Formel 1

Saisonauftakt Formel 1: Die Team-Vorschau auf den Australien GP

Die Formel 1 startet in Australien in die neue Saison. Motorsport-Magazin.com liefert die Team-für-Team-Vorschau mit allen Infos.
von Chris Lugert

Motorsport-Magazin.com - Nach monatelanger Pause ist die Wartezeit nun vorüber. In Melbourne beginnt die neue Saison der Formel 1. Wer kann in Australien für Furore sorgen? Wer muss sich beim ersten Rennen gleich um die eigenen Ansprüche sorgen? Motorsport-Magazin.com liefert die kompakte Übersicht zu allen Teams.

Mercedes in Australien: Fragezeichen beseitigen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Mercedes 3 3 2 5 132 758
Lewis Hamilton 2 5 1 6 110 626
Valtteri Bottas 0 0 0 0 14 0

  • Probleme: Updates bei den Testfahrten funktionierten nicht wie erhofft
  • Zielsetzung: Spitzenposition verteidigen
  • Wolff: "Bislang hat noch kein Team seine Erfolgsserie nach einer so großen Regeländerung fortgesetzt. Solch eine Herausforderung ist gut für das Team."

Mercedes geht mit Fragezeichen in das erste Saisonrennen. Die Performance bei den Testfahrten war gut, aber komplette Zufriedenheit vernahm man aus dem Team nicht. 2016 sah es jedoch ganz ähnlich aus. Ferrari bestimmte die Zeiten bei den Testfahrten, Mercedes war in Melbourne plötzlich eine Liga schneller als die Konkurrenz. Es bleibt abzuwarten, ob die Silberpfeile in diesem Jahr eine ähnliche Vorgehensweise gewählt haben.

Form-Check: Wenn die Stuttgarter Favorit sind, dann nur leicht.

Mercedes geht als leichter Favorit in den Saisonauftakt - Foto: Sutton

Red Bull in Australien: Der große Update-Angriff?

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Red Bull 1 3 2 3 118 461
Daniel Ricciardo 0 0 1 0 22 0
Max Verstappen 0 0 0 0 1 0

  • Probleme: Unzuverlässigkeiten bestimmten die Testfahrten
  • Zielsetzung: Mitkämpfen um die vorderen Plätze
  • Ricciardo: "Wir haben definitiv noch nicht die Pace von Ferrari gezeigt."

Red Bull galt im Zuge der Regelnovelle als Geheimfavorit auf den Titelgewinn, doch die Testfahrten verliefen wenig zufriedenstellend. Es haperte sowohl an der Zuverlässigkeit, als auch an der Leistungsfähigkeit. Renault wird erst zum Europaauftakt einen großen Sprung bei der Entwicklung des Motors machen. Doch einen Trumpf hat Red Bull noch in der Hinterhand: Adrian Newey. Für Australien scheinen reichlich Updates an den in Barcelona noch arg jungfräulich daherkommenden Boliden zu kommen. Dies könnte das Kräfteverhältnis komplett drehen.

Form-Check: Red Bull ist die große Wundertüte, momentan sind die Bullen wohl die dritte Kraft im Feld.

Bei Red Bull existieren noch Fragezeichen ob der eigenen Stärke - Foto: Sutton

Ferrari in Australien: (Mit-)Favorit

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Ferrari 7 6 8 22 287,5 2170
Sebastian Vettel 1 3 0 5 88 615
Kimi Räikkönen 2 1 5 5 68 525

  • Probleme: Keine Nennenswerten
  • Zielsetzung: Offiziell: Podium
  • Vettel: " Ob Regeländerung oder nicht: Mercedes gilt es zu schlagen."

Die Testfahrten waren ganz in Ferrari-Hand. An den letzten Tagen bretterten Kimi Räikkönen und Sebastian Vettel eine Rekordrunde nach der anderen hin. Von Favoritenrolle will man bei der Scuderia jedoch nichts wissen. Zu präsent sind die Erinnerungen an das Vorjahr. In Australien soll wenn möglich ein Podestplatz her. An der Zuverlässigkeit sollte es nicht scheitern, auch hier war Ferrari in Barcelona absolut auf der Höhe.

Form-Check: Ferrari könnte Mercedes in Melbourne ganz schön einheizen.

