Formel 1

Force India beim Belgien GP: Am Freitag in Spa schneller als Ferrari

Mit den Positionen drei und fünf startet Force India sehr stark ins Spa-Rennwochenende. Dennoch bleibt das Team zurückhaltend.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Schon im Vorfeld des Belgien GP war Force India als möglicher Kandidat für ein starkes Ergebnis gehandelt worden. Dieser Rolle konnten Nico Hülkenberg und Sergio Perez am Trainingsfreitag der Formel 1 gerecht werden, denn im zweiten Training war einzig Red Bull schneller. "Wir müssen allerdings bedenken, dass Mercedes keine Supersofts gefahren ist. Die werden den Rest des Wochenendes nicht hinter uns sein", merkte Hülkenberg an.

Dennoch sind die Positionen drei und fünf im zweiten Training ein starkes Ergebnis. Nico Hülkenberg schlug aus eigener Kraft beide Ferrari-Piloten, obwohl diese auf dem gleichen Reifentyp, der weichsten Mischung unterwegs waren. Sergio Perez fehlte nicht einmal eine Zehntelsekunde auf den schnelleren Ferrari von Sebastian Vettel. Williams hielt sich wie üblich am Freitag zurück und wird erst am Samstag wirklich einzuschätzen sein.

Fahrer FP1 Bestzeit Runden FP2 Bestzeit Runden
Sergio Perez P4 1:49.274 23 P5 1:49.100 27
Nico Hülkenberg P8 1:50.088 21 P3 1:48.657 30

Zugleich betonte er, dass das Ergebnis noch nicht so viel wert sei: "Ich denke nicht viel über die heutige Pace nach, denn es ist erst Freitag und bringt uns noch nichts." Viel wichtiger sei es, das Potenzial optimal zu nutzen. "Wir haben viele Daten gesammelt, die jetzt analysiert werden müssen. Wir müssen versuchen uns weiter zu verbessern und sicherstellen, dass wir auch am Sonntag konkurrenzfähig sind."

Ein paar Runden des Trainings wurden für Halo-Tests geopfert - Foto: Sutton

Hülkenbergs Tag begann nicht so wie erhofft: "Im ersten Training war ich mit der Balance nicht zufrieden, im zweiten fühlte es sich dann ok an." Doch trotz dieser Verbesserung, die ihn auf den dritten Platz brachte, bleibt seine Vorhersage zurückhaltend. "Ich erwarte ein schwieriges Wochenende und es wird erneut sehr eng", so Hülkenberg, der Williams als engsten Konkurrenten betrachtet, obwohl Valtteri Bottas und Felipe Massa noch nicht die wahre Pace gezeigt haben.

Positiver Start nach der Sommerpause

Wie schon im vergangenen Jahr sieht es für Force India erneut nach einem guten Start in die zweite Saisonhälfte aus. "Wir hatten keine Probleme und wir konnten unser Programm wie geplant absolvieren", sagte Hülkenberg nach dem Freitag. "Im zweiten Training konnten wir uns verbessern, aber es ist noch nicht perfekt, daher haben wir noch einige Hausaufgaben zu erledigen, aber es ist ein guter Startpunkt."

Die ersten Anzeichen sind positiv, doch es gibt noch viel Arbeit zu tun, um ein paar kleinere Probleme zu lösen
Sergio Perez

Sein Teamkollege, Sergio Perez, will auch noch nicht in Euphorie verfallen: "Die ersten Anzeichen sind positiv, doch es gibt noch viel Arbeit zu tun, um ein paar kleinere Probleme zu lösen." Auch der Mexikaner war mit der Abstimmung noch nicht ganz zufrieden und erreichte trotzdem den fünften Rang. Er ist zuversichtlich, dass das Team bis zum Rennen noch die passenden Änderungen durchführen wird.

Ebenso will der stellvertretende Teamchef keine Vorhersagen für den Rest des Wochenendes treffen. "Es ist nicht einfach, die relativen Leistungslevel der Teams zu lesen, da die Teams noch viel mit verschiedenen Flügelstellungen und Entwicklungsreifen experimentierten", so Robert Fernley. Daher konzentrierte sich Force India nur auf die eigene Arbeit. "Wir haben viele Daten gesammelt und gutes Feedback der Fahrer bekommen", so Robert Fernley.

Wenig überraschend: Wetter enormer Faktor

Was bereits vermutet wurde, bestätigen die Fahrer jetzt erneut: Die Hitze hat einen sehr großen Einfluss auf die Reifen. "Die Abnutzung wird vom Wetter enorm beeinflusst. Daher werden die Bedingungen eine große Rolle spielen", sagte Perez. Die Reifen sind zudem eine der Problemzonen von Force India, was im Rennen tatsächlich zum Problem werden könnte.

Daher ist es eine geringe Erleichterung, dass die Vorhersagen nicht von einer bleibenden Hitze ausgehen. "Wir müssen einige Anpassungen wegen des ungewöhnlich warmen Wetters durchführen, aber es soll im Laufe des Wochenendes kühler werden", fügte Fernley hinzu. Er möchte dennoch die Bedeutung des Tages einordnen: "Es war ein produktiver Tag, doch was wirklich wichtig ist sind unsere Leistungen am Samstag und Sonntag."


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