Formel 1

Nicht mehr in meiner Hand - Ecclestone verliert die Geduld mit Monza

Die Luft für den Italien GP in Monza wird dünn: Noch immer haben die Italiener keinen Vertrag für 2017. Bernie Ecclestone verliert die Geduld.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Steht die nächste Traditionsrennstrecke vor dem Aus in der Formel 1? Monza droht das gleiche Schicksal wie dem Nürburgring. Im Formel-1-Kalender 2016 ist der Große Preis von Italien noch gelistet, doch 2017 droht Monza zu verschwinden. Noch immer gibt es keine Einigung zwischen Bernie Ecclestone und dem Veranstalter.

Sie können sich solange Zeit lassen, wie sie wollen - vorausgesetzt am Ende des Monats gibt es Klarheit.
Bernie Ecclestone

Und der Formel-1-Zampano scheint langsam die Geduld zu verlieren. "Es gibt keine Deadline. Sie können sich solange Zeit lassen, wie sie wollen - vorausgesetzt am Ende des Monats gibt es Klarheit", sagte Ecclestone der Nachrichtenagentur Reuters. Ein typischer Ecclestone.

Die Verhandlungen zwischen dem kommerziellen Rechteinhaber und Italien ziehen sich. "Wir haben mit ihnen vor drei Jahren eine Vereinbarung getroffen", sagte Ecclestone im November zu Motorsport-Magazin.com. "Erst konnten sie den Stift nicht finden, um den Vertrag zu unterschreiben. Dann konnten Sie den Vertrag nicht finden. Italien... Sie sind alle die gleichen."

Ecclestone: Italiener am Werk...

Seit November scheint sich nicht viel getan zu haben. Die Verantwortlichen für das Rennen betonten in der Zwischenzeit immer wieder, dass der Vertrag unmittelbar vor dem Abschluss stünde. "Sie haben mir schon vor ein paar Monaten gesagt, dass alles geregelt sei, sie genau wüssten, wo sie stehen, alle übereinstimmen und es keine Dramen geben würde", sagte Ecclestone.

"Und jetzt habe ich gestern gehört, dass es sehr politisch wird... Sie kriegen das hin. Oder nicht. Wir da können nichts machen", fügte der Formel-1-Zampano an. "Ich weiß nicht was passieren wird. Es ist im Moment ein bisschen italienisch. Die einzigen, die das regeln können, sind diejenigen, die aktuell in Italien involviert sind."

Damit erhöht Ecclestone den Druck auf die Verantwortlichen. Er stellt klar, dass es seinerseits kein weiteres Entgegenkommen geben wird. Konkret heißt das: Ecclestone hat preislich die Schmerzgrenze erreicht. Will Monza den Italien GP behalten, muss diese Summe überwiesen werden. Die Frage in Italien ist, wer für die Antrittsgebühren aufkommt, also welche Unterstützung der Promoter von der Region Lombardei erhält und welche vom Staat Italien.

Problemfall Traditionsrennstrecken

Foto: Monza Circuit

Mit 65 ausgetragenen Großen Preisen ist Monza Rekordhalter. Mit Ausnahme von 1980, als der Italien GP in Imola ausgetragen wurde, startete die Formel 1 seit 1950 jedes Jahr ihm Autodromo Nazionale Monza. Zudem ist es das Heimrennen für Ferrari, dem einzigen Rennstall, der seit 1950 durchgehend in der Formel 1 vertreten ist.

Ähnlich wie den Nürburgring würde Ecclestone auch Monza gerne im Kalender behalten. Dafür kommt er den Traditionsstrecken bei der Antrittsgebühr auch stark entgegen. Allerdings erwartet er im Gegenzug auch, dass die Strecken bereit sind, eine gewisse Summe zu zahlen. In Russland, Aserbaidschan und Co. winkt ein Vielfaches an Antrittsgeldern. Kommt Ecclestone einer Strecke in Europa weiter entgegen, wollen auch die anderen Traditionsstrecken einen entsprechenden Discount. Die Zwickmühle des Formel-1-Kalenders.


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