Formel 1

Günstiger Preis an Bedingungen geknüpft - Renault kauft Lotus für symbolisches Pfund

Das Lotus-F1-Team gehört nun zu 90 Prozent wieder Renault. Doch mit dem Kauf hat der französische Automobilkonzern die Schulden des Teams übernommen.
von Manuel Schulz

Motorsport-Magazin.com - Scheinbar zum Spottpreis von nur einem Pfund, also umgerechnet 1,36 Euro, hat Renault den Nachfolger seines ehemaligen Werksteams, Lotus, zurückgekauft. Der Haken an der Sache war jedoch schon im Vorfeld bekannt, denn Genii Capital hat mit Lotus auch die Altlasten des Teams verkauft. Renault verpflichtete sich sogar, die Schulden bis zum Jahresende zu begleichen. Im Gegenzug erließ Genii Capital geschätzt 100 Millionen Pfund an Gesellschafterdarlehen.

Spar-Maßnahmen kosten sogar Arbeitsplätze

Maldonado wird wohl auch 2016 im Cockpit sitzen - Foto: Sutton

Besonders extrem fielen die fehlenden Finanzmittel in der vergangenen Saison auf, als das Team wegen Gerichtsterminen und Streit ums liebe Geld öfter in den Schlagzeilen standen als durch positive Ergebnisse. Beinahe ohne technische Entwicklung und mit insgesamt 93 Entlassungen konnte der Verlust auf 8,6 Millionen Pfund reduziert werden. Doch insgesamt hat Genii Capital knapp 300 Millionen Dollar in das Team gesteckt, ohne wirkliche Erfolge zu feiern.

Das Tief, in dem sich das Team die letzten Jahre befand, scheint jetzt jedoch zu enden. Durch die im Vergleich zu 2014 dennoch verbesserte Endposition scheint es auch bei den Sponsoren bergauf zu gehen. Eric Lux enthüllte, dass Renault bereits in mehreren Gesprächen bezüglich eines langfristigen Titelsponsorings stehe.

Erfolgsdruck für Renault-Comeback

Zwar sind für 2016 keine Wunder beim Comeback des Werksteams zu erwarten, doch Renault-CEO Carlos Ghosn setzte bereits ein hohes Ziel für 2018. Dann soll der französische Hersteller, der mit Fernando 2005 und 2006 zwei Weltmeisterschaften feierte, wieder konkurrenzfähig sein. Eine schwierige Aufgabe, wenn man bedenkt, welche die Renault-Power-Units im Vergleich zu Mercedes oder Ferrari bringen. Doch an finanziellen Mitteln wird es in den kommenden drei Jahren eher nicht mangeln.


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