Palmer stand.

Statistik von Vater und Sohn Palmer in der Formel 1

Jolyon Palmer Jonathan Palmer
Jahre aktiv 2016 - 2017 1983 - 1989
Grand-Prix-Starts 35 82
Nicht qualifiziert 0 4
Siege 0 0
Podien 0 0
Bestes Rennergebnis 6 (1 Mal) 4 (1 Mal)
Punkte 9 14
Schnellste Runden 0 1
Pole Positions 0 0
Beste Startposition 10 9
Runden gefahren 1682 3649
Kilometer gefahren 8539 16605

3. Läuft bei Hamilton: Mit seinem 21. Punkteresultat befindet sich Lewis Hamilton derzeit auf einer beeindruckenden Serie. Seit Japan 2016 sah der Mercedes-Pilot jedes Mal die Zielflagge und landete obendrein in den Punkten. In der ewigen Bestenliste liegt er damit auf Platz fünf. Seinen bisherigen Bestwert stellte er zwischen den Großen Preisen von Italien 2014 und 2015 auf, als er 19 Mal hintereinander WM-Zähler sammelte. Den Rekord hält immer noch Kimi Räikkönen, der zwischen 2012 und 2013 ganze 27 Rennen in den Punkten abschloss.

Top-10 Die längsten Punkteserien in der Formel-1-Geschichte

Platz Fahrer Punktefahrten Rennen
1 Kimi Räikkönen 27 Bahrain 2012 - Ungarn 2013
2 Michael Schumacher 24 Ungarn 2001 - Malaysia 2003
3 Fernando Alonso 23 Europa 2011 - Ungarn 2012
4 Sebastian Vettel 21 Großbritannien 2014 - Ungarn 2016
5* Lewis Hamilton* 21* Japan 2016 - Japan 2017*
6 Sebastian Vettel 19 Brasilien 2010 - Indien 2011
7 Lewis Hamilton 19 Italien 2014 - Italien 2015
8 Michael Schumacher 18 San Marino 2003 - Spanien 2004
9 Fernando Alonso 18 Türkei 2005 - Deutschland 2006
10 Sebastian Vettel 18 Japan 2016 - Italien 2017

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