Formel 1

Trotz Baku-Wahnsinn: Warum keine RTL-Nachberichte?

Millionen von TV-Zuschauer wunderten sich, warum RTL die Übertragung des Aserbaidschan GP sofort nach dem Rennen beendete. Die Technik war schuld.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Nicht nur auf der Strecke war beim Aserbaidschan GP das Chaos los: Auch bei der TV-Übertragung von RTL gab es größere Probleme. Zuerst wunderten sich die Millionen Zuschauer an den Fernsehbildschirmen wohl über die Tonqualität, in der Kommentator Heiko Waßer und Experte Christian Danner nach einer Werbeunterbrechung zu hören waren.

"Wir mussten über eine Telefonleitung kommentieren", erklärt Danner gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Dabei wussten wir zeitweise gar nicht, ob man uns überhaupt hören konnte. Leider war natürlich die Qualität nicht so gut wie gewohnt."

Und auch nach dem Rennen, das mehr als genügend Gesprächsstoff für eine Nachberichterstattung mit sich brachte, gab es Probleme. RTL wollte unmittelbar vor der Siegerehrung die Übertragung abbrechen, blieb dann für die Zeremonie allerdings doch noch drauf. Als die Pokale vergeben waren, schaltete das Programm aber um - ohne Nachberichte.

"Grund waren massive technische Probleme, die durch einen Unfall um 16.27 Uhr MEZ in der Region Gamarjveba in Georgien verursacht worden waren", heißt es in einem Statement von RTL. "Ein LKW war dort in einen Schaltkasten gefahren und hatte dabei ein Glasfaserkabel getrennt, über das das multilaterale Signal aus Azerbaidschan übertragen wurde."

Warum aber funktionierte die Übertragung des Rennens noch relativ uneingeschränkt? "Das Live-Rennen konnte dank einer Havarie-Leitung zwar noch zu Ende übertragen werden", erklärt RTL. "Die Highlight-Sendung war damit jedoch nicht zu produzieren, zumal auch die Kommunikationsleitungen ausgefallen waren."

Top-Quoten trotz Technik-Panne

Trotz aller technischen Probleme brachte die Formel 1 RTL in dieser Saison einmal mehr Top-Quoten ein. Im Schnitt verfolgten 5,14 Millionen Zuschauer den irren Aserbaidschan GP in Baku beim Kölner Privatsender. Der Spitzenwert wurde bei der Zielüberquerung von Rennsieger Daniel Ricciardo erreicht - nicht beim umstrittenen Manöver von Sebastian Vettel gegen Lewis Hamilton.

Gegen Rennende kollidierte die Formel 1 terminlich sogar noch mit dem Länderspiel der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Confed-Cup. Allerdings konnte König Fußball die TV-Zuschauer weniger begeistern: Das Rennende in Aserbaidschan sahen 5,65 Millionen, während 'nur' 3,98 Millionen zu diesem Zeitpunkt das Fußball-Spiel verfolgten.

Auch im Vergleich zum Vorjahr fiel die Einschalt-Quote gut aus: 2016 verfolgten im Durchschnitt 4,78 Millionen das Rennen in Baku, das bei der Uraufführung noch als Europa GP ausgetragen wurde. Damit setzt sich in diesem Jahr der positive Zuschauer-Trend der Formel 1 fort.


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