Formel 1 - Wegen Hamilton: Wolff geht auf Grosjean los

Sollte froh sein, dass er in der Formel 1 fährt

Romain Grosjean fordert eine Strafe für Lewis Hamilton wegen Blockierens. Das bringt Mercedes Motorsportchef Toto Wolff auf die Palme.
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Motorsport-Magazin.com - Eigentlich sollte die Stimmung nach der 67. Pole in der Karriere von Lewis Hamilton bei Mercedes bestens sein. Doch Hamilton musste um seine Silverstone-Pole ein wenig zittern, die Kommissare ermittelten, weil er Romain Grosjean in Q3 behindert haben soll. Um 14:46 Uhr Ortszeit dann die Erlösung: Keine weitere Maßnahme, hieß es von den Stewards.

Des einen Freud, des anderen Leid. Romain Grosjean war angesichts der Entscheidung alles andere als glücklich: "Wenn man in einer Kurve 3,5 bis 5 Zehntel verliert und das kein Blockieren sein soll, dann überrascht mich das sehr. Die Regeln sind och klar. Ich weiß, dass da vorne ein Kampf um die Weltmeisterschaft läuft, aber wir kämpfen genauso hart wie die Jungs an der Spitze. Wenn es ein anderer Fahrer gewesen wäre, hätte er etwas bekommen. Manchmal hat man das Gefühl, dass mit zweierlei Maß gemessen wird."

Wolff ungehalten: Grosjean soll weiter jammern

Motorsport-Magazin.com konfrontierte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff mit den Anschuldigungen Grosjeans. Wolff reagierte ungehalten: "Es gibt welche, die immer jammern. Einfach weiter jammern. Wenn Romain Grosjean kommt und Strafen für andere Fahrer fordert, dann sollte man sich mal seine Erfolgsbilanz ansehen. Er sollte froh sein, dass er in der Formel 1 fährt."

Lewis Hamilton hingegen zeigte sich in der Pressekonferenz gelassen - zu diesem Zeitpunkt gab es noch weder ein Urteil, noch die heftigen Anschuldigungen von Grosjean. "Ich würde niemals jemandem absichtlich im Weg stehen. Ich denke auch nicht, dass das bei Romain der Fall gewesen ist. Aber wenn es so war, möchte ich mich dafür entschuldigen."

Die strittige Szene ereignete sich am Ausgang von Kurve 16, der berühmte Stowe-Kurve. Grosjean lief auf Hamilton auf, der allerdings etwas spät nach innen ging. "Mercedes braucht wohl ein besseres GPS", schimpfte Grosjean. "Ich hing mit meinem Frontflügel in seinem Diffusor. Wir haben ganz klare Regeln im Qualifying. Und bei zehn Autos auf der Strecke im Q3 sollten wir nicht so ein Problem haben."

Stewards entlasten Hamilton

Die Stewards kamen nach Ansicht der Telemetriedaten und Videos zu einer anderen Erkenntnis. "Grosjean könnte von Hamiltons Präsenz in Kurve 16 möglicherwiese beeinflusst worden sein, aber er wurde nicht behindert", hieß es im Statement.

Grosjean versteht deshalb die Welt nicht mehr: "In China habe ich eine Strafe bekommen, weil ich angeblich unter Doppelt Gelb nicht genug vom Gas ging - ich war 40 km/h langsamer! Heute habe ich deshalb einen Platz verloren und es ist nichts passiert. Es scheint, große Inkonstanz zwischen den Entscheidungen zu herrschen. " Nachdem sich Grosjean in seinem ersten Versuch behindert fühlte, gab es in seinem zweiten Versuch aerodynamische Probleme an seinem Auto, weshalb er sich nicht mehr verbessern konnte. "Platz neun wäre aber leicht drinnen gewesen."


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