Ferrari tat sich als Mercedes-Herausforderer hervor - Foto: Sutton

Force India in Australien: Debüt in Pink

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Force India 0 0 0 0 42 58
Sergio Perez 0 0 0 0 6 0
Esteban Ocon - - - - - -

  • Probleme: Fragezeichen bei der Zuverlässigkeit
  • Zielsetzung: Platz vier verteidigen
  • Perez: "Ich bin zuversichtlich, dass wir Punkte holen werden."

Gemischte Gefühle gab es bei den Testfahrten für Force India. In der ersten Woche präsentierte sich der VJM10 unzuverlässig, in der zweiten Woche dagegen lief es schon deutlich besser. Die Zeiten waren nicht sonderlich gut, man hat beim britisch-indischen Rennstall aber wohl auf Fahrten mit leerem Tank verzichtet. Nach dem vierten Platz bei den Konstrukteuren 2016 hat Vijay Mallya das Ziel ausgegeben, diesen halten zu wollen. Australien wird einen ersten Eindruck liefern, ob dieses Ziel machbar ist. Auf jeden Fall wird man zum ersten Mal den neuen Boliden im pinken Gewand erleben.

Form-Check: Hinter den drei großen Teams muss sich Force India auf Augenhöhe mit dem gesamten Mittelfeld messen.

Force India führt den Pink Panther in Australien zum ersten Mal auf die Strecke - Foto: Force India

Williams in Australien: Angriff auf die Spitze des Mittelfeldes

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Williams 5 6 7 17 180 1740
Felipe Massa 0 0 1 1 58 16
Lance Stroll - - - - - -

  • Probleme: Mögliche Nervosität bei Stroll
  • Zielsetzung: Mittelfeld anführen
  • Stroll: "Es ist natürlich eine neue Strecke für mich und auch ein spezieller Kurs. Es ist also nicht wie ein gewöhnliches Rennwochenende."

Williams war die positive Überraschung der Testfahrten. Nach einem spürbaren Abstieg im vergangenen Jahr präsentierte sich das Team aus Grove fast schon beängstigend zuverlässig. Aber auch die Performance konnte sich sehen lassen. Die Probleme des letztjährigen Autos seien ausgeräumt, versicherte Rob Smedley. Auch die langsamen Passagen sollen dem Boliden nun entgegenkommen. Die Strecke in Australien liefert hierfür eine Messlatte.

Form-Check: Williams hat deutlich aufgeholt und führt das Mittelfeld wohl an.

Williams präsentierte sich bei den Testfahrten stark verbessert - Foto: Sutton

McLaren in Australien: Droht der Worst Case?

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
McLaren 11 10 8 26 294 3010
Fernando Alonso 1 0 1 5 105 323
Stoffel Vandoorne - - - - - -

  • Probleme: Zuverlässigkeit fehlt komplett, Zielankunft unklar
  • Zielsetzung: Das Bestmögliche herausholen
  • Alonso: "Wir versuchen, das Wochenende so gut es geht zu genießen."

McLaren droht ein gewaltiger Rückschritt. Die Testfahrten waren ein Desaster, die Power Unit von Honda war alles andere als standfest. Hinzu kommt die Unkenntnis über die Performance des Chassis. In Australien geht es für das Team einzig und allein ums Ankommen, wie Eric Boullier zuletzt erklärte. Von den erhofften Kämpfen im vorderen Mittelfeld ist McLaren derzeit weit entfernt. Vielmehr toben interne Grabenkämpfe. Derzeit spricht alles für ein drittes Jahr in den Niederungen des Feldes.

Form-Check: Ankommen wäre ein Erfolg.

Der Saisonauftakt könnte für McLaren zum Desaster werden - Foto: Sutton

Toro Rosso in Australien: Kampf um jeden Punkt

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Toro Rosso 0 0 0 0 22 0
Carlos Sainz 0 0 0 0 4 0
Daniil Kvyat 0 0 0 0 2 0

  • Probleme: Zu wenige Runden in Barcelona
  • Zielsetzung: Im Mittelfeld für Akzente setzen
  • Kvyat: "Wir sind bereit für den Kampf."

