Formel 1

Max Verstappen nach Kanada-Ausfall: Es reicht jetzt

Max Verstappens Pleitenserie hält an. In Kanada verliert er den nächsten möglichen Podestplatz. Immerhin: Mit Sebastian Vettel gab es später keinen Ärger.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Es hätte das Rennen des Max Verstappen werden können. Beim Start zum Kanada Grand Prix schoss der Niederländer vom fünften auf den zweiten Platz nach vorne - der zweite Podestplatz in dieser Saison in Reichweite. Das Ende vom Lied: Wieder einmal sah Verstappen die Zielflagge nicht, sein dritter Ausfall in den letzten fünf Rennen. Stattdessen hielt Teamkollege Daniel Ricciardo die Fahne für Red Bull hoch und erzielte seine dritte Podiumsplatzierung in Folge.

Verstappens Ausfall in Montreal kam aus dem Nichts. In der elften Runde nach dem Re-Start in Folge einer Safety-Car-Phase begann sein Red Bull plötzlich zu stottern. Keine Leistung mehr, ihm blieb nicht übrig, als das Auto am Streckenrand zu parken und wutentbrannt den Weg in Richtung Fahrerlager anzutreten. Der Energiespeicher seines Boliden hatte den Geist aufgegeben, damit waren sämtliche Hoffnungen auf ein gutes Ergebnis dahin.

Verstappen hat genug

Verstappen kommt im Jahr 2017 einfach nicht so in Fahrt wie es von vielen erwartet worden war. Nach bislang sieben Rennen belegt er den sechsten Platz in der Weltmeisterschaft, Ricciardo baute seinen teaminternen Vorsprung auf nunmehr 22 Zähler aus. "Ein Podest wäre erneut möglich gewesen, aber wieder einmal gehen wir komplett leer aus", sagte Verstappen am Sonntag. "Ich hatte zuletzt sehr viele Enttäuschungen. Das gehört wohl zum Racing dazu. Aber manchmal habe ich genug davon."

Von Mitleid kann sich der ambitionierte Verstappen nichts kaufen, aber immerhin gab es Rückendeckung aus den eigenen Reihen. Sein Ausfall war extrem schade gewesen nach diesem unglaublichen Start, sagte Red Bulls Teamchef Christian Horner: "Das ist wirklich hart für Max. Aber ich bin sicher, dass seine Zeit bald kommen wird."

Beim Start schepperte es kurz zwischen Verstappen und Vettel - Foto: Mercedes-Benz

Kein Ärger mit Vettel

Dabei war in Montreal bis zum Ausfall alles richtig gelaufen für Verstappen. Selbst die leichte Kollision mit Sebastian Vettel beim Start überstand er schadlos, während der Ferrari-Pilot mit einem defekten Frontflügel weit zurückfiel. Etwas überraschend beschwerte sich Vettel nicht einmal über den Kontakt, der ihn einen möglichen Podestplatz in Montreal kostete.

"Max hat seine Chance auf der Außenseite gewittert und versucht, an allen vorbeizufahren", sagte Vettel. "Das ist ihm auch gelungen, dabei hat er aber meinen Frontflügel übersehen. In diesem Moment sieht man das aber nicht, deshalb kann man ihm keinen wirklichen Vorwurf machen." Verstappen zur heiklen Start-Situation: "Ich hatte einen kleinen Kontakt mit Seb in der ersten Kurve. Wenn man da weit rausfährt, kann das schon mal passieren."

Dritter Ausfall in den letzten fünf Rennen für Max Verstappen - Foto: Sutton

Mehrarbeit für Ricciardo

In der Folge sicherte Verstappen den zweiten Platz. An einen Angriff auf Spitzenreiter Lewis Hamilton war gar nicht zu denken, mit der Mercedes-Pace konnte er nicht mithalten. Stattdessen schonte Verstappen Reifen und Bremsen, um endlich mal wieder ein gutes Ergebnis mit nach Hause zu nehmen. "Und dann habe ich plötzlich alle Leistung verloren und alles ging aus", fasste Verstappen die Geschehnisse in Runde elf zusammen.

Offenbar hatte Red Bull Sorge, dass Ricciardo das gleiche Schicksal ereilen könnte. Der Australier wusste auf dem Weg zum Podest überhaupt nicht, warum sein Teamkollege ausgefallen war. Dennoch hatte er einen Verdacht, als er plötzlich noch mehr als sowieso schon an den Einstellungen seines Red Bull arbeiten musste. "Ich musste ständig viele Schalter betätigen", sagte Ricciardo. "Ich nehme also an, dass das etwas damit zu tun hatte, das bei mir zu verhindern. War ziemlich viel zu tun, aber zum Glück hat man auf den langen Geraden relativ viel Zeit."


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