Formel 1

Rosberg-Nachfolge: Hamilton mit Spitze gegen Vettel

Lewis Hamilton ist für 2017 seinen schärften Rivalen um den WM-Titel los. Ob er jetzt bei Toto Wolff interveniert? Fehlanzeige!
von Michael Höller

Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg schockte die Formel-1-Welt am Freitagnachmittag mit seinem sofortigen Rücktritt. Im Vorfeld der FIA-Gala in Wien überraschte der amtierende Champion Fans und Medien weltweit. Teamkollege Lewis Hamilton ist somit den größten Widersacher der vergangenen Jahre und vermeintlichen Hauptkonkurrenten um den WM-Titel 2017 los. Allerdings auch einen langjährigen Wegbegleiter.

Er hat mich zum ersten Mal in 18 Jahren geschlagen, daher kommt es für mich nicht überraschend, dass er nun aufhört.
Lewis Hamilton

Wenige Stunden nach Rosbergs überraschender Ankündigung gab sich Hamilton gelassen: "Das hat sicher viele Leute überrascht. Ich bin wahrscheinlich einer der wenigen Leute, die heute nicht überrascht sind. Aber auch nur, weil ich ihn schon lange kenne." Und fügte scherzhaft an: "Er hat mich zum ersten Mal in 18 Jahren geschlagen, daher kommt es für mich nicht überraschend, dass er nun aufhört." Rosbergs Entscheidung kann Hamilton nachvollziehen: "Er hat jetzt eine Familie und Kinder, auf die er schauen muss und die Formel 1 nimmt einfach so viel von deiner Zeit in Anspruch."

Suche nach neuem Teamkollegen für Hamilton

Die für Hamilton wichtigste Frage ist nun jene nach dem neuen Teamkollegen. Mit dieser hat man sich bei Mercedes noch nicht so richtig beschäftigt, da Rosberg Toto Wolff während der Heimreise von einer Feierlichkeit bei Sponsor Petronas in Kuala Lumpur am Dienstag von seinem Rücktritt informiert hat.

Hier erklärt Nico Rosberg seinen Rücktritt: (04:59 Min.)

"Das erste auf unserer Agenda war, Nico die Möglichkeit zu geben, seinen Rücktritt selbst zu verkünden. Er wollte nicht, dass es nach außen dringt, weshalb wir es innerhalb eines ganz kleinen Kreises behalten haben. Jetzt werden wir uns alle Optionen ansehen. Aber es wird hart. Wir müssen uns jetzt alles genau ansehen", erklärte Wolff in Wien.

Hamilton mit Spitze gegen Vettel

Ich habe stets nur verlangt, gleiches Recht wie mein Teamkollege zu haben, daher ist es mir ziemlich egal, wer an meine Seite wechselt.
Lewis Hamilton

Hamilton selbst ist die Wahl seines neuen Teamkollegen herzlich egal. Ein Mitspracherecht habe er ohnehin nicht. "Ich war noch nie ein Fahrer, der das verlangt hat. Ich weiß zwar, dass andere Fahrer - wie etwa Sebastian (Vettel) - so etwas in ihren Verträgen stehen haben", konnte er sich einen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen. "Aber ich habe stets nur verlangt, gleiches Recht wie mein Teamkollege zu haben, daher ist es mir ziemlich egal, wer an meine Seite wechselt. Wir haben eine großartige Teamführung, die sich sicherlich für den richtigen Mann entscheiden wird", vertraut Hamilton auf Wolff und dessen Chefriege.

Doch die Zeit drängt, denn in 87 Tagen erfolgt bereits der Auftakt zu den Wintertests 2017. Spätestens dann sollte die Entscheidung gefallen sein. Das nach drei Jahren Titelkampf zuletzt zerrüttete Verhältnis zu Nico Rosberg könnte nun wieder besser werden. Schließlich waren die beiden Weltmeister seit ihrer Kindheit miteinander befreundet. "Wir sind gemeinsam unterwegs seit wir 13 Jahre alt sind und wir haben immer davon gesprochen, Champions zu werden. Es wird nur sehr seltsam sein und ich werde traurig sein, ihn nächstes Jahr nicht mehr in meinem Team zu haben", ist sich Hamilton sicher.


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