Mit neuer Lackierung, aber bekanntem Fahrerduo geht es für Toro Rosso in die Saison 2017. Zudem soll der neue Renault-Motor helfen, den gerade Ende der vergangenen Saison extremen Nachteil des Vorjahresmotors vergessen zu machen. Die Testfahrten verliefen nicht optimal, die Zuverlässigkeit war nicht gegeben. Im engen Mittelfeld müssen die Italiener ihren Platz noch finden. Williams scheint voraus zu sein, Toro Rosso wird um jeden Punkt hart kämpfen müssen, so schon in Australien.

Form-Check: Aus eigener Kraft werden Punkte nur schwer möglich.

Im Mittelfeld bleibt Toro Rosso aktuell wohl nur die Verfolgerrolle - Foto: Sutton

Haas in Australien: Erinnerungen an das Debüt

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Haas 0 0 0 0 8 0
Romain Grosjean 0 0 0 0 9 0
Kevin Magnussen 0 0 0 1 18 0

  • Probleme: Keine gravierenden
  • Zielsetzung: Punkte
  • Grosjean: "Wir wollen uns an Australien 2017 so gut erinnern wie an Australien 2016."

Nach dem sensationellen Auftakt als Neuling 2016 und Platz sechs durch Romain Grosjean geht es für Haas zum zweiten Mal nach Melbourne. Die Voraussetzungen sind gut, die Testfahrten verliefen solide, wenngleich nicht überragend. Bei Haas ist eine Einschätzung derzeit nur schwer abzugeben. Eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses scheint nicht möglich. Wie für einige andere Teams gilt es auch für Haas, sich jeden Punkt hart zu erarbeiten.

Form-Check: Platz sechs wäre eine noch größere Sensation als vergangenes Jahr.

Haas würde gerne an das erfolgreiche Debüt 2016 anknüpfen - Foto: Sutton

Renault in Australien: Weit weg von den Ansprüchen

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Renault 2 1 1 6 90 567
Nico Hülkenberg 0 0 0 0 20 0
Jolyon Palmer 0 0 0 0 0 0

  • Probleme: Man ist noch auf der Suche nach dem Anschluss
  • Zielsetzung: Das Ende des Feldes verlassen
  • Hülkenberg: "Wir haben die Erwartungen bei den Testfahrten nicht erfüllt."

Renault befindet sich weiterhin im Übergang zu einem anvisierten WM-Titel 2020. In diesem Jahr soll Platz fünf bei den Konstrukteuren her. Die Testfahrten verliefen jedoch überhaupt nicht nach Wunsch. Nach McLaren war Renault das zweite große Sorgenkind. Der Bolide präsentierte sich unzuverlässig, wenn er lief, klagte Nico Hülkenberg über Balance-Probleme. Im engen Mittelfeld der Formel 1 entscheiden wohl nur wenige Zehntel über Punkte oder keine Punkte. Aktuell ist Renault für Australien nur Außenseiter.

Form-Check: Renault findet sich wohl in bekannten Gefilden wieder.

Aktuell ist Renault noch weit von den eigenen Ansprüchen entfernt - Foto: Sutton

Sauber in Australien: Kein Druck! Keine Perspektive?

Siege Poles Schn. Runden Podium Punkte km geführt
Sauber 0 0 0 0 35 0
Pascal Wehrlein 0 0 0 0 0 0
Marcus Ericsson 0 0 0 0 4 0

  • Probleme: Motor schon zu Saisonbeginn ein Nachteil
  • Zielsetzung: Gut in die Saison starten
  • Wehrlein: "In Melbourne beginnt meine neue Rolle als Rennfahrer bei Sauber erst so richtig."

Mit Neuzugang Pascal Wehrlein kann Sauber in eine recht entspannte Saison gehen. Platz zehn in der Konstrukteurs WM ist auf jeden Fall sicher, ein Überlebenskampf wie 2016 findet nicht mehr statt. Sportlich schielt man in der Schweiz zwar nach vorne, aber alleine durch den alten Ferrari-Motor wird sich mit zunehmender Saisondauer ein immer größerer Nachteil entwickeln, der dann nicht mehr auszugleichen ist. In Australien könnte Sauber also am ehesten noch für Aufsehen sorgen. So wie 2015, als Felipe Nasr und Marcus Ericsson beim Saisonauftakt 14 Punkte holten.

Form-Check: Sauber geht als Hinterbänkler in den Saisonauftakt.

Sauber hat unter dem alten Motor zu leiden - Foto: Sutton